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05.06.2015

18:04 Uhr

Melinda Gates beim Kirchentag

Die Weltverbesserin

VonBenjamin Wagener

Melinda Gates glaubt fest daran, dass Geld die Welt zum Guten ändern kann. Auf dem Kirchentag verbreitet die mächtige Philanthropin Optimismus – und fordert, den Mächtigen beim G7-Gipfel eine neue Agenda zu diktieren.

„Ein Ende der Armut ist in Sicht, es ist aufregend zu sehen, dass dies wirklich gerade möglich wird“ dpa

Melinda Gates beim Kirchentag

„Ein Ende der Armut ist in Sicht, es ist aufregend zu sehen, dass dies wirklich gerade möglich wird“

StuttgartAuch wenn Melinda Gates am Freitag in der Stuttgarter Liederhalle keiner vorgestellt hätte, wenn sie einfach aufs Podium gegangen wäre und losgeredet hätte – schon nach wenigen Sätzen wäre klar gewesen, woher sie kommt. Der unbändige Optimismus Amerikas prägte jedes Wort der 50-Jährigen. Die Unternehmerin und Philanthropin lebt die Überzeugung, dass jeder sein Ziel erreichen kann - auch wenn das Ziel die Rettung der Welt ist.

„Ein Ende der Armut ist in Sicht, es ist aufregend zu sehen, dass dies wirklich gerade möglich wird“, sagte Gates bei einer Podiumsdiskussion auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart.

An der Rettung der Welt, daran arbeitet Melinda Gates seit 1999. In diesem Jahr gründete die gebürtige Texanerin mit ihrem Ehemann, dem Microsoft-Gründer Bill Gates, die „Bill & Melinda Gates Foundation“. Mit einem Vermögen von rund 43 Milliarden US-Dollar, das vor allem aus dem Privatvermögen des Ehepaars stammt, ist die Organisation an den Einlagen gemessen die mit Abstand größte Privatstiftung der Welt. Mittlerweile unterstützen Bill und Melinda Gates auf diese Weise Projekte in aller Welt jedes Jahr mit fast vier Milliarden US-Dollar.

Stiftungsgründerin auf dem Kirchentag : Die Welt verbessern mit Bill und Melinda Gates

Stiftungsgründerin auf dem Kirchentag

Premium Die Welt verbessern mit Bill und Melinda Gates

Die weltweit größte Stiftung, die „Bill & Melinda Gates foundation“, reagiert auf Kritik: In Zukunft sollen mehr Offenheit, weniger Bürokratie und eine engere Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft die Arbeit prägen. Ihre ehrgeizigen Ziele will die Stiftung aber nicht aufgeben.

Der Fokus der Stiftung liegt auf dem Aufbau von landwirtschaftlichen Entwicklungsprogrammen und der Verbesserung der Gesundheitsvorsorge. „Die wichtigste Sache, die wir in den vergangenen Jahren erreicht haben, war die Senkung der Kindersterblichkeit“, erzählt Gates im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Wir haben 500 Millionen Kinder geimpft – alles finanziert durch den Fonds, den wir zusammen mit unseren Partnern ins Leben gerufen haben. Wenn das kein Fortschritt ist.“

Es ist ein erster Sieg im Kampf für eine bessere, lebenswertere Welt, ein Kampf, der irgendwann von Erfolg gekrönt sein wird. Aber worauf gründet die Weltenverbesserin ihren Glauben, dass alles schließlich doch ein gutes Ende nimmt? „Bill und ich glauben an Erneuerung, an die Macht von Erfindungen, die das Leben der Menschen verändern – und verbessern Wir müssen die technologische Entwicklung zum Wohle aller nutzen", sagt Gates und rückt sich – wie zur Bestätigung – das Halstuch, das Erkennungszeichen der Kirchentagsbesucher, zurecht: „Damit wir klug werden“ ist auf dem roten Stoff in weißen Buchstaben zu lesen.

Kommentare (5)

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Herr Otto Berger

05.06.2015, 18:30 Uhr

„Wir Bürger müssen unseren Staatschefs wieder und immer wieder sagen, dass uns die Bekämpfung des Hungers in der Welt wichtig ist“
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Tja, Frau Gates, dass dürfte schwierig werden, weil man eher den Eindruck gewinnen kann, dass unsere Entscheider unter dem massiven Einfluss derjenigen stehen, die den "Teufel zu ihrem Vater haben" und die wünschen genau die Situation, wie sie in der Welt z.Zt. vorgefunden wird, um aus dem Desaster die" Neue Weltordnung" zu errichten.
Im übrigen - und das sei anlässlich dieses Kirchentages gesagt - ist es eine Schande, dass sich in der Ukraine wieder Christen gegenseitig massakrieren. Wo bleibt der Aufschrei der obersten Kirchenhirten ??? Es ist zu wenig, nach dem totalen Desaster zu bekennen : Wir haben zu wenig geglaubt !!

Account gelöscht!

05.06.2015, 19:00 Uhr

Mit Milliarden im Rücken hat sie gut gackern. Ihre Weisheit soll sie mal Tafelbesuchern kundtun. Die werden nur den Kopf schütteln.

Herr Hans Mayer

05.06.2015, 19:06 Uhr

Frei nach dem Spruch :Erst Reich werden, dann fromm tun.
Ansonsten wie bei den Kirchen üblich, wir geben sehr ungern und wenn überhaupt nur wenn wir vorher mindestens das doppelte genommen haben.

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