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17.12.2016

11:28 Uhr

Börsendebüt für Hotelsuchportal

Die Trivago-Strategie

VonKatrin Terpitz

Das Start-up aus Düsseldorf ist am Freitag an der US-Börse Nasdaq gestartet. Zwar wurde weniger eingespielt als erwartet. Trotzdem wäre dies der zweitgrößte Börsengang eines Unternehmens aus Deutschland 2016 nach Innogy.

Trivago vergleicht die Preise von 1,3 Millionen Hotels weltweit. In 55 Ländern gibt es Webseiten des Hotelsuchportals. Trivago

Trivago-Zentrale in Düsseldorf

Trivago vergleicht die Preise von 1,3 Millionen Hotels weltweit. In 55 Ländern gibt es Webseiten des Hotelsuchportals.

Düsseldorf„Hotel? Trivago.“ Den charmanten, nuschelnden TV-Werbemann der Hotelsuchplattform kennen 86 Prozent aller Deutschen. Immer mehr Menschen von Australien über Brasilien bis Amerika nutzen das Vergleichsportal Trivago, wenn sie im Internet nach dem