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01.12.2013

11:52 Uhr

Medienbericht

Karstadt findet neue Chefin bei Ikea

Eva-Lotta Sjöstedt soll Andrew Jennings ablösen und Vorstandschefin beim angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt werden. Was noch fehlt ist das Okay des Aufsichtsrats – er muss der Berufung der Ikea-Managerin zustimmen.

Karstadt-Filiale: Ab dem kommenden Jahr soll Eva-Lotta Sjöstedt den Warenhauskonzern führen. dpa

Karstadt-Filiale: Ab dem kommenden Jahr soll Eva-Lotta Sjöstedt den Warenhauskonzern führen.

EssenDie langjährige Ikea-Managerin Eva-Lotta Sjöstedt soll zum Januar Karstadt-Chef Andrew Jennings ablösen, dessen Vertrag am Jahresende ausläuft. Der Aufsichtsrat müsse auf seiner nächsten Sitzung Anfang Dezember der Nominierung noch zustimmen, berichtete "Der Spiegel" am Sonntag vorab unter Berufung auf Informationen aus der Essener Konzernzentrale. Zuvor hätten monatelang verschiedene Kandidaten dem krisengeschüttelten Warenhauskonzern abgesagt. Von Karstadt war am Sonntag keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Schwedin Sjöstedt hatte dem Bericht zufolge in den vergangenen zehn Jahren diverse Management-Posten bei dem Möbelkonzern inne, unter anderem in Japan und den Niederlanden. Zuletzt war sie für die globale Entwicklung des Multi-Channel-Geschäfts von Ikea zuständig, also für die Kombination aus Online- und Filialhandel.

Karstadts Krisen-Chronik (Teil 1)

Keine Wende

Mit seinem früheren Mutterkonzern Arcandor war Karstadt 2009 in die Insolvenz gerutscht. Im Juni 2010 stieg Investor Nicolas Berggruen ein. Von seinem Einspringen wurde die Wende erhofft. Die Chronik der Krise.

1. September 2009

Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

1. Dezember

Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.

15. März 2010

Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.

1. Juni

Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.

7. Juni

Die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Berggruen Holding erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag zur Übernahme. Einen Tag später unterschreibt Berggruen den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert vom Karstadt-Standortvermieter Highstreet deutliche Mietsenkungen.

14. Juni

Eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

26. August

Berggruen hat sich mit der Essener Valovis-Bank geeinigt. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.

2. September

Die Highstreet-Gläubiger stimmen den von Investor Berggruen geforderten Mietsenkungen zu.

30. September

Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

Karstadt-Chef Andrew Jennings scheidet zum Jahresende aus dem Amt. Er hatte dem Warenhausriesen bescheinigt, bei der Sanierung noch nicht über den Berg zu sein.

Die deutsche Kaufhauskette lag bis September in den Händen des US-deutschen Investors Nicolas Berggruen, der Karstadt 2010 aus der Insolvenz des Handelskonzerns Arcandor – früher KarstadtQuelle – übernommen hatte. Dann kündigte der österreichische Investor René Benko an, mit seiner Firma Signa Holding 75,1 Prozent der Anteile an den Karstadt-Luxusfilialen und Sporthäusern zu übernehmen.

Laut eines Berichts des „Manager Magazins“ von Ende November sollen jeweils 37,55 Prozent der Anteile an beiden Gesellschaften nun wiederum in die Hände des israelischen Diamantenhändlers und Multimilliardärs Beny Steinmetz übergehen.

Kommentare (1)

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Pensionaer

01.12.2013, 13:25 Uhr

Es war also kein einziger deutscher Manager bereit seinen Namen in diesem maroden Unternehmen zu verbrennen. Womit diese Dame sich nunmehr qualifiziert ist mir nicht bekannt. Sie wird sich nahtlos in die Reihe ihrer nicht gerade erfolgreichen Vorgänger einordnen. Letztlich wird sie als "Abwicklerin" in die Geschichte eingehen.

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