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22.02.2013

12:55 Uhr

Mensch gegen Maschine

Wie lange geben wir noch den Ton an?

VonMagnus Kalkuhl

Künstliche Intelligenz ist schon lange kein Mythos mehr: Computer werden immer schlauer. Noch gibt zwar der Mensch den Ton an – aber was, wenn Roboter und Maschinen sich irgendwann gegen uns richten?

Roboter auf der Hannover Messe: Computer werden immer schlauer. ap

Roboter auf der Hannover Messe: Computer werden immer schlauer.

DüsseldorfVor 23 Jahren berichteten die Medien ausführlich über einen der größten Hacking-Fälle in der Geschichte der USA: der sogenannte KGB-Hack, bei dem eine deutsche Hackergruppe für den russischen Geheimdienst westliche Computersysteme angriff. Im gleichen Jahr erfand Tim Berners-Lee das World Wide Web und Intel präsentierte den 486er-Prozessor mit 25 MHz. Da die Zahl der Computernutzer überschaubar war, wurde 1989 im kollektiven Gedächtnis als Jahr des Mauerfalls gespeichert - alles andere war schnell vergessen.

Rückblickend werden wir 2012 einmal als das Jahr sehen, in dem der klassische Personal Computer starb - und zwar ausgerechnet durch das Unternehmen, das einst seinen Durchbruch brachte: Microsoft. Wie Apple und Google setzt der Windows-Erfinder zunehmend auf Handys und Tablet-Rechner. Cloudspeicher im Internet verdrängen die Festplatte, statt Programme von Webseiten herunterzuladen, geht man in den App-Store. Aber die noch so angesagten Smartphones werden innerhalb von fünf Jahren ihren Status als Technikspielzeug Nummer eins verlieren - wenn die Augmented-Reality-Brillen kommen.

Mit eingebauter Kamera, Display und Computer erweitern die Brillen die Realität. Ein miserables Personengedächtnis? Kein Problem. Dank Kamera und Gesichtserkennung werden Name, Alter und Beruf unseres Gesprächspartners eingeblendet. Eine hebräische Speisekarte im Urlaub? Die übersetzte Fassung liefert die Brille. 2013 wird Google seine Google Glasses an Entwickler ausliefern, andere Hersteller werden folgen.

Doch jede Technik hat ihre Schattenseiten: Wenn Millionen Menschen mit stets aktivierten Kameras durch die Straßen laufen, ist abseits der eigenen Wohnung nichts mehr privat. Die Gesellschaft überwacht sich selbst, und es bleibt abzuwarten, ob und wie sich ein Gleichgewicht zwischen Technologie und Privatsphäre wahren lässt.

Service-Roboter: Kühle Drinks vom elektronischen Barkeeper

Service-Roboter

Kühle Drinks vom elektronischen Barkeeper

Service-Roboter sollen Menschen einfache, aber lästige Aufgaben abnehmen.

Ein weiteres Problem: Auch der schärfste Verstand kann immer nur mit den Informationen arbeiten, die ihm zur Verfügung stehen. Wirklich gefährlich würde es also, wenn das System gehackt und der Betroffene, ohne es zu merken, in einer Traumwelt leben würde.

Kommentare (2)

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Gnomon

22.02.2013, 13:34 Uhr

Wenn sich Roboter und Computer gegen uns richten sollten, dann....

.....hat die Menschheit ihr kurzes Interemezzo auf diesem Planeten mit einer Riesendummheit beendet. Dann sind wir in der Evolution der Roboter nur der Geburtshelfer gewesen.
Es wird genug Idioten unter den Menschen geben, die sich das Ende der Menschheit sogar herbeiwünschen....

Account gelöscht!

22.02.2013, 22:26 Uhr

Also ganz so sehe ich das nicht. Denn Menschen haben verschiedene Eigenschaften, zufällige oder genetisch oder erziehungs/erlebnisbedingt. Sie können rothaarig und/oder dumm und/oder machtgierig (eine Unterform der Kriminalität) und/oder auch gesellschaftlich positive Eigenschaften, Interessen, Ziele haben.

Sicher befindet sich das Universum in ständiger Veränderung und unser Leben ist das, was unsere Gedanken daraus machen (sagte schon ein alter Römer ohne Internet-Wissen).

Insofern sehe ich in einer Unterstützung der Menschheit durch mehr Technik durchaus Positives. Ja sicher auch das Feuer, das Rad und das Messer waren Entwicklungen die mißbraucht wurden und werden. Und negative Begleiterscheinungen sind auch bei künftigen Lebens-system-Verbesserungen zu erwarten. Nur werden die positiven Ergängungen für uns überwiegen.

Das ist ja auch -trotz allen Unkenrufen von Möchtegern-Proheten- auch bei der Mobilität beispielsweise so: natürlich gibt es negative Begleiterscheinungen (Lärm, Abgase, zerstörte Blaukehlchennester durch Straßenbau usw...) aber eben auch sehr viel Positives: gesunderes Essen, dadurch verlängertes Leben, auch schnelle ärztliche Hilfen, verbesserte Ausbildung und Berufsausübung, flexibleres Wohnen, wenigwer Pferdemist auf den Straßen usw...

Und genauso wird es mit der Robotik werden. Hoffentlich werden automatische Staubsauger und Rasenmäher bald billiger und Alten-Hilfs-Roboter bald möglich. Den brauche ich zwar noch nicht morgen, aber einen Hausbau-Roboter schon. Und einen für Steuererklärungen.

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