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02.02.2011

14:16 Uhr

Midas von Mexiko

Carlos Slim – der reichste Mann der Welt

VonKlaus Ehringfeld

Was Carlos Slim anfasst, wird zu Gold. Der mexikanische Multimilliardär gehört seit Jahrzehnten zu den reichsten Menschen der Welt. Für ihn kein Grund, sich zur Ruhe zu setzen: Mit Milliardeninvestitionen in Lateinamerika will er noch reicher werden.

Carlos Slim will Milliarden investieren. Reuters

Carlos Slim will Milliarden investieren.

MEXIKO STADT. Eigentlich mag Carlos Slim gar nicht reden. Er gibt kaum Interviews, weil er die Fragen kennt, die dann kommen: zum Beispiel die, wie er in Mexiko, einem Land mit 50 Millionen Armen, zu seinem sagenhaften Reichtum gelangen konnte.

Aber im Abstand von zwei Jahren ruft der Multimilliardär kurzfristig Mexikos Journalisten zu sich: Am Montagabend teilte er den Reportern gut gelaunt mit, dass er vom Geldverdienen noch nicht genug hat. Carlos Slim, gerade 71 Jahre alt geworden und reichster Mensch der Welt, kündigte Rekordinvestitionen seines weitverzweigten Unternehmensnetzes an: 8,3 Milliarden Dollar (rund sechs Milliarden Euro) will Slim dieses Jahr in seine Firmen zwischen Mexiko und Argentinien stecken. Bergbau, Infrastruktur und Telekommunikation sind dabei seine liebsten Spielfelder. "Wer nicht investiert, wird abgehängt", sagt er. Rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr will er allein in Mexiko investieren. Umgerechnet 2,7 Milliarden Euro stecken seine Unternehmen dieses Jahr in Straßenbau, Wasseraufbereitung und den Ausbau seiner Festnetz- und Mobiltelefonie.

Slim hat schon früh den richtigen Riecher fürs Geldverdienen bewiesen. Mit 15 besitzt er 44 Aktien der damals größten mexikanischen Bank Banamex. Mit 17 ist er dank geschickten Spekulierens Dollar-Millionär. Sein Biograf José Martinez nennt Slim eine moderne Version von König Midas, der alles zu Gold macht, was er anfasst. Slim sei ein kluger Verhandlungsführer und ein Strippenzieher, der gleichermaßen die Politiker von links wie rechts um den Finger wickeln könne.

Mit rund 53,5 Milliarden Dollar Vermögen wurde Slim im Frühjahr 2010 vom US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" als reichster Mensch der Welt eingestuft. Nach aktuellen Berechnungen des mexikanischen Internet-Wirtschaftsmagazins "Sentido Comun" schloss Slim das Jahr 2010 sogar mit einem persönlichen Vermögen von 74,5 Milliarden Dollar ab. Der rasante Zuwachs seines Reichtums erklärt sich vor allem mit dem guten Abschneiden seiner Unternehmen an der mexikanischen Börse. An knapp 40 Prozent der im IPC-Index gelisteten Unternehmen ist der Milliardär beteiligt - oder sie gehören ihm vollständig.

In Mexiko gibt es kaum eine Branche, an der Slim nicht beteiligt ist. Sein Wirtschaftsimperium umfasst Banken, Versicherungen, Investmenthäuser, Restaurants, Kaufhäuser, Minengesellschaften, Bau- und Autozulieferer. Seine großen Geldbringer sind jedoch die Telefongesellschaften Telmex und América Móvil. In Mexiko hat Slim noch immer das Monopol auf lokale Festnetztelefonie. Aus diesen Erträgen finanziert er seine Shopping-Touren.

Der Erwerb von Telmex war dabei sein bislang bester Deal. 1990 privatisierte die mexikanische Regierung zahlreiche Staatsbetriebe, darunter auch die Telefongesellschaft Telmex. Unabhängige Buchprüfer schätzten das Unternehmen auf einen Wert von zehn bis zwölf Milliarden Dollar. Slim erhält an der Spitze eines Konsortiums den Zuschlag - für 1,8 Milliarden Dollar.

Kommentare (4)

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Realist

02.02.2011, 16:32 Uhr

Alles selbst erarbeitet. So wie z.b. dieser Maschmeyer in Hannover auch! ;-)

Realist

02.02.2011, 16:32 Uhr

Alles selbst erarbeitet. So wie z.b. dieser Maschmeyer in Hannover auch! ;-)

EuroTanic

02.02.2011, 17:03 Uhr

in einer Welt mit begrenzten Ressourcen hat jeder der "viel anhäuft" es einem anderen weggenommen. Das ist die Quintessenz unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Gemessen an unserem eigenen Strafrecht wären diese Damen und Herren demnach Verbrecher. Und die grössten Verbrecher werden dann in unseren ach so neutralen Zeitungen hofiert und internatinal mit Preisen und Anerkennung überhäuft.

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