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04.03.2012

13:59 Uhr

Milliardenkonzern Juwi

Die Öko-Industriellen

Die Bauernsöhne Matthias Willenbacher und Fred Jung schufen die Firma Juwi, einen Projektentwickler für Ökostrom-Kraftwerke. Gemeinsam profitieren sie von der Energiewende, mit dem Umsatz aber wachsen auch die Probleme.

Juwi-Gründer Fred Jung und Matthias Willenbacher (rechts). Pressefoto juwi

Juwi-Gründer Fred Jung und Matthias Willenbacher (rechts).

WörrstadtAls am Dienstag die Staatsanwaltschaft klingelt, steht für Matthias Willenbacher und Fred Jung fest: Mit dem Erfolg wachsen auch die Herausforderungen. Denn Juwi – Ju für Jung, Wi für Willenbacher – ist als Projektentwickler von Ökostrom-Kraftwerken in den vergangenen Jahren in Rekordzeit an die Milliarden-Umsatzgrenze gewachsen.

Nun aber registrieren Willenbacher, 42, und Jung, 41, fast täglich schlechte Nachrichten. Vergangene Woche kürzte die Bundesregierung die Subventionen für große Solaranlagen, eines der Hauptgeschäftsfelder von Juwi. Dann beauftragte der Naturschutzbund eine Kanzlei, gegen den Bau eines Windparks im Saarland zu klagen. Und jetzt wirft die Staatsanwaltschaft einem ihrer Mitarbeiter Korruption vor.

Kritik von oben, Kritik von unten, Druck vom Staat. Auch für einen Ökokonzern ist die Energiewende kein Selbstläufer.

Dabei trieben Jung und Willenbacher die Energiewende schon voran, als man in Berlin Atomstrom noch für die Zukunft hielt. Als vor einem Jahr die Bundesregierung den Ausstieg beschloss, feierten sie in Wörrstadt bei Mainz. Die Politikwende fachte ihr Geschäft erst richtig an.

Juwi produziert nicht, sondern plant und finanziert Öko-Kraftwerke – für Sonnenstrom, Windstrom oder Biogas. Allein im Jahr 2011 wuchs Juwi um 500 auf 1 800 Mitarbeiter, stieg der Umsatz auf eine Milliarde Euro. Den Gewinn veröffentlicht das Unternehmen nicht, laut „Bundesanzeiger“ lag er 2010 bei einer Million Euro.

Seitdem wuchs das Geschäft – aber auch das ein oder andere Problem. Die Politik fragt sich, ob Konzerne aus der Öko-Branche gefördert werden müssen, die Bürger klagen über zu viele Windräder. Und nicht jeder der neuen Mitarbeiter ist ein Musterknabe. Einer aus Erfurt etwa soll mit Geld bei Genehmigungen nachgeholfen haben. Juwi bestreitet das, bestätigt aber die jüngsten Ermittlungen.

Kommentare (20)

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Herbert_Sax

04.03.2012, 14:12 Uhr

Eine Firma die Geschäftsfelder betreibt, deren Existenz und Profitabilität nur von Subventionen abhängig ist kann langfristig nicht überleben denn sie ist von der Politik abhängig. Beim Solarboom ist der Sonnenuntergang schon eingeleitet. Und bei der Windkraft werden sie auch bald Gegenwind verspüren. Ich würde mir als Eigner dieser Firma mehr Sorgen machen als in den Artikel als Eindruck erweckt wird.

Franke

04.03.2012, 15:05 Uhr

Willenbacher glaubt: „Die Energiewende ist nicht mehr umzukehren.“

auweh.da wirds ein böses erwachen geben.momentan gehen vorallem solarhersteller aus dtl. pleite, weil die subventionen gestrichen werden.chinas konkurrenzunternehmen sind da preiswerter.aktuell fördern wir mit unserer einspeisevergütung vorallem die wirtschaft in china.dies ist nun mal die realität.... die "achso-grüne" politik leugnet und ignoriert dies alles gänzlich.durch die subventionen wird künstlich ein markt aufrechterhalten, der unter üblichen wettbewerbsbedingungen nie rentabel wäre oder gar existieren würde. stattdessen schaltet man rentable kernkraftwerke ab und subventioniert lieber unrentable energieumwandlungsformen wie wind & solar. es ist ein jammer, was in unserem lande abgeht. die allein deutsche "energiewende" wird der welt nicht helfen. der weltweite CO2-Ausstoß steigt weiter exponenziell an. dtl. bemühungen (bereits seit über 20jahren) haben nicht zu einer reduktion des CO2-Ausstoßes in der welt geführt. weil die ölscheichs eben nicht darauf angewiesen sind, ihr öl an uns zu verkaufen. wenn wir es nicht wollen, dann kaufen es eben andere. daher pusten die anderen unser vermeintlich gespartes CO2 in die luft....unterm sricht ist der welt also nicht geholfen, weil wir mit unseren maßnahmen nahezu alleine dastehen...

Reinhold

04.03.2012, 15:47 Uhr

Richtig Franke. Und du baust am besten gleich das nächste Atomkraftwerk im Ausland, denn wenn du es nicht tust, tut es sowieso jemand anders.
Und ich ess jetzt die nächste Kuh, denn...
Toll, diese menschliche Intelligenz

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