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02.04.2013

18:36 Uhr

Mary Schapiro

Ex-Chefin der US-Börsenaufsicht wechselt die Seiten

Im Dezember trat Mary Schapiro als Chefin der US-Börsenaufsicht SEC zurück. Dort ging sie mit vielen Verfahren gegen die Wall-Street-Riesen vor. Jetzt wird sie Beraterin der Banken.

Mary Schapiro: Von der Börsenaufsicht zur Bankenberatung. dapd

Mary Schapiro: Von der Börsenaufsicht zur Bankenberatung.

WashingtonKeine vier Monate nach ihrem Ausscheiden als Chefin der US-Börsenaufsicht SEC hat Mary Schapiro einen neuen Job. Sie heuert bei der Beratungsfirma Promontory Financial Group in Washington an, die Kunden aus der Finanzindustrie bei regulatorischen Themen betreut. Damit arbeitet sie künftig für jene Spieler von der Wall Street, die sie früher überwacht hat.

Schapiro habe „tiefe Kenntnisse der amerikanischen und globalen Finanzmärkte“, lobte Firmenchef Eugene Ludwig am Dienstag. Die ehemalige SEC-Chefin erklärte in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“, sie habe nach drei Jahrzehnten als Finanzaufseherin einfach etwas anderes machen wollen. Eine Rückkehr in den Staatsdienst schloss sie aus: „In meinen Fall gibt es keine Drehtür.“

US-Börsenaufsicht: Chefin der SEC tritt zurück

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Spekulationen gab es schon lange, nun ist es offiziell. Am 14. Dezember legt Mary Schapiro ihr Amt als Chefin der US-Börsenaufsicht nieder. Eine Nachfolgerin steht bereits fest.

Beobachter kritisieren immer wieder, wie einfach es sei, die Seiten zu wechseln. Schapiro hatte von Anfang 2009 bis Ende 2012 an der Spitze der SEC gestanden. Sie stellte den Ruf der Behörde wieder her, die in der Finanzkrise eine schlechte Figur gemacht hatte. In ihre Amtszeit fielen millionenschwere Strafen gegen Banken sowie die Ausgestaltung der Wall-Street-Reform, der sogenannte Dodd-Frank Act.

In den vergangenen beiden Jahren verfolgte die SEC so viele Verfahren wie nie zuvor. 2011 waren es 735 und 2012 waren es bislang 734, darunter ein Handelsskandal bei der größten US-Bank JP Morgan. Dieser ließ den Ruf nach einer härteren Regulierung von Kreditinstituten jedoch wieder laut werden.

In einem Zivilverfahren, das die US-Börsenaufsicht SEC gegen Goldman Sachs eingeleitet hatte, war es vor zwei Jahren zu einem Vergleich gekommen. Damals hatte die Bank 550 Millionen Dollar gezahlt, ohne eine Schuld anzuerkennen. Ähnliche millionenschwere Vergleiche schloss die SEC erst jüngst mit den Großbanken JP Morgan und Credit Suisse.

„Sie hat die SEC gerettet“, zollte einer ihrer Vorgänger, Arthur Levitt, Schapiro Respekt. Bei ihrer Amtsübernahme habe die Behörde kurz vor dem Aus gestanden. Die SEC sei stärker und das amerikanische Finanzsystem sicherer, sagte US-Präsident Barack Obama im Dezember.

Kommentare (4)

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kuac

02.04.2013, 19:20 Uhr

"Damit arbeitet sie künftig für jene Spieler von der Wall Street, die sie früher überwacht hat"
----Was soll man dazu sagen. Es knallen die Champagner-Korken in bestimmten Kreisen. Die Hunde werden bellen, aber die Karawane zieht weiter.

Moika

02.04.2013, 21:50 Uhr

Na ja, dann kann sie wenigstens noch ein paar Jahre an der Aufbesserung ihrer Rente arbeiten.

merlot-56

02.04.2013, 22:13 Uhr

Welch ein Schmutz. Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen könnte.

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