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22.07.2013

16:46 Uhr

McDonald's

Der Hunger auf Burger stagniert

VonMartin Dowideit

Die Mindestlohndebatte könnte in den USA am Beispiel McDonald's aufflammen. Denn der Konzern hat sich im Umgang mit Arbeitern ungeschickt verhalten. Die Geschäftszahlen sind auch nicht rosig – nicht nur in Deutschland.

McDonald's gibt Tipps für Geringverdiener: Zwei Dollar Überschuss pro Tag. Screenshot

McDonald's gibt Tipps für Geringverdiener: Zwei Dollar Überschuss pro Tag.

DüsseldorfEs ist eine Diskussion, die McDonald's nicht gefällt. Gleich zwei Vorfälle haben auf dem wichtigen amerikanischen Heimatmarkt die Diskussion über das Lohnniveau bei der Schnellrestaurant-Kette aufflammen lassen. Bürgerrechtsbewegungen feiern eine Steilvorlage des Großkonzerns, um ihre Forderungen nach höheren Gehältern voranzutreiben.

Dabei kämpft der Konzern eigentlich mit anderen Problemen: Die Kunden kommen nicht so zahlreich und sind nicht so ausgabefreudig. Weltweit kletterte der Umsatz in den vergangenen drei Monate zwar um zwei Prozent auf umgerechnet 5,3 Milliarden Euro. Doch in den USA verläuft das Geschäft schleppend. Im ersten Halbjahr stagnierte der Umsatz – und ging damit unter Berücksichtigung der Inflation real sogar zurück.

Die Aufregung um eine vergangene Woche kursierende Broschüre kommt für McDonald's in den USA daher ungelegen. Darin erklärt das Unternehmen Geringverdienern, wie sie mit ihrem Salär über die Runden kommen können. Dumm nur: In der ersten Version des Haushaltsplans berücksichtigte das Papier etwa keine Heizkosten. Im betrachteten Fallbeispiel wird zudem das Einkommen eines Angestellten zur Basis genommen, der gleich zwei Jobs hat, um durchzukommen. Im Durchschnitt verdient er 12,88 Dollar die Stunde. Der tatsächliche Durchschnittslohn laut US-Arbeitsstatistik bei Burger-Ketten beträgt aber nur 9,03 Dollar.

Die zehn größten Gastronomiebetriebe Deutschlands

Platz 10

Aral

Die Tankstellenkette erzielte laut Deutschem Fachverlag im Jahr 2012 einen Umsatz von 175,8 Millionen Euro mit seinen „Petit Bistro“-Verkaufsstellen in 1084 Tankstellen. Damit gab es Stagnation im Vergleich zum Vorjahr.

Platz 9

Ikea

Vom Skandal um Pferdefleisch in den beliebten Hackfleischbällchen „Köttbullar“ war im vergangenen Jahr noch nicht die Rede. Die Restaurants in den 46 Ikea-Möbelhäusern konnten 1012 einen Umsatz von 179 Millionen Euro verbuchen, ein Plus von etwa 2,5 Prozent.

Platz 8

SSP Deutschland

Der Betreiber von Restaurants und Geschäften in Bahnhöfen und Flughäfen musste einen leichten Umsatzrückgang um drei Millionen auf 182 Millionen Euro verkraften.

Platz 7

Subway

Die Zahl der Filialen der Sandwich-Kette ging zwar leicht um 12 auf 600 zurück im Jahr 2012. Doch der Umsatz konnte geschätzt um zehn auf 185 Millionen Euro zulegen.

Platz 6

Yum Restaurants

In China kämpft der Yum-Konzern mit Umsatzrückgängen bei seiner Marke Kentucky Fried Chicken, nachdem Nachrichten über minderwertiges Hühnerfleisch die Runde gemacht hatten. Auch die Pizza-Hut-Kette und Taco Bells gehören zum Unternehmen. In Deutschland baute Yum die Zahl der Filialen im Jahr 2012 um 16 auf 157 aus und steigerte den Umsatz um mehr als zehn Prozent auf 199 Millionen Euro. Das reichte für Rang 6 statt Rang 7 im Vorjahr.

Platz 5

Nordsee

Unter den größten fünf Unternehmen gab es keine Veränderung. Die Nordsee-Fischrestaurants machten 291 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2012 ein Rückgang um zehn Millionen Euro. Auch die Zahl der Filialen ging zurück auf 336 Restaurants (Vorjahr: 345).

Platz 4

Autobahn Tank & Rast

Insgesamt 392 Raststätten an Autobahnen betreibt das Unternehmen. Der Umsatz belief sich 2012 geschätzt auf 599 Millionen Euro. Damit gelang nur ein minimales Plus.

Platz 3

LSG Lufthansa Service

Der Caterer der Fluggesellschaft Lufthansa steigert den Umsatz um etwas mehr als zwei Prozent auf 730 Millionen Euro.

