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27.01.2007

10:29 Uhr

Markenspezialist steigt ein

Neuer Lokführer für Märklin

VonSönke Iwersen

Märklin bekommt einen neuen Chef. Neun Monate nach dem Kauf hat der Finanzinvestor Kingsbridge Capital einen ausgewiesenen Markenspezialisten für den schwer angeschlagenen Modellbahnhersteller gefunden. Axel Dietz, bis vor kurzem Geschäftsführer bei Müller-Milch, tritt in wenigen Tagen sein Amt an. Der 46-jährige beteiligt sich auch mit eigenem Geld an der Göppinger Traditionsfirma.

Modell einer Güterlok von der Firma Märklin, Foto: dpa

Modell einer Güterlok von der Firma Märklin, Foto: dpa

HB GÖPPINGEN. Der ehemalige Müller-Milch-Geschäftsführer Axel Dietz (46) wird neuer Chef beim schwäbischen Modellbahnhersteller Märklin. Wie Dietz dem Handelsblatt bestätigte, tritt er sein Amt am 1. Februar an und wird Märklin auch schon auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vertreten, die am kommenden Donnerstag beginnt. "Ich freue mich unglaublich auf diese Aufgabe", sagt Dietz. "Märklin ist eine absolut faszinierende Marke, die stark unterentwickelt ist."

Das Göppinger Unternehmen war 2006 nur knapp an einer Insolvenz vorbeigeschrammt. Der britische Finanzinvestor Kingsbridge Capital übernahm im Mai kurz vor der Überschuldung die Anteile der 22 schwer zerstrittenen Familiengesellschafter. Zuvor war der Umsatz innerhalb von drei Jahren um 25 Prozent gesunken. 2006 hat Märklin nach eigenen Angaben den Umsatz bei 123 Mill. Euro stabilisiert. Zum Ergebnis macht die Firma keine Angaben. Nach Informationen des Handelsblattes häufte Märklin 2004 und 2005 insgesamt einen Verlust von zwanzig Mill. Euro nach Steuern an. In den drei Jahren davor lag die Rendite bei knapp 0,5 Prozent.

Dies soll sich unter dem neuen Eigentümer, Kingsbridge Capital, deutlich ändern. Der Finanzinvestor erwartet nach Aussage des Geschäftsführers Mathias Hink auf sein eingesetztes Kapital eine Rendite von 20 Prozent. Damit kommt auf den neuen Chef, Axel Dietz, viel Arbeit zu.

Dietz' Lebenslauf weist ihn als ausgesprochenen Markenexperten aus. Er begann seine Karriere nach einem nach Jura- und Betriebswirtschaftsstudium beim amerikanischen Tabakkonzern Phillip Morris und arbeitete auch für dessen Konkurrenten R.J Reynolds und Tchibo, bevor er ab 2000 im Vorstand des Haarpflegeproduzenten Wella für die gesamte Consumer-Sparte zuständig war. Danach leitete Dietz bei Lancaster in Paris das gesamte Duft- und Kosmetikgeschäft von Marken wie Lancaster, Davidoff, Jil Sander und Joop. Bei Müller Milch schied Dietz nach nur neun Monaten im vergangenen Herbst auf eigenen Wunsch wieder aus, weil er seine Führungsposition beschnitten sah. Das Unternehmen von Theo Müller hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Manager verschlissen.

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