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07.04.2015

20:47 Uhr

Meiste Urlauber aus Deutschland

Griechenland verzeichnet Touristen-Rekord

Die Krise im Land beeindruckt Griechenland-Urlauber offensichtlich wenig – 22 Millionen Touristen verzeichneten die Hellenen 2014. Die meisten Besucher kamen dabei erneut aus Deutschland.

Angeführt von den deutschen Urlaubern besuchten 2014 22 Millionen Urlauber Griechenland. dpa

Tourismusboom trotz Schuldenkrise

Angeführt von den deutschen Urlaubern besuchten 2014 22 Millionen Urlauber Griechenland.

AthenDie Touristen lassen sich von der Krise in Griechenland nicht mehr abschrecken: Wie die griechische Statistikbehörde Elstat am Dienstag mitteilte, haben im vergangenen Jahr 22 Millionen Touristen Griechenland besuchen. Im Vergleich zu 2013 sei die Zahl der ausländischen Besucher noch einmal um 23 Prozent gestiegen.

Aus Deutschland kamen laut Elstat rund elf Prozent der Besucher - mehr als aus jedem anderen Land. Insgesamt machten Touristen aus Europa und Russland mit gut 88 Prozent den Löwenanteil aus. Auf Platz zwei hinter den Deutschen landeten die Briten gefolgt von Bulgaren, Franzosen und Russen.

Die Reformliste der Griechen

Die Pläne

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur will die Regierungskoalition in Athen mit einem Mix aus Steuererhöhungen, Privatisierungen und Rückzahlungen von Steuersündern Geld in die leeren Staatskassen spülen. Die internationalen Geldgeber haben die Umsetzung konkreter Reformen zur Bedingung für die Auszahlung ausstehender Hilfsgelder gemacht.

Rentenreform

Zu den Plänen der griechischen Regierung gehört auch eine Rentenreform. Wichtigste Maßnahme: Arbeitnehmer sollen künftig erst im Alter von 67 Jahren in Rente gehen können. Eine Rente mit 62 Jahren soll es nur für jene geben, die mindestens 40 Jahre lang gearbeitet haben. Dieses Vorhaben gilt als besonders heikel, weil es zu den zentralen Wahlversprechen des Linksbündnisses zählte, dass die Renten nicht angetastet werden sollen.

Letzte Chance für Steuersünder

Zudem wollen die Steuerbehörden in den kommenden Tagen alle Griechen, die Schwarzgeld ins Ausland überwiesen haben, aufrufen, sich beim Finanzamt zu melden. „Wir wissen, wer sie sind, und geben ihnen eine letzte Chance, sich zu retten“, sagte ein hoher Beamter im Finanzministerium der Deutschen Presse-Agentur. In Athen liegen bereits die Listen Tausender Griechen vor, die in den vergangenen Jahren jeweils mehr als 100.000 Euro ins Ausland überwiesen haben.

Finanzielle Erleichterungen

In Athen liegen bereits die Listen Tausender Griechen vor, die in den vergangenen Jahren jeweils mehr als 100 000 Euro ins Ausland überwiesen haben. Bereits in der Nacht zum Samstag hatte das griechische Parlament erhebliche Erleichterungen für Personen und Unternehmen beschlossen, die mit ihren Steuern und Zahlungen an Sozialkassen im Rückstand sind. Steuerzahlern, die noch im März ihre Schulden begleichen, werden Bußgelder und Verzugszinsen erlassen. Auch sind zeitlich gestreckte Ratenzahlungen möglich.

So hoch sind die Ausstände

Athen hofft darauf, auf diese Weise bis zu 8,9 Milliarden Euro in die Kassen zu spülen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen bereits mehr als 100.000 Steuerzahler elektronisch bei den Steuerbehörden angemeldet haben, dass sie von dem neuen Gesetz Gebrauch machen wollen. Die tatsächlichen Außenstände sind allerdings viel höher: Laut Finanzministerium schulden rund 3,7 Millionen Griechen und 447.000 Unternehmen dem Staat etwa 76 Milliarden Euro.

Höhere Mehrwertsteuern

Darüber hinaus will Athen die Mehrwertsteuer für Touristeninseln in der Ägäis erhöhen - wie beispielsweise Mykonos und Santorin. Diese Pläne will Finanzminister Varoufakis aber offenbar doch nicht umsetzen. Auch für Hotels sollte die Mehrwertsteuer angehoben werden, ebenso wie die Steuern auf Tabakwaren und Alkohol. Unklar ist noch, wie die Regierung ihr Versprechen erfüllen will, die Reichen zur Kasse zu bitten.

In den zurückliegenden Jahren hatte der Tourismus in Griechenland stark unter der Finanzkrise gelitten. Berichte über die desolate Lage des Landes und Bilder von protestierenden und streikenden Griechen schreckten viele Besucher ab. 2012 hatte sich die Lage jedoch stabilisiert, 2013 wurde mit 18 Millionen Touristen sogar ein Rekord aufgestellt.

Die Tourismus-Branche ist für die griechische Wirtschaft enorm wichtig. Für dieses Jahr peilt die griechische Tourismusbranche mit 22,5 Besuchern und 2,5 Millionen Kreuzfahrtgästen einen weiteren Rekord an.

Von

afp

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