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13.09.2013

16:47 Uhr

Medienbericht

Autozulieferer Schaeffler sucht nach neuem Chef

Der Vertrag von Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger wird offenbar nicht verlängert. Über eine Nachfolge ist laut einem Medienbericht bisher noch nicht entschieden. Familienaktionärin Schaeffler wolle Klarheit.

Maria-Elisabeth Schaeffler mit Jürgen Geißinger: Der Chef des Autozulieferers erhält offenbar keinen neuen Vertrag. dpa

Maria-Elisabeth Schaeffler mit Jürgen Geißinger: Der Chef des Autozulieferers erhält offenbar keinen neuen Vertrag.

HamburgDer fränkische Autozulieferer und Conti Großaktionär Schaeffler sucht sich einem Magazinbericht zufolge einen neuen Chef. Der Vertrag des jetzigen Chefs Jürgen Geißinger, der Ende nächsten Jahres auslaufe, solle nicht verlängert werden, berichtete das „Manager Magazin online“ am Freitag unter Berufung auf Konzernkreise.

Ein Schaeffler-Sprecher entgegnete, Vertragsverhandlungen seien momentan überhaupt kein Thema. Geißingers Vertrag laufe bis Ende 2014 und sei derzeit kein Gegenstand von Verhandlungen. Der Manager steht seit 15 Jahren an der Spitze von Schaeffler.

Im Umfeld des Schaeffler-Aufsichtsrats war unterdessen von einer „unausgegorenen Meldung“ die Rede. „Dass da darüber gesprochen worden ist, kann ich nicht bestätigen“, hieß es.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Dem Magazin zufolge ist über eine Nachfolge des 54-Jährigen noch nicht entschieden. Der Aufsichtsrat habe die Personalie zwar noch nicht abgesegnet, heiße es in Konzernkreisen. Aber insbesondere Familienaktionärin Maria-Elisabeth Schaeffler wolle jetzt Klarheit schaffen. Die Familie Schaeffler ist Alleineigentümer des Unternehmens.

Unter Geißingers Führung hatte Schaeffler vor einigen Jahren versucht, sich den größeren Zulieferer Conti einzuverleiben, hatte sich an den dabei aufgenommenen Schulden aber fast verhoben. Seither gilt Geißinger intern als angezählt. Schaeffler hält immer noch knapp 50 Prozent der Conti-Anteile.

Den Ausschlag gegen eine Vertragsverlängerung habe jetzt gegeben, dass Geißinger für Maria-Elisabeth Schaeffler „kein Mann der Zukunft“ schreibt das Magazin unter Bezug auf die Konzernkreise. Insbesondere mit seinem autoritären Stil sei Geißinger immer wieder angeeckt. Einige Vorstandskollegen bei Schaeffler seien genau so wenig mit ihrem Chef klar gekommen wie die Conti-Spitze um den Hannoveraner Konzernchef Elmar Degenhart, heißt es in dem Bericht weiter.

Nach schwierigen Zeiten sieht sich das Unternehmen seit geraumer Zeit wieder auf Kurs. Für das laufende Geschäftsjahr 2013 hatte der Autozulieferer Ende August seine Umsatzerwartungen nach einer Auftragsflaute im Industriegeschäft etwas zurückgeschraubt. Der fränkische Wälzlager-Hersteller rechnet jetzt nur noch mit einem zweiprozentigen Umsatzwachstum bis zum Jahresende nach ursprünglich erwarteten vier Prozent plus. Der Umsatz dürfte damit in diesem Jahr bei etwa 11,35 Milliarden Euro liegen. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern hält Schaeffler dagegen an seiner Prognose von rund 1,47 Milliarden Euro fest.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

13.09.2013, 16:56 Uhr

Mal abwarten. Familienunternehmen wie Schäffler haben es nicht nötig, ihren Chef per Presse zu destabilisieren - im Gegensatz zu Hauen-und-Stechen-AGs wie Siemens (wo kein Chef nennenswert mit SEINEM Geld drinhängt).

Könnte damit große Ente werden wie bei Hr. Dr. Piech.

Account gelöscht!

13.09.2013, 17:04 Uhr

Ich stehe gern bereit :-D

ELG

13.09.2013, 17:38 Uhr

"...im Gegensatz zu Hauen-und-Stechen-AGs wie Siemens..."
Mein lieber Scholli, da weisst Du aber wenig, gar nix über diese Firma.

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