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03.05.2013

14:56 Uhr

Medienbericht

Solarbranche darf auf Strafzölle für China-Importe hoffen

Gute Nachrichten für die kriselnde Solarindustrie: Die EU reagiert offenbar auf die Beschwerde, chinesische Firmen würden Produkte zu Billigpreisen verkaufen, und plant saftige Strafzölle.

Die EU will offenbar Strafzölle auf chinesische Solarprodukte erheben – und so europäische Wettbewerber wie Solarworld schützen. dapd

Die EU will offenbar Strafzölle auf chinesische Solarprodukte erheben – und so europäische Wettbewerber wie Solarworld schützen.

Brüssel/DüsseldorfDer krisengeschüttelten Solarindustrie in Europa winkt im Kampf gegen Billigimporte aus China Schützenhilfe aus Brüssel. Insider-Informationen zufolge sollen ab Anfang Juni Strafzölle auf Solarmodule aus dem Reich der Mitte erhoben werden. EU-Handelskommissar Karel de Gucht werde dies kommenden Mittwoch in der Kommission vorschlagen, erfuhr Reuters von mit dem Vorgang vertrauten Personen. „De Gucht ist bereit. Für die Kommission ist es ein klarer Fall.“ Diplomaten zufolge könnten die vorläufigen Zölle ab 6. Juni in Kraft treten. Sie könnten dann wie in den USA bei 30 Prozent liegen – für einzelne Unternehmen aber auch darüber, wie Reuters von einem weiteren Insider erfuhr.

Im erbitterten Preiskampf mit der Konkurrenz aus China hatten europäische Solarfirmen um die angeschlagene Bonner Solarworld Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Der Protest der Initiative EU ProSun richtet sich gegen staatliche Beihilfen für Solarfirmen in China. Die Vereinigung wirft chinesischen Firmen vor, Produkte zu Schleuderpreisen auf den Markt zu werfen. China weist die Vorwürfe strikt zurück.

Die USA legten im Streit der Solarindustrie über Billigimporte aus China bereits im vergangenen Jahr gepfefferte Strafzölle fest. Seitdem hat sich in Europa der Preisverfall allerdings fortgesetzt und zahlreiche Firmen an den Rand des Ruins getrieben wie zuletzt Solarworld oder die kleinere Centrosolar. Viele mussten bereits Insolvenz anmelden. Dazu gehören Solon, Centrotherm, Q-Cells , Sovello, Solarhybrid und Odersun. Allerdings ächzen auch chinesische Hersteller unter dem Preisverfall und schreiben durchweg rote Zahlen wie etwa Trina Solar oder Yingli. Der einstige Solarriese Suntech ist pleite und auch der Großaktionär der Konstanzer Sunways, LDK Solar, ringt um sein Überleben.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

03.05.2013, 15:31 Uhr

Europäische rot-grüne Planwirtschaft im Netz der staatlich dirigierten chinesischen Wirtschaft. Eine tolle Kombination. Die Chinesen werden sich zu wehren wissen, und sie sitzen am längeren Hebel...

CIVIS

03.05.2013, 17:54 Uhr

Rettung der Sonnenkönige, vermutlich wie immer zu Lasten der einfachen Bürger und Stromkunden. Die Strompreise steigen in der Zwischenzeit ins uferlose.

Wo wurde denn PV-Strom auf der Welt extremer gefördert als in Deutschland? Zu den Profiteuren gehören u.a. diese Sonnenkönige. Die Zeche bezahlen die Verbraucher.

Jetzt jammert man, weil die Chinesen Qualität zu günstigen Preisen liefern. Man hat Milliarden kassiert und hat sich unter der Subventionssonne ausgeruht. Das EEG wurde missbraucht zur Solarindustrie- und Regionalförderung. Selbst der Missbrauch ist gescheitert.

Die Sonne scheint in unseren Breiten im Schnitt gerade mal zu einem Drittel der Zeit und das nicht bedarfsgerecht. Das ist Milliardenverschwendung ein einmaliger Irrsinn in der Geschichte der Stromgewinnung. Der Überschuss vom Augustsonntag nützt nichts für die Weihnachtsgans. Das ist der wahre Grund für den Niedergang. Der helle Wahnsinn wird allerdings ungebremst, vermutlich bis zum bitteren Ende fortgesetzt:
http://goo.gl/Gx1eV
Mal sehen wen dieser "Zoll"-Bumerang beim Rückflug trifft.

vandale

04.05.2013, 07:07 Uhr

Nicht unbedingt...allerdings kommen nicht alle der umweltschädlichen Solarmodule aus China. Ein Teil kommt auch aus Taiwan und anderen asiatischen Ländern.

Insofern wird der Strick um den Hals der hiesigen Sonnenkönige nicht verschwinden.

Vandale

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