Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.04.2015

12:54 Uhr

Martin Winterkorn

Volkswagen-Chef im Blitzlicht-Gewitter

VonChristian Schnell

Gute Miene zum bösen Spiel: Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn lässt sich die persönliche Attacke auf ihn nicht anmerken. Am Montag macht er „Business as usual“. Dazu gehört, der Kanzlerin die Hand zu schütteln.

Unter Beobachtung

Winterkorn und Piech: Trennt sich das VW-Powerteam?

Unter Beobachtung: Winterkorn und Piech: Trennt sich das VW-Powerteam?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

HannoverDie typische Handbewegung fehlt auch am ersten regulären Arbeitstag nach den vernichtenden Aussagen des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch über ihn nicht. Martin Winterkorn streicht über die Dachkante eines Fahrzeugs auf dem Stand des Konzern auf der Hannover Messe, prüft mit kritischem Blick das Spaltmaß des Autos und lässt einfach mal die Fahrertür zufallen. Er will zeigen, dass auch ein Schließgeräusch etwas hermacht.

Der Volkswagen-Chef weiß, dass an diesem Tag die vielen Kameras nicht nur wegen des Besuchs von Kanzlerin Angela Merkel und Indiens Premier Naremdra Modi auf ihn gerichtet sind. Seit in der Online-Ausgabe des „Spiegel“ der mittlerweile berühmte Satz „Ich bin auf Distanz zu Winterkorn“ stand, ausgesprochen vom mächtigen Aufsichtsratschef Piëch, ist in der Volkswagen-Welt eigentlich nichts mehr wie es war.

Das spüren auch die Aktionäre. Die Führungskrise bei Europas größtem Autobauer hat sie aufgeschreckt. Die Vorzugsaktie büßte als schwächstes Papier im kaum bewegten Leitindex 1,2 Prozent auf 250,15 Euro ein. Händler und Analysten kritisierten, dass Piëch an die Öffentlichkeit gegangen sei. Das sorge für Verunsicherung, hieß es. Für Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner etwa werden so „mehr Fragen als nötig“ aufgeworfen. „Von außen sah die Fassade bei VW eigentlich gut und stabil aus. Die Reibereien zwischen Aufsichtsrats- und Vorstandsvorsitzendem sprechen dagegen eine komplett andere Sprache.“

Am ersten regulären Arbeitstag nach der heftigen Attacke von VW-Aufsichtsratschef Piëch gegen ihn besucht Martin Winterkorn die Hannover Messe. AFP

Martin Winterkorn auf der Hannover Messe

Am ersten regulären Arbeitstag nach der heftigen Attacke von VW-Aufsichtsratschef Piëch gegen ihn besucht Martin Winterkorn die Hannover Messe.

Winterkorn wird jetzt anders betrachtet. Wirkt er angeschlagen, unsicher, gar fahrig? Nichts dergleichen ist in Hannover zu sehen. Wobei er genau weiß, dass ihn alle wegen dieser kritischen Äußerungen exakt beobachten. Winterkorn stört es nicht, er macht business as usual. So als seien Piëchs Sätze nie gefallen.

Das war schon am Vorabend so, bei der Eröffnung der weltgrößten Industriemesse vor 4000 Gästen. Alle Kameras hielten auf Winterkorn, selbst als die Kanzlerin bereits im Anmarsch war, wollte man jede Regung von ihn einfangen. Und viele suchten auffällig direkt den Kontakt zu ihm. Um aus erster Quelle zu erfahren, wie passieren konnte, was sich bis Freitag niemand vorstellen konnte. Nämlich das mögliche Ende einer Männerfreundschaft. Daimler-Chef Dieter Zetsche klopft Winterkorn auf die Schulter, die Patriarchin des Automobilzulieferers Schaeffler, Maria-Elisabeth Schaeffler, begrüßt ihn herzlich, genauso Ulrich Grillo, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.04.2015, 12:32 Uhr

Winterkorn weiß wie man Autos baut und seine Kunden glücklich macht. Der Typ hat Benzin im Blut und ein einzigartiges Produkt- Portfolio aufgebaut und unter Kontrolle.

Fahre z.Zt. Audi R8 V10-Spyder und Porsche Cayenne Turbo, und bekomme im Mai/Juni meinen Lamborghini Aventador LP700-4 Roadster endlich ausgeliefert - nach über 5 Monaten Produktionszeit in Sant`Agata. Dafür wurde der R8 V10plus nach 18 Monaten als überzähliges Fahrzeug im Fuhrpark mit dickem Verlust wieder verkauft. Und die junge First Lady und Muse bekam letztes Jahr zur Verlobung und als Motivationsprämie für die Uni ein schickes 911 Carrera4S Cabrio von mir geschenkt. Alles hochwertige Qualität und exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Einzig den Gasfuß des Kolibri müssen wir noch trainieren.

Als Leistungsträger in Deutschland mit hohen 6-stelligen Beträgen im Jahr an den Fiskus muss man(n) sich auch was gönnen und Spaß haben beim Geld ausgeben, um sich damit immer wieder zu motivieren. Also immer schön die Augen auf bei der Berufswahl. Jeder ist sein eigenes Glückes Schmied, und bekommt das was er verdient. C´est la vie.

Auch die Performance der Aktie mit +345 % seit Beginn der Regentschaft von Winterkorn Anfang 2007 spricht eine eindeutige Sprache, was bestimmt nicht nur meinen Lustkäufen im gehobenen Preissegment zu verdanken ist (SK am 29.12.2006 war 56,21 €). Zum Vergleich im gleichen Zeitraum Daimler damals 46,80 € +90 %, und BMW seinerzeit 43,51 € +170 %.


Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super-Mario.


Ralph

Investmentbanker (CFA, Eurex- und Xetra-Lizenz)
- selbst. Börsenhändler -
Algo- und System-Trading

Handelsbuch mit 5,0 Mio. € Handelslimit, genehmigt durch die hinterlegte Sicherheit in physischen Gold auf dem Margin-Konto

Herr peter Spirat

13.04.2015, 12:58 Uhr

Winterkorn weiß wie man Autos baut und seine Kunden glücklich macht. Der Typ hat Benzin im Blut und ein einzigartiges Produkt- Portfolio aufgebaut und unter Kontrolle.
---------------------------------------
Ääähm, NEIN.

Alles, echt alles, was bei Volkswagen gegenüber Kunden in Erscheinung tritt, wird vom Big Boss persönlich frei gegeben. Wiko ist gut als Qualitätsmanager, aber ihm fehlt alles, was sie da gerade geäußert haben.

So waren es selbst die Worte von Herrn Dr. Piech vor ein paare Jahren. Alleine schon aus dem Grund entscheidet der Big Boss, was gebaut wird.

Herr Thomas Behrends

13.04.2015, 13:33 Uhr

Wenn man sich diesen verkniffen drein schauenden Ferdinand Piech anschaut, weiß´ man sofort mit welcher Spezies Mensch man es zu tun hat; nämlich mit einem Patriarchen, der keinen anderen Menschen geschweige denn eine andere Meinung neben sich gelten lassen kann.

Mit solchen Typen kann man nicht zusammen arbeiten. Mit solchen unsympatischen Leuten will man nicht zusammen arbeiten !!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×