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26.01.2016

19:11 Uhr

Media-Saturn

Kellerhals entfacht neuen Führungsstreit

Seit Jahren liefern sie sich einen Machtkampf um Europas größte Elektronikhandelskette Media-Saturn: Minderheitseigner Erich Kellerhals und Mehrheitseigner Metro. Milliardär Kellerhals sorgt nun erneut für Streit.

Im Machtkampf um den Elektronikhändler Media-Saturn verschärft Firmengründer Erich Kellerhals den Ton. dpa

Media-Saturn

Im Machtkampf um den Elektronikhändler Media-Saturn verschärft Firmengründer Erich Kellerhals den Ton.

DüsseldorfBei Europas größter Elektronikhandelskette Media-Saturn gibt es einen erneuten Streit um das Führungspersonal. Über seine Investmentgesellschaft Convergenta legte Minderheitseigner Erich Kellerhals am Dienstag Media-Saturn-Finanzchef Oliver Seidl und dem bisherigen Einkaufschef Klaus-Peter Voigt nahe, das Unternehmen zu verlassen. Mehrheitseigner Metro erklärte dagegen, das Vorgehen der Convergenta sei nicht nachvollziehbar.

Bei Media-Saturn hatte es bereits Umstellungen im Vorstand gegeben: Voigt gehört dem Gremium nicht mehr an und ist nun als Executive Vice President (EVP) tätig. Der bisherige Personalchef Ralph Spangenberg verlässt die Kette. „Media-Saturn respektiert und bedauert die Entscheidung von Ralph Spangenberg“, sagte eine Media-Saturn-Sprecherin.

Kellerhals' Investmentgesellschaft Convergenta teilte nun weiter mit, sie lege „den Herren Voigt und Seidl nahe, dem ehrenhaften Beispiel von Herrn Spangenberg zu folgen“. Den Managern sei in der Gesellschafterversammlung die Weiterbeschäftigung untersagt worden.

Media-Saturn wollte die Aussagen nicht kommentieren, die Sprecherin sagte, sie verweise im Fall Seidl auf die Gesellschafter. Metro betonte, Seidl sei unbefristet bestellt worden. Es gebe keine Entscheidung zu seiner Abberufung.

Die beiden Anteilseigner liefern sich seit Jahren einen erbitterten Machtkampf um das Sagen bei Media-Saturn. Der Milliardär hält zwar nur eine Minderheitsbeteiligung von 21,62 Prozent an Media-Saturn – die restlichen Anteile liegen bei der Metro – , verfügt aber über umfassende Veto-Rechte.

Kellerhals hatte in der Vergangenheit auch immer wieder versucht, Media-Saturn-Chef Pieter Haas aus dem Amt zu drängen. Er sieht den Manager als verlängerten Arm der Metro, denn Haas ist zugleich auch Vorstandsmitglied bei dem Düsseldorfer Handelsriesen.

Haas übernimmt nach dem Ausscheiden Spangenbergs nun im Vorstand das Personal-Ressort, ein neuer Personalchef soll unterhalb des Führungsgremiums installiert werden.

Kellerhals hatte sich zudem jüngst für eine Kapitalerhöhung um 115 Millionen Euro auf dann 150 Millionen Euro bei Media-Saturn stark gemacht. Andernfalls fürchte Convergenta eine Schieflage, hatte Geschäftsführer Ralph Becker der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Metro hatte dagegen betont, der Konzern sehe keine Notwendigkeit für eine Geldspritze.

Von

rtr

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