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28.10.2014

19:04 Uhr

Milliardenprozess

Ehemann unterstützt Schickedanz-Vorwürfe

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz verlor durch die Insolvenz von Arcandor fast ihr gesamtes Vermögen. Sie fordert Schadenersatz. Auch ihr Ehemann Leo Herl erhebt Vorwürfe gegen ehemalige Verantwortliche.

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz ist in ihren Vorwürfen gegen die ehemalige Arcandor-Führung von ihren Ehemann unterstütz worden. dpa

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz ist in ihren Vorwürfen gegen die ehemalige Arcandor-Führung von ihren Ehemann unterstütz worden.

KölnIm Schadenersatzprozess von Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz hat ihr Ehemann Leo Herl Vorwürfe gegen ihren Ex-Vermögensberater Josef Esch und ehemalige Verantwortliche der Bank Sal. Oppenheim erhoben. Vor dem Kölner Landgericht sagte Herl am Dienstag als Zeuge, Schickedanz habe schon 2004 deutlich gemacht, dass sie ihren Aktienanteil am Handelsriesen KarstadtQuelle nicht weiter aufstocken wolle. Daraufhin sei ihr später eine „Strohfrau-Konstruktion“ angeboten worden. Aus KarstadtQuelle wurde 2007 Arcandor, der Konzern ging 2009 Pleite - und Schickedanz verlor nach ihren Angaben fast ihr gesamtes Vermögen.

Herl (71) war mehrere Jahre Aufsichtsratsmitglied im Arcandor-Konzern. Seine Frau, Ex-Milliardärin, fordert in einem der größten Schadenersatzprozesse der deutschen Justizgeschichte insgesamt 1,9 Milliarden Euro von 14 Beklagten - darunter von Esch, ihrer damaligen Hausbank und deren Ex-Führung.

Zu Prozessbeginn Ende 2012 hatte ihr Anwalt vorgetragen, die Beklagten hätten Schickedanz' Milliardenvermögen gegen ihren Willen riskant angelegt und verschleudert. Die Beklagten weisen die Vorwürfe zurück und fordern, die Schickedanz-Klage solle abgewiesen werden. Der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl hatte zu Prozessbeginn im Dezember 2012 durchblicken lassen, die Argumentation der Klägerin erscheine ihm nicht sehr überzeugend.

Herl stellte am Dienstag Esch als treibende Kraft dar, aber auch den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff, der am kommenden Montag in Köln als Zeuge aussagen soll. Er glaube, der Vorschlag sei gemeinsam von Esch und Middelhoff gekommen, Schickedanz solle als Strohfrau zusätzliche Aktien erwerben, aber tatsächlich nur ihren Namen dafür geben, sagte Herl. Sal. Oppenheim als ihre damalige Hausbank werde den Kauf finanzieren und Schickedanz kein Risiko tragen, so gab Herl den angeblichen Deal wieder.

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