Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.02.2013

14:18 Uhr

Medienbericht

Neuer Tui-Chef schrumpft die Zentrale

Noch vor der Amtsübernahme setzt der künftige Tui-Chef erste Akzente. Auf der Hauptversammlung übernimmt er den Chefsessel von Europas größtem Reisekonzern. Einem Bericht plant er bereits eine Kürzungen in der Zentrale.

Der zukünftige Vorstandsvorsitzende von Tui, Friedrich Joussen. dpa

Der zukünftige Vorstandsvorsitzende von Tui, Friedrich Joussen.

HannoverEuropas größter Reisekonzern Tui will seine Konzernzentrale nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ/Dienstag) unter neuer Führung verkleinern. Der an diesem Mittwoch als Nachfolger von Michael Frenzel (65) antretende neue Vorstandschef Friedrich Joussen (49) will demnach von den 180 Stellen mindestens ein Drittel abbauen.

Vom Unternehmen selbst gab es dazu auf Anfrage keinen Kommentar. Bei der Tui steht am Mittwoch am Ende der Hauptversammlung in Hannover die Stabübergabe von Frenzel an Joussen an. Frenzel hat das Unternehmen 19 Jahre geleitet und gilt damit als einer der dienstältesten deutschen Industriekapitäne.

Welche Nation ist Reiseweltmeister?

Platz 10

Italien: Die Italiener, selbst mit einem wunderschönen Land gesegnet, gaben im Jahr 2012 über 20 Milliarden US-Dollar für Reisen ins Ausland aus.

(Quelle: UNWTO, Commerzbank Research)

Platz 9

Australien: Die Australier sind reisesüchtig. Man trifft sie an allen touristischen Hotspots der Welt. Entsprechend hoch sind ihre Ausgaben für Reisen ins Ausland - 2012 betrugen diese über 25 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Japan: Die Bewohner des Inselstaates gaben im vergangenen Jahr knapp unter 30 Milliarden US-Dollar bei Auslandsreisen aus. Sie bevorzugen Ziele in China, Südkorea oder den USA.

Platz 7

Kanada: Auch die Kanadier sind reisefreudig. Sie gaben im Jahr 2012 geschätzte 33 Milliarden US-Dollar dafür aus. Sie mögen besonders gerne europäische Städte: Paris und London zum Beispiel.

Platz 6

Russland: Die Russen gaben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden US-Dollar bei ihren Reisen ins Ausland aus. Ein besonders beliebtes Reiseziel für betuchte Gäste aus Sankt Petersburg und Moskau: Die Mittelmeerinsel Zypern.

Platz 5

Die Franzosen gaben im Jahr 2012 knapp 40 Milliarden US-Dollar für Reisen aus.

Platz 4

England: Die Touristen aus den britischen Inseln reisen gerne nach Südeuropa - dahin, wo die Sonne den ganzen Tag scheint und das Essen schmeckt. Für ihre Reiseaufenthalte gaben die Briten im Jahr 2012 über 50 Milliarden US-Dollar aus.

Platz 3

BRD: Deutschland, lange Jahre der Reiseweltmeister, rutscht vom Thron auf Platz drei ab. Die Ausgaben betrugen das Jahr 2012 geschätzt 82 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Amerika: Die US-Amerikaner bleiben freudige Fernreisende. Egal, ob in der Welt oder im eigenen Land, wo sie auf faszinierende Ziele wie den Grand Canyon treffen. Ihre Ausgaben für Tourismus & Co lagen im Jahr 2012 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

China: Die Touristen aus dem Reich der Mitte haben nicht nur die Deutschen vom Thron der Vielreisenden geschubst, sondern sie geben auch das meiste Geld bei ihren Reisen aus. Schätzungen zufolge betrugen die Urlaubsausgaben der Chinesen im Jahr 2012 über 90 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu. Die Chinesen sind damit Reiseweltmeister.

Die Unternehmen, die unmittelbar mit chinesischen Touristen zu tun haben, stellen sich auf den Ansturm aus Asien ein. Zum Beispiel am Frankfurter Flughafen: Dort sprechen einzelne Mitarbeiter in Duty-Free-Shops mittlerweile Mandarin.

