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22.01.2010

11:24 Uhr

Ausblick 2010

Oetker hofft auf ruhigeres Fahrwasser

VonIngo Reich, Eberhard Krummheuer

Der Oetker-Konzern besteht aus weitaus mehr als Pudding, Pizza und Bier, nämlich zum Großteil aus der Schifffahrtssparte. Und der ging es 2009 gar nicht gut. Nun mehren sich die Anzeichen für eine Besserung. Richard Oetker kann bei seinem ersten Auftritt als neuer Chef also reichlich Optimismus verbreiten.

Ein Kühlcontainer der zu Oetker gehörnden Reederei Hamburg Süd. ap

Ein Kühlcontainer der zu Oetker gehörnden Reederei Hamburg Süd.

BIELEFELD/DÜSSELDORF. Es gebe "verlässliche Anzeichen" dafür, dass sich die Container-Schifffahrt im laufenden Jahr wieder aus dem Wellental herausbewege, sagte Richard Oetker, der zum Jahreswechsel von seinem älteren Bruder August die Führung des Oetker-Konzerns übernommen hat, vor Journalisten am Stammsitz des Unternehmens in Bielefeld.

Der Geschäftsbereich Schifffahrt, der mittlerweile für fast die Hälfte des Gruppen-Umsatzes von insgesamt 9,2 Mrd. Euro verantwortlich ist, war im vergangenen Jahr in schwere See geraten. Denn die Wirtschaftskrise hat gerade bei Logistikfirmen tiefe Spuren hinterlassen. Weil die Transportpreise für Container im Jahresvergleich um bis zu 70 Prozent abgestürzt waren, fuhren auch die Schiffe der Oetker-Tochter Hamburg Süd im vergangenen Jahr mit Verlust.

Anfang des Jahres schreibe man aber wieder schwarze Zahlen und hoffe, dass diese Entwicklung anhalte, bestätigte der bisherige Konzernlenker August Oetker, der zum Jahresbeginn die Leitung des Konzernbeirates übernommen hat. Vor allem die Transporte nach Brasilien würden regelrecht "boomen" und auch die Frachtraten würden langsam wieder anziehen, sagte Oetker, der als gelernter Reederei-Kaufmann auch von dem Kontrollgremium aus regen Anteil an der aktuellen Entwicklung dieser Konzernsparte nehmen will.

Unabhängig davon laufen in den nächsten zwei Jahren bei Hamburg Süd noch zehn Container-Schiffe vom Stapel, die die Überkapazitäten der Branche noch vergrößern. Doch die Verantwortlichen in der Bielefelder Konzernzentrale sind sich sicher, dass sich diese Investitionen von insgesamt zwei Mrd. Euro langfristig auszahlen werden. "Mit eigenen Schiffen können wir besser und flexibler auf die wechselnde Nachfrage nach Transportkakpazitäten im Welthandel reagieren", sagte August Oetker.

Um die eigenen Frachter derzeit besser auszulasten, schippert ein Großteil der 140 Schiffe umfassenden Oetker-Flotte derzeit mit einer Geschwindigkeit von 16 statt 22 Knoten über die Weltmeere. Nach Oetkers Worten kämen auf diese Weise mehr Schiffe zum Einsatz - die auch noch Sprit sparen.

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