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01.09.2013

12:38 Uhr

Marketing

Das Rätsel um die Cola-Rezeptur

Coca-Cola wird angeblich seit mehr als 100 Jahren in der Originalzusammensetzung hergestellt, und die ist streng geheim. Auch andere Firmen spielen mit dem Mythos ihres Erfolgsrezeptes. Eine Markenstrategie, die aufgeht.

Ein restauriertes Cola-Werbeplakat. Noch älter als dieses Plakat ist das Geheimrezept von Coca Cola. Angeblich sei es nie verändert worden. dapd

Ein restauriertes Cola-Werbeplakat. Noch älter als dieses Plakat ist das Geheimrezept von Coca Cola. Angeblich sei es nie verändert worden.

AtlantaRotes Laserlicht umspielt den stählernen Safe, Überwachungskameras haben alles im Blick. Doch auf Meisterdiebe kann man lange warten, die Monitore zeigen nur lächelnde Touristen, die sich gegenseitig zuwinken. „Es steckt schon ein wenig Show dahinter“, räumt ein Wärter im World-of-Coca-Cola-Museum in Atlanta ein. Dort steht der Safe, der das angeblich seit 127 Jahren unveränderte Rezept für das braune Erfrischungsgetränk hütet.

Das Tamtam um die Coke-Rezeptur hat dazu beigetragen, das Erfrischungsgetränk in eine milliardenschwere Marke zu verwandeln. Entsprechend großen Wert legt das Unternehmen denn auch auf die Feststellung, dass das Rezept ein ehrwürdiges, unveränderbares Dokument sei. Aber ist das tatsächlich so?

Firmen würden immer wieder einmal die Zutaten verändern, sei es wegen veränderter Vorschriften, weil sich die Rohstoffpreise verändert hätten oder aus anderen Gründen, sagt John Ruff, früher beim Lebensmittelkonzern Kraft Foods für Forschung und Entwicklung zuständig. „Die Geheimrezeptur hat schon fast eine mythische Anmutung“, so Ruff. „Es würde mich schon wundern, wenn sich die Rezepturen (großer Marken) nicht verändert hätten.“

Kentucky Fried Chicken (KFC) beispielsweise hält sich nach eigenen Angaben noch immer streng an das Rezept, das Firmengründer Harland Sanders 1940 kreierte. Die Fast-Food-Kette hat schon früh begriffen, wie wichtig Marketing ist - so färbte Sanders extra seinen charakteristischen Bart weiß, um einem vertrauenswürdigen Großvater zu ähneln. Es kann durchaus sein, dass KFC die generellen Anweisungen des - ebenfalls durch einen Safe geschützten - Rezepts befolgt. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass sich Sanders nach seinem Ausstieg 1964 sehr über die neuen Eigner ärgerte: Sie entwickelten nämlich einen einfacheren Weg, das Hühnchen von Bratfett zu befreien. Doch wurde bei dieser Methode nach Sanders' Ansicht das Huhn beschädigt. Die neuen Eigner machten Sanders zufolge das Huhn ungenießbar, weil sie „einen Schlegel nicht von einem Schweineohr unterscheiden können“, wie es in einem Buch heißt, das Dave Thomas geschrieben hat, Gründer der Burgerkette „Wendy's“ und ein Freund von Sanders.

Bei KFC hat man das Thema abgehakt. Ein Firmensprecher sagt, die zentralen Bestandteile des Rezepts seien die Gewürzmischung, dass man frisches Huhn mit Knochen verwende, die Zubereitung der Panade von Hand und das eigentliche Braten.

Kommentare (1)

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locker

01.09.2013, 22:45 Uhr

Stimmt nicht , im Gegensatz zu den 80-90 er Jahren , viel mehr Zucker , das Koffein fehlt und die Kohlensäure ist weg. Eine geöffnete Büchse ist nach 5 Minuten ungeniebar.
Schmeckt wie eine Aldicola vor 20 Jahren!
Nichts für ungut, Coca Cola.

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