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06.06.2012

07:03 Uhr

Bierbrauer aus dem Schwarzwald

Alpirsbacher lässt sich nicht kaufen

VonMartin-W. Buchenau

Sogar in den härtesten Zeiten hat der Bierbrauer aus dem Schwarzwald sich immer für seine Unabhängigkeit entscheiden. Heute punktet die Privatbrauerei mit Premiumprodukten. Denn Billigbier wäre der Untergang.

Werbung für das Gourmet-Bier „Ambrosius“. Pressebild

Werbung für das Gourmet-Bier „Ambrosius“.

StuttgartEs haben schon viele große Brauereikonzerne wie Heineken, Anheuser-Busch und InBev bei Carl Glauner in Alpirsbach angeklopft. Aber der Bierbrauer aus dem Schwarzwald blieb - anders als viele andere Privatbrauereien in Deutschland - standhaft, selbst in Zeiten, als es dem Unternehmen nicht so gut ging.

"Wir wollten immer unabhängig bleiben und unser eigenes Bier machen", sagt der Chef der Brauerei, die seit vier Generationen von der Familie geführt wird. Mit 190 000 Litern und einem Umsatz von rund 19 Millionen Euro ist die Brauerei nicht groß. Das Eigenkapital von 14 Prozent könnte höher sein. Den Brauereikonzernen ging es bei ihrem Interesse auch mehr um den guten Ruf und die Qualität der Schwarzwald-Brauerei mit ihren 82 Beschäftigten.

Seit Jahren räumt Glauner Bierpreise bei internationalen Wettbewerben ab. Trumpf der Schwarzwälder ist die eigene Quelle für das Brauwasser im Naturschutzgebiet oberhalb des Ortes, malerisch gelegen zwischen Waldrand und saftigen Wiesen. Keine andere deutsche Brauerei verfügt über weicheres Quellwasser als Alpirsbach.

Aber auch das konnte eine Schieflage der Brauerei nicht verhindern. In den 70er-Jahren schalteten die Schwarzwälder sogar Fernsehwerbung und wurden deutschlandweit bekannt. Die Expansion ermutigte den Konzern später, ein Festzelt auf der Cannstatter Wasen, dem zweitgrößten deutschen Volksfest, zu betreiben. Millionenverluste hätten die Brauerei damals fast ruiniert.

"Zum Glück sind wir da noch rausgekommen. Gastronomiebetrieb ist eben nicht unser Kerngeschäft", sagt Glauner. Das Unternehmen betreibt heute nur die Gastwirtschaft am Kloster selbst. Einen Fuhrpark gibt es nicht. Das Bier wird von Händlern abgeholt.

Kommentare (3)

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Biertrinker

06.06.2012, 07:21 Uhr

Leider nicht ganz sorgfältig recherchiert. Die 0,33 l Bügelflasche wird unter dem Namen "Apirsbacher Klosterstoff" vertrieben. Der kleine Mönch (ebenfalls eine 0,33l Flasche mit Kronkorken) exisiert schon länger.

Bacchus

06.06.2012, 08:22 Uhr

"Mit 190 000 Litern und einem Umsatz von rund 19 Millionen Euro ist die Brauerei nicht groß."

Es sind vermutlich eher 1 900 000 oder 19 000 000 Liter Bier, die die Brauerei produziert...

Nico

06.06.2012, 08:46 Uhr

laut Homepage von Alpirsbacher sind es 180.000 hl, also 18.000.000 l.... mfg aus dem Schwarzwald

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