Der künftige Tui-Vorstandschef hatte bereits eine Bestandsaufnahme in Aussicht gestellt und will den Mitarbeitern nach diesen Angaben am Donnerstag erste Hinweise auf seinen künftigen Führungsstil geben. Die HAZ berichtet unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Schreiben an die Belegschaft, der ehemalige Vodafone-Deutschland-Chef Joussen wolle die Tui „kosteneffizienter und kapitaleffektiver“ machen.

Im laufenden Geschäftsjahr 2012/2013 soll der Umsatz des Konzerns mit seinen 73.800 Mitarbeitern leicht steigen, hatte die Tui Ende vergangenen Jahres auf der Bilanz-Pressekonferenz in Hannover bekanntgegeben. Das operative Ergebnis (bereinigtes EBITA) soll an das hohe Niveau des Vorjahres anknüpfen - vorausgesetzt, die Kunden in den wichtigsten Märkten buchen weiter eifrig Reisen. Auch das Konzernergebnis soll positiv ausfallen. Es lag 2011/2012 bei 141,9 Millionen Euro, nach 118,2 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Deutschlands größte Reiseveranstalter

Platz 7

Schauinsland Reisen - 701 Millionen Euro Umsatz (Stand: 2012)

Die Duisburger haben sich von einem Transportunternehmen zu einem der größten Reiseunternehmer gemausert. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 220 Mitarbeiter.

Platz 6

Aida Cruises - 1,1 Milliarden Euro Umsatz

Der Kreuzfahrtkonzern ist nicht nur der größte Arbeitgeber Mecklenburg-Vorpommerns, sondern auch einer der größten deutschen Reisekonzern. Zur Flotte des Unternehmens gehören derzeit zehn Kreuzfahrtschiffe.

Platz 5

Alltours - 1,4 Milliarden Euro Umsatz

Aus einem kleinen Reisebüro in Kleve hat Willi Verhuven einen der größten deutschen Reisekonzerne geformt. Heute sitzt die Firma in Duisburg.

Platz 4

FTI - 1,62 Milliarden Euro Umsatz

Als das Unternehmen in München gegründet wurde, konzentrierte es sich auf Reisen in den Mittelmeerraum. Inzwischen stehen über 80 Länder im FTI-Katalog.

Platz 3

Rewe-Touristik - 3,18 Milliarden Euro Umsatz

Jahn Reisen, Tjaereborg und Meier's Weltreisen - so heißen die großen Marken, die zum Rewe-Konzern gehören. Gemeinsam erwirtschaften Sie einen großen Teil des Umsatzes des Handelskonzerns.

Platz 2

Thomas Cook - 3,2 Milliarden Euro Umsatz

Durch Condor gehört das Reiseunternehmen aus London auch in Deutschland zu den größten Reiseveranstaltern.

Platz 1

Tui Deutschland - 4,47 Milliarden Euro Umsatz

Kein Touristikkonzern ist breiter aufgestellt als die Tui. Allein in Europa betreiben die Hannoveraner 3500 Reisebüros.

Dabei rechnet Tui allerdings diejenigen Gewinnanteile mit ein, die auf die Minderheitsaktionäre von Tui Travel und den Hotelbeteiligungen, vor allem bei den Riu-Hotels, entfallen. Joussen signalisierte bereits, dass er diese komplizierte Struktur vereinfachen will und den Mutterkonzern mit der börsennotierten britischen Tochter Tui Travel verschmelzen will. Entstanden war sie 2007 aus der Fusion der Tui-Reiseveranstalter und des britischen Konkurrenten First Choice - die hannoversche Tui AG hält an der Tochter 56 Prozent der Anteile.

Joussen betont nach den Angaben, zwar kämen die Dividenden bei der Tui an, doch bleibe den eigenen Aktionären davon kaum etwas übrig. „Mit anderen Worten: In der Holding wird Geld vernichtet“, schreibt er nach HAZ-Angaben in der Mitteilung an die Belegschaft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/2012 (bis Ende September) hatte die Tui AG unterm Strich 15 Millionen Euro verloren, obwohl das Geschäft mit dem Urlaub so viel Gewinn abwarf wie nie zuvor.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×