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10.04.2006

11:07 Uhr

Mit eigener Bank

Joseph Perella startet durch

VonRobert Landgraf und Michael Maisch

Die Neugründung hat noch nicht einmal einen Namen, doch in der Branche wird sie bereits als ernsthafter Konkurrent für die Platzhirsche unter den Investmentbanken gehandelt. Die auf Übernahmen und Fusionen (M&A) spezialisierte Bank, die die Wall-Street-Legende Joseph Perella derzeit aus dem Boden stampft, läuft bisher unter der Bezeichnung NoCo. Bereits vor dem Sommer soll das Institut aber einen richtigen Namen haben und den vollen Betrieb aufnehmen.

FRANKFURT. Nach Informationen aus Finanzkreisen arbeiten einige der Partner bereits an konkreten Übernahme-projekten. "Es haben sich eine ganze Reihe von Unternehmen gemeldet, die an den Diensten des neuen Hauses interessiert sind", berichtet ein mit den Plänen vertrauter Banker.

Experten räumen kleinen auf die Beratung spezialisierten Investmentbanken derzeit gute Marktchancen ein. Da sich einige der großen Geldhäuser an der Wall Street stärker auf den Wertpapierhandel und lukrative Finanzierungen konzentrieren, fürchten viele übernahmewillige Unternehmen Interessenskonflikte und verlassen sich lieber auf den Rat kleinerer spezialisierter M&A-Banken. Die sechs wichtigsten kleineren Berater mit weniger als 650 Beschäftigten haben ihren Marktanteil den Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge im vergangenen Jahr fast verdreifacht.

Perella gilt als einer der einflussreichsten Berater an der Wall Street und auch mit Neugründungen hat er bereits Erfahrung. 1988 startete er zusammen mit Bruce Wasserstein die Wasserstein Perella Group, die im M&A-Geschäft zeitweise zu den Top Fünf der US-Branche zählte. Nach Meinungsverschiedenheiten über die Strategie stieg Perella 1993 aus. Sein Partner Wasserstein verkaufte die Firma im Jahr 2000 für 1,3 Mrd. Dollar an die Dresdner Bank.

Bis April 2005 arbeitete Perella als Vice Chairman bei Morgan Stanley. Als er diesen Posten aufgab, und am selben Tag Terry Meguid, weltweiter Leiter des Investment-Bankings des US-Hauses, kündigte, machten schnell Gerüchte die Runde, die beiden würden eine eigene Investmentbank aufmachen.

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