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28.07.2017

07:24 Uhr

Milliardärs-Ranking

Kurzer Höhenflug für Jeff Bezos

VonKatharina Kort

Das Glück für Jeff Bezos währte nur kurz: Ein Kursanstieg der Amazon-Aktie machte den Unternehmer für einige Stunden zum reichsten Mann der Welt. Nun liegt aber wieder eine andere Tech-Größe vorn.

Auf dem legendären Treffen von Medien-Chefs Mitte Juli im amerikanischen Sun Valley kam der Amazon-Gründer und Washington-Post-Eigentümer im lässigen Outfit. AFP

Jeff Bezos

Auf dem legendären Treffen von Medien-Chefs Mitte Juli im amerikanischen Sun Valley kam der Amazon-Gründer und Washington-Post-Eigentümer im lässigen Outfit.

New YorkJeff Bezos, der Gründer und Vorstandsvorsitzende des Online-Händlers Amazon, war kurzzeitig die neue Nummer Eins der Super-Reichen. Dank eines Kursanstiegs seines Unternehmens am Donnerstagmorgen erhöhte sich sein Vermögen auf mehr 90 Milliarden Dollar.

Das ergibt sich aus der Momentaufnahme an den Börsen. Laut Forbes und Bloomberg lag das Vermögen von Bezos am Mittwoch mit 89 Milliarden Dollar noch eine Milliarde unter dem des Microsoft-Gründers Bill Gates. Aber da die Amazon-Aktie am Donnerstagmorgen 15 Dollar zulegte, war Bezos über Nacht an Gates vorbeigezogen. Bezos hält 80 Millionen Aktien. Bei so einem Investment machen 15 Dollar Unterschied pro Aktie mal locker 1,2 Milliarden Dollar aus.

Die Lebensgeschichte von Amazon-Gründer Jeff Bezos

Die Biografie

Jeff Bezos ist eine der spektakulärsten Manager-Persönlichkeiten der Welt. Die Lebensgeschichte des Amazon-Gründers bietet eine unglaubliche Vielfalt und zahlreiche interessante Erzählungen. Der Top-Journalist und Bestsellerautor Richard L. Brand hat die Biografie in seinem Buch „Mr. Amazon“ (Ambition Verlag) aufgeschrieben. Darin finden sich auch bemerkenswerte Geschichten über die Person Jeff Bezos.

Die Rinderfarm

Ironischerweise ist eine der wichtigsten Internet-Ikonen auf einem Bauernhof aufgewachsen – um genau zu sein auf einer Rinderfarm in Cotulla, Texas. Dort half der kleine Jeff schon als Vierjähriger tatkräftig mit, auch beim Ställe ausmisten.

Die perfekte Kindheit

Jahre später urteilte Jeff Bezos, dass seine Erfahrungen auf der Ranch zu seiner erfolgreichen Unternehmerkarriere maßgeblich beigetragen hätten. Das Reparieren von Traktoren und das Kastrieren von Rindern entsprach seiner Vorstellung von einer „idyllischen Kindheit“. Seine Mutter stand ihm stets bei. Jeff habe dort gelernt, dass es keine Probleme ohne Lösungen gebe.

Dem leiblichen Vater nie begegnet

Bezos hat seinen Vater nie kennengelernt. Der Teenager verließ die junge Mutter, als Jeff anderthalb war. Er existierte im Leben des Jungen gar nicht.

Der „richtige“ Vater

Der Nachname Bezos stammt laut Jeffs eigener Aussage vom „richtigem“ Vater. Und den hätte es ohne Fidel Castro wohl nie gegeben. Denn als er 1959 an die Macht kam, schickten viele kubanische Eltern ihre Kinder in die Staaten. So auch Miguel Bezos (vom spanischen besos: „Küsse“). Miguel setzte sich mit großer Ausdauer durch, machte einen Uni-Abschluss und wurde Erdölingenieur.

Die Sturheit

Jeff Bezos war ein unglaublich stures Kind. Mit drei Jahren quängelte er so lange herum, bis er das Gitterbett endlich verlassen durfte - ungeachtet der Sicherheitsbedenken seiner Mutter. Trotz seiner außergewöhnlichen Konzentrationsfähigkeit wurde Jeff so auch zum Schrecken seiner Lehrer. Sie mussten ihm mal mitsamt Stuhl und Tisch im Klassenraum umsetzen.

Frühes Interesse an Technik

Seine Mutter und vor allem der Großvater erweckten und förderten Jeffs großes Interesse an Technik und Basteln. Sie schenkten ihm entsprechendes Spielzeug und Baukästen. Dennoch war sein erster Karrierewunsch (mit sechs Jahren), Archäologe zu werden.

