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17.11.2016

11:17 Uhr

Michael Sen

Eon-Finanzchef kehrt zu Siemens zurück

VonAxel Höpner, Jürgen Flauger

Michael Sen galt einst als großer Management-Talent von Siemens. Doch zweimal übergangen wechselte er als Finanzvorstand zu Eon. Nun kehrt er nach München zurück und soll die Sparte Healthineers an die Börse bringen.

Der Finanzvorstand von Eon wechselt zurück zu Siemens. dpa

Michael Sen

Der Finanzvorstand von Eon wechselt zurück zu Siemens.

MünchenBei Eon ist Finanzvorstand Michael Sen nicht wirklich glücklich geworden. Zwar bedeutete der Wechsel von Siemens in den Vorstand des Dax-Konzerns einen Aufstieg. Doch musste er bei Eon Milliardenabschreibungen verkünden und war nie ganz unumstritten. Nun kehrt der anerkannte Finanzexperte und Stratege zu Siemens zurück.

Eon bestätigte am Donnerstag den Bericht des Handelsblatts über die Personalie. Eon sei über Sens Wechselpläne informiert und beide Unternehmen führten die hierzu erforderlichen Gespräche, teilte der Konzern mit. Das Präsidium des Eon-Aufsichtsrats habe zu diesem Thema bereits getagt und werde dem Aufsichtsrat für seine nächste reguläre Sitzung im Dezember die „erforderlichen Beschlüsse für eine Nachfolge vorschlagen“. Es sei nachvollziehbar, dass Sen „dieses Angebot annehmen möchte“, weil er über viele Jahre für Siemens tätig gewesen sei.

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Der Münchener Konzern Siemens will die Medizintochter an die Börse bringen. Die Arbeitnehmer sind nach den schlechten Erfahrungen der Vergangenheit alarmiert. Bei anderen Abspaltungen gab es massiven Stellenabbau.

Der 48-Jährige bekommt eine der bei Siemens derzeit wichtigsten Aufgaben: Er soll die Medizintechniksparte Healthineers als Siemens-Vorstand an die Börse bringen. Das berichtete auch das „Manager Magazin“ in einer Vorabmeldung. Damit soll er einen der größten Börsengänge in Deutschland seit vielen Jahren organisieren und begleiten. JP Morgan-Analyst Andreas Willi schätzt den Wert der Sparte auf mehr als 30 Milliarden Euro.

Sen war vor seinem Wechsel zu Eon bereits Finanzvorstand der Medizintechnik-Sparte. Er galt als eines der größten Management-Talente bei Siemens und wurde sowohl als Medizintechnik-Chef als auch als möglicher Finanzvorstand des Gesamtkonzerns gehandelt, als Joe Kaeser den Vorstandsvorsitz übernahm. Beide Male aber setzten sich andere Manager durch – und Sen wechselte, zweimal übergangen, zu Eon.

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

Eon betonte am Donnerstag, dass Sen noch den Jahresabschluss 2016 verantworten wird. Das dürfte die Finanzmärkte beruhigen. Die aktuelle Bilanz ist schließlich von zahlreichen Sondereffekten geprägt. Eon hat unter anderem rund zehn Milliarden Euro auf das neue Unternehmen Uniper abgeschrieben, das die konventionellen Kraftwerke übernommen hat und im September an die Börse ging. Eon wird das Jahr deshalb mit einem zweistelligen Verlust abschließen. Zudem warten die Analysten auf eine Kapitalmaßnahme, die Eon zur Finanzierung des Atomausstiegs angekündigt hat.

„Michael Sen hat die Abspaltung der Uniper SE in den vergangenen eineinhalb Jahren erfolgreich begleitet. Der Abschluss des Geschäftsjahres 2016 ist der letzte Meilenstein eines der größten Spin Offs der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Die bilanzielle Umsetzung dieses Spin Offs wird mit dem Ende dieses Geschäftsjahres abgeschlossen sein“, erklärte Eon-Chef Johannes Teyssen.

Kommentare (1)

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Lothar dM

17.11.2016, 11:05 Uhr

Ein hervorragender Manager! Das man den guten Mann damals überhaupt ziehen liess, sagt viel über Siemens.

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