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29.01.2012

10:25 Uhr

Millionenpensionen

Auf die Dax-Chefs wartet ein goldener Ruhestand

VonDieter Fockenbrock

Die Vorstandschefs der Dax-Konzerne können heute schon mit Renten in Millionenhöhe rechnen. Dank der neuen Vergütungsstruktur - mehr Fixgehalt, weniger Boni - wachsen die Altersrückstellungen immer stärker.

Daimler-Chef Dieter Zetsche kann sich auf den Ruhestand freuen. Mehr als 26 Millionen Euro an Rentenansprüchen stehen ihm mittlerweile zu. dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche kann sich auf den Ruhestand freuen. Mehr als 26 Millionen Euro an Rentenansprüchen stehen ihm mittlerweile zu.

DüsseldorfAuf der Detroit Motor Show dachte Daimler-Chef Dieter Zetsche weit über seine Zeit als Vorstandschef hinaus. Bis 2020 würden die jährlichen Autoverkäufe weltweit auf 110 Millionen Stück steigen, prophezeite er. Dann wird Zetsche 67 Jahre alt und mutmaßlich im Ruhestand sein. Für diese Zeit hat sein Arbeitgeber üppige Pensionsrückstellungen gebildet. Für seine bislang 13 Jahre im Vorstand hat er schon heute Pensionsansprüche von 26 Millionen Euro erworben.

Wie der Daimler-Chef kommen auch andere Dax-Vorstände auf Versorgungsansprüche in zweistelliger Millionenhöhe. Bei Josef Ackermann etwa, seit 2002 Chef der Deutschen Bank, belaufen sie sich auf mindestens 13 Millionen Euro, wenn er im Mai das Unternehmen verlässt. VW-Chef Martin Winterkorn hat jetzt 18 Millionen Euro auf dem Alterskonto. Der 2011 bei BASF ausgeschiedene Jürgen Hambrecht erhält für 14 Jahre Vorstandsarbeit, davon acht Jahre als Konzernchef, ein Rentenpaket von 15 Millionen Euro. Im Schnitt kommen die Chefs der 30 Dax-Konzerne auf acht Millionen Euro, hat Heinz Evers, unabhängiger Experte für Vorstandsvergütung, errechnet. Nur 23 Dax-Konzerne weisen die Altersrückstellungen ihrer Vorstände präzise aus, sieben machen keine klaren Angaben, obwohl das gesetzlich gefordert ist.

Bei Volkswagen ist die Altersvorsorge für den achtköpfigen Konzernvorstand von 2005 bis 2010 von zehn auf 64 Millionen Euro gestiegen – ein Plus von 540 Prozent. Evers findet vor allem die Steigerungsraten der vergangenen Jahre auffällig. Er geht davon aus, dass sich die Rückstellungen für die Dax-Vorstandschefs in den zurückliegenden 15 Jahren mehr als verdoppelt haben.

Grund für diesen Anstieg ist nicht die von der Öffentlichkeit oft kritisierte „Gier der Manager“, sondern ein durch die Finanzkrise ausgelöster Paradigmenwechsel bei der Bezahlung von Topmanagern: weg von hohen Boni und hin zu höheren Festgehältern.

Betrug beispielsweise das Fixgehalt des Thyssen-Krupp-Vorstandschefs 2004 noch 790 000 Euro, waren es 2011 schon 1,34 Millionen Euro. Ex-Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber verbuchte zwischen 2005 und 2010 rund 34 Prozent mehr Festgehalt. Das wirkt sich positiv auf die Altersrückstellungen aus. Die an das Fixum gekoppelten Pensionsansprüche wuchsen im Gleichschritt mit.

Kommentare (24)

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18.01.2012, 08:52 Uhr

Na und? Sollte ich jetzt neidisch werden und die EUDSSR ausrufen wollen? Ne sorry, werde ich sicher nicht!

Man sollte mal besser auflisten was ein Politiker in D verdient, der das Volk Tag für Tag betrügt, nichts leistet in Bezug auf Volksvertretung, für nichts haften muss um nach 4-5 Jahren Bundestag dann mit einer fetten Rente und Vergünstigungen die Füsse hochlegen kann wenn er will. Von Nebenjobs etc. spreche ich noch gar nicht.

DA gehört mal recherchiert und aufgedeckt! Da wäre nämlich dringend Diskussionsbedarf.

SonnyS

18.01.2012, 08:54 Uhr

Top-Manager die Entscheidungen treffen die Top-Unternehmen
Millionen kosten. Dafür gibts Arbeitsplatzabbau und Abbau der Altersversorung für das Fussvolk, damit die sogenannten Top-Manager Top-Ruhestandsansprüche erhalten. Wann wacht der Deutsche Michel endlich auf ?

Account gelöscht!

18.01.2012, 09:00 Uhr

Im Sinn einer liberalen (Wirtschafts-) Ordnung alles "ok und ganz rational"... .

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