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05.01.2011

10:53 Uhr

Bahlsen

Die Herren der Kekse

VonSusanne Schier

Den Leibniz-Butterkeks kennt in Deutschland wahrscheinlich fast jedes Kind. Hermann Bahlsen ist der Erfinder dieses kleinen deutschen Nationalgebäcks, mit dem Bahlsen den Grundstein für ein erfolgreiches Familienunternehmen legte. Wobei Bahlsen nicht nur nach höheren Gewinnen strebte, sondern auch stets seine Mitarbeiter im Blick hatte.

Werner Michael Bahlsen führt den erfolgreichen Kekshersteller im Sinne des Gründers weiter. Rolf Zöllner für Handelsblatt

Werner Michael Bahlsen führt den erfolgreichen Kekshersteller im Sinne des Gründers weiter.

FRANKFURT. Jedes Kind in Deutschland kennt ihn, beim Hineinbeißen knackt er laut und schmeckt nach Vanille. Das genaue Rezept für den berühmten Leibniz-Butterkeks verrät Bahlsen selbstverständlich nicht. Neben Butter sind noch Mehl, Zucker, Salz und ein paar für Privatverbraucher unverständliche Dinge wie Natriumhydrogencarbonat und Dinatriumdiphosphat darin enthalten. So viel steht jedenfalls auf der aktuellen Verpackung. Weitere Details gibt es nicht.

Über den Erfinder des deutschen Nationalgebäcks, Hermann Bahlsen, gibt es da schon mehr zu erzählen: Schließlich steht er nicht nur für ein neues Wort im Duden, sondern auch wie kein anderer Unternehmer seiner Zeit für große Innovationskraft in der Produktion, im Marketing und im Vertrieb.

1859 als Sohn des Tuchhändlers Carl Bahlsen in Hannover geboren, absolviert er als junger Mann zunächst eine kaufmännische Ausbildung in Genf. Die Geschichte des Kekses beginnt mit dem „Fabrikgeschäft englischer Cakes und Biskuits“ in Hannover, das Hermann Bahlsen im Jahr 1889 übernimmt und als „Hannoversche Cakesfabrik H. Bahlsen“ ins Handelsregister eintragen lässt. Zu Beginn beschäftigt er zehn Mitarbeiter. Damit legt er den Grundstein für eines der erfolgreichsten deutschen Familienunternehmen im Süßgebäckbereich.

Bahlsen, der nach seiner Ausbildung zunächst als Zuckereinkäufer in England gearbeitet hat, fängt bald an, Buttercakes nach britischer Rezeptur in Deutschland herzustellen. Da es zu dieser Zeit üblich ist, Nahrungsmittel nach bekannten Persönlichkeiten zu benennen, gibt er seinem Butterkeks den Namen eines bekannten Einwohners von Hannover: des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz. Typisches Merkmal der Butterkekse sind bis heute die 52 Zähne, die 15 eingestanzten Punkte auf der Vorderseite und der Leibniz-Schriftzug. Das Gebäck wird so zu einem der ersten deutschen Markenprodukte.

Bestätigung für seine Arbeit erhält Hermann Bahlsen, als er 1893 bei der Weltausstellung in Chicago die Goldmedaille erhält. Die Jury begründet ihre Entscheidung so: „Leibniz Cakes wird in ähnlicher Form von der Konkurrenz unter anderem Namen nachgemacht; der feine Buttergeschmack ist indes nur diesem Fabrikate eigen.“

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