Hochbegabt

Als die Familie nach Houston umzog, war Jeff im späten Kindergartenalter. Die Eltern schrieben ihn für Fördermaßnahmen für hochbegabte Kinder ein. Dafür musste er zwar 20 Meilen hin und zurück fahren, aber es lohnte sich.

Der Bücherwurm

Dass Amazon mit dem Verkauf von Büchern groß wurde, ist weit mehr als ein Zufall. Jeff Bezos ist seit der Kindheit ein Büchernarr. Er nahm mit Feuereifer an Literatur-Schülerwettbewerben teil und las mit seinen ebenfalls lesebegeisterten Mitschülern um die Wette.

Einsamer Nerd

Bezos war wie viele Nerds des 20. Jahrhunderts eher ein Einzelgänger, der viel las und viel Zeit vor dem Computer verbrachte. Seine Lehrer notierten damals, dass er „nicht besonders führungsbegabt“ sei. Auch rein körperlich wirkte er wie ein Nerd: Jeff brachte nicht einmal das Mindestgewicht für die Football-Mannschaft auf die Waage.

Erster Job bei McDonalds

Als seine Eltern erneut umzogen – diesmal nach Florida – war Jeff 13 Jahre alt. Hier übernahm er seinen ersten Sommerjob. Und das ausgerechnet bei McDonalds. Doch der Teenager gab sich mit dem Burgerwenden nicht zufrieden und entwickelte Verbesserungsvorschläge, mit denen die Abläufe in dem Laden tatsächlich verbessert wurden.

Uschi - die erste Freundin

In seinem ersten Jahr auf der Junior-Highschool lernte Jeff seine langjährige Freundin Ursula „Uschi“ Werner kennen. Sie träumten von einer gemeinsamen Firma und schufen diese tatsächlich auch in frühen Teenagerjahren. Werbeflyer begeisterten junge Schüler für einen sehr besonderen Nachhilfeunterricht. Die Beziehung endete wie so viele andere Highschool-Liebschaften in der Collegezeit.

Der Weltraum als Lebenstraum

Auf dem College setzte Bezos nebenbei seinen Kindheitstraum – übrigens inspiriert vom Großvater – in die Tat um. Seinen Abschluss machte er in Elektrotechnik und Informatik und auch die ersten Berufsschritte unternahm Bezos in anderen Bereichen – allen voran bei IBM. Aber seinen Traum, der heute in Blue Origin mündet, den hatte er, seitdem er fünf Jahre alt war.

Doch dieses Glück währte nur kurz. Bereits am Nachmittag US-Zeit gab die Aktie ihre Kursgewinne wieder ab. Nachdem der Online-Händler nach Börsenschluss einen Gewinneinbruch verkündet hat, gaben die Papiere noch weiter nach.

Jeff Bezos hat einst als Online-Buchhändler angefangen, verkauft mittlerweile fast alle Produkte und ist zuletzt mit der Übernahme von Wholefoods auch in das physische Supermarkt-Geschäft vorgedrungen. In welche Branche Bezos auch mit Amazon eintritt: Er bringt die alteingesessenen Spieler zum Zittern.

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Zu den Milliardären der Welt gehört Bezos schon lange. Aber in den letzten zwei Jahren hat sich der  Aktienkurs des Unternehmens aus Seattle noch einmal mehr als verdoppelt und damit auch ein Großteil des Vermögens von Bezos. An der Börse ist Amazon mittlerweile mehr als 500 Milliarden Dollar wert – ein Rekord.

Bezos ist ein respektierter, aber durchaus umstrittener Manager. Der Mann, der mit seiner Übernahme vor knapp vier Jahren die Tageszeitung „Washington Post“ rettete, ist überzeugt, dass zu viel Harmonie im Unternehmen schlecht fürs Geschäft ist, stellt Mitarbeiter auch mal vor versammelter Mannschaft bloß und ist für einen hohen Verschleiß von Managern bekannt.

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Google, Apple, Facebook, Amazon: Namen, die für eine neue Wirtschaftsweltmacht stehen, mit ideologischem Sendungsbewusstsein und gewaltiger finanzieller Feuerkraft. Was kann der Rest der Welt von ihren Erfolgen lernen?

Er selbst beschreibt seinen Führungsstil als einen, der das Unternehmen immer am Tag Eins sehen will – mit der Energie des Neubeginns, ohne sich je auszuruhen. Seine Entscheidungen trifft er nach eigenen Angaben in Hochgeschwindigkeit und er hat „eine wahre Kundenobsession“. Getrieben von der Angst, am Tag Zwei anzukommen:  „Tag 2 ist Stillstand. Gefolgt von Irrelevanz. Gefolgt von entsetzlichem, qualvollem Niedergang. Gefolgt von Tod”. Davon ist Amazon weit entfernt.

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