Platz 2

Burger King

Die Fast-Food-Kette hat 700 Restaurants (Vorjahr: 696) und legte 2012 geschätzt beim Umsatz um etwas mehr als fünf Prozent auf 833 Millionen Euro zu. Das reichte nicht, um sich näher an den Erzrivalen heranzupirschen …

Platz 1

McDonald’s

… der unangefochten auf Rang 1 liegt. Mit 1440 Restaurants setzt McDonald’s 3,25 Milliarden Euro um und wuchs prozentual zwar langsamer als Burger King. Doch absolut legte der Umsatz um 52 Millionen Euro zu. Allerdings sackte die Zahl der Gäste unter die 2011 noch geknackte Marke von eine Milliarde.

In einem anderen Fall wird McDonald's derzeit von einer Mitarbeiterin verklagt, weil ihr der Lohn statt per Überweisung oder Check auf einer aufladbaren Geldkarte ausgezahlt wurde. Das Problem: die Karte ist eine Gebührenfalle. So werden nicht nur nach sechs Wochen Nichtbenutzung sieben Dollar fällig, bei einer Bargeldabhebung sind es etwa 1,75 Dollar – im Monat kommen so Ausgaben von durchaus 40 bis 50 Dollar für eine Zahlkarte zusammen. Das ist happig bei einem Lohn von teils unter 10 Dollar die Stunde.

Nach einer öffentlichen Empörungswelle zahlt der Betreiber der betreffenden Filialen nur noch solchen Mitarbeitern den Lohn auf einer Karte aus, die sich freiwillig dafür entschieden. Insgesamt sollen 800 Beschäftigte mehrere Restaurants betroffen gewesen sein.

Beide Fälle sind Wasser auf die Mühlen derjenigen, die für einen höheren Mindestlohn demonstrieren und bessere Bezahlungen in Schnellrestaurants kämpfen. Im Frühjahr demonstrierten Beschäftigte verschiedener Kette in mehreren US-Großstädten und forderten 15 Dollar die Stunde Bezahlung. Derzeit gilt ein Mindestlohn von 7,25 Dollar in den USA, der jedoch nur etwas mehr als einem Drittel des landesweiten Durchschnittslohns entspricht.

Kommentare (25)

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Account gelöscht!

22.07.2013, 16:52 Uhr

Die lassen sich auch nichts mehr einfallen...ALLES was ich dort in der Produktpalette sehe in den vergangenen 10 JAhren, ist die immer gleiche Gülle anders verpackt und maximal irgendein anderes Ketchup oder sonstwas drauf... Beim Eis und Co, genau das selbe Spiel obwohl McDonalds zig Möglichkeiten hätte auf sich aufmerksam zu machen und in diverse Ideen zu investieren die mehr als gut ankommen würden.

Tja....erinnert mich ein bisschen an Microsoft... Pech gehabt.

Lutz

22.07.2013, 17:44 Uhr

Bei hohen Temperaturen stagniert der Burgerabsatz eh immer, da durch die Schweißtropfen der Mitarbeiter die Burger noch pampiger schmecken als sonst.

Gesunde-Vollwertkost

22.07.2013, 17:45 Uhr

Immer mehr Menschen erkennen, wie überteuert und bei Dauerernährung gesundheitsschädlich dieses Fastfoodessen ist. Meiner Meinung nach geht der Zeitgeist eindeutig wieder zum Selberkochen von gesunden Lebensmitteln. Fastfood macht regelmäßig genossen müde, träge und dick.
Ich spreche da aus eigener Erfahrung!
Seit ich Burgerking und McDonalds meide, mich für weniger Geldausgaben hochwertiger selbst bekoche, verspüre ich keine Müdigkeit, Trägheit und kein Völlegefühl mehr. 3x Fleisch Huhn/Rind, kein Schwein (3x 100gr. abgewogene Rohware hoher Qualität), 2 x 125 gr. Fisch (Lachs, Seelachs) und 2x Vegetarisch die Woche, dazu täglich zwei Hände voll Obst, und Gemüse und als Getränk nur noch Mineralwasser. Auf Wurstwaren verzichte ich mittlerweile komplett, nehme dafür Kräuterquark und max. 2 Scheiben guten Bio-Käse als Brotbelag (2 Scheiben Vollkornbrot täglich). Dazu frischer, bunter Salat soviel das Herz begehrt. Angemacht mit hochwertigem, nativen Oliven- und Leinöl. Diese Ernährung kostet im Grunde weniger, als wenn ich drei- bis viermal die Woche ein großes Fastfoodmenü esse. Von der Lebensqualitätssteigerung und Gewichtsabnahme, wenn ich dabei Süßigkeiten, Schweinefleisch, Limonaden, vor allem Cola weglasse, ganz zu schweigen. Für mich hat sich Fastfood endgültig erledigt und meine Gesundheit, Psyche und Lebensqualität hat sich durch den Verzicht massiv verbessert. Regelmäßiger Verzehr von Fastfood ist teuer und auf Dauer definitiv ungesund (Typ 2 Diabetes, Herz- Kreislaufkrankheiten, Übergewicht, Bluthochdruck). Weitere Infos hier: http://www.youtube.com/watch?v=nFvaJ-Nz2D8

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