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24.08.2013

02:03 Uhr

Medienberichte

US-Börsenbranche soll vor neuer Großfusion stehen

Die US-Börsenbranche steht Medienberichten zufolge vor einer neuen Großfusion. Demnach soll sich Bats Global Markets mit Direct Edge zusammenschließen - die beiden Börsen würden damit dicht an Nyse Euronext aufrücken.

Börsengroßfusion: Nach Angaben des "Wall Street Journal" planen Bats Global Markets und Direct Edge einen Zusammenschluss. dpa

Börsengroßfusion: Nach Angaben des "Wall Street Journal" planen Bats Global Markets und Direct Edge einen Zusammenschluss.

New YorkIn den USA bahnt sich einem Zeitungsbericht zufolge eine neue Börsengroßfusion an. Bats Global Markets wolle sich mit dem kleineren Rivalen Direct Edge zum zweitgrößten Handelsplatzbetreiber in den USA hinter der Nyse Euronext gemessen am Umsatzvolumen zusammenschließen, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Die Verhandlungen der bisherigen Nummer drei und Nummer vier der US-Branche seien bereits weit fortgeschritten. Ein Abschluss könne schon in wenigen Tagen verkündet werden. Zum Preis wurden keine Angaben gemacht.

Börsenfusionen

Nicht immer erfolgreich

Der Wettbewerb im Börsenhandel ist hart. Alternative Aktienhandelsplattformen, meist gegründet von Investmentbanken, machen den klassischen Börsen das Leben schwer. Die relativ hohen Kosten zwingen die etablierten Betreiber zu Zusammenschlüssen. Doch nicht alle Fusionspläne glücken.

Paris/Amsterdam

Die Aktien- und Derivatemärkte von Paris, Amsterdam und Brüssel schließen sich im Jahr 2000 zur europäischen Mehrländerbörse Euronext zusammen. Später kommen Lissabon und die Londoner Terminbörse Liffe hinzu.

New York/Amsterdam

Euronext und die New Yorker Stock Exchange (NYSE) fusionieren 2007 zur transatlantischen Mega-Börse.

New York/Frankfurt

Die Fusion der Börsen von Frankfurt und New York scheitert im Februar 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter. Für Störfeuer sorgten zeitweise die Technologiebörse Nasdaq und die US-Rohstoffbörse Intercontinental-Exchange (ICE) mit einem rund elf Milliarden Dollar schweren feindlichen Übernahmeangebot für die NYSE/Euronext.

Singapur/Sydney

Die Börse Singapur (SGX) versuchte 2011, die australische Börse ASX zu schlucken. Dafür bot sie 8,4 Milliarden australische Dollar (damals 5,9 Mrd Euro). Der australische Finanzminister Wayne Swanch erklärte aber klar, das Angebot der Asiaten sei „nicht im nationalen Interesse“.

London/Frankfurt

Die Deutsche Börse versuchte mehrfach erfolglos, die London Stock Exchange (LSE) zu kaufen. Auch die Nasdaq bemühte sich mehr als einmal vergeblich um die Londoner.

London/Toronto

2011 mussten die LSE und die Börse Toronto (TMX) ihre Hochzeit abblasen. Eine Gruppe kanadischer Finanzfirmen war den Briten in die Parade gefahren und hatte ein eigenes Übernahmeangebot vorgelegt. Damit wollten die Kanadier verhindern, dass der wichtigste Finanzhandelsplatz des Landes in ausländische Hände fällt. Die größere Londoner LSE hätte in der Ehe die Übermacht gehabt.

Bats betreibt die elektronische Plattform Chi-X und gehört wie Direct Edge einem Konsortium aus Banken und Brokern. Die beiden Börsen machen den etablierten Anbietern mit neuer Technik für elektronischen Hochfrequenzhandel Konkurrenz.

Der New Yorker Marktbetreiber Nyse wird gerade für 8,2 Milliarden Dollar von der US-Derivatebörse IntercontinentalExchange (ICE) übernommen. Im Zuge dessen will die ICE die Euronext, die Aktienmärkte in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon betreibt, abspalten.

Von

rtr

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