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31.01.2011

21:41 Uhr

Michail Fridman

Ein Oligarch spielt mit dem Feuer

VonFlorian Willershausen

Michail Fridman liebt den Radau. Während der Krise drängte der russische Oligarch als Schuldner seiner Alfa-Bank Unternehmen in Querlage zur Tilgung, jetzt legt sich der 46-Jährige mit dem Ölmutil BP an.

Kein Mann der leisen Töne: Michail Fridman ap

Kein Mann der leisen Töne: Michail Fridman

MOSKAU. Michail Fridman spielt mal wieder mit dem Feuer: Der 46-jährige Oligarch, der mit seiner Alfa-Gruppe ein milliardenschweres Industrie- und Finanzimperium verwaltet, kämpft mit schärfsten Waffen gegen die beschlossene Verlobung des russischen Ölförderers Rosneft mit British Petroleum (BP). Er provoziert die Briten, indem er beim gemeinsam kontrollierten russischen Ölkonzern die Auszahlung von Dividenden blockiert. Und er will den britisch-russischen Megadeal per einstweiliger Verfügung von einem Londoner Gericht stoppen lassen.

Den Mut zum Angriff bringt in Russland nur ein Wadenbeißer wie Fridman auf. Immerhin wurde das Geschäft auf oberster politischer Ebene eingefädelt: Igor Setschin, der Aufsichtsratschef von Rosneft, gilt als Vertrauter des russischen Regierungschefs Wladimir Putin.

Politisch betrachtet, ist die Klage ein Himmelfahrtskommando - zumal sie vor einem Gericht in London eingereicht wurde, wo die Moskauer Willkürjustiz keinen Einfluss hat. Einer wie Fridman schreckt davor aber nicht zurück. Schon in der Krise machte er viel Radau, als er Schuldner seiner Alfa-Bank zur Tilgung drängte und damit die Schieflage der Betriebe verschärfte. Schließlich musste Raubein Fridman in den Kreml zum Rapport - und versprach Zurückhaltung. Auch diesmal wird sich Fridman wohl außergerichtlich einigen - auf Druck der Politik. Das gilt erst recht für den Fall, dass das Gericht in London heute eine einstweilige Verfügung verhängt - was eine Blamage für den Kreml wäre, aber ein kleiner Erfolg für Fridman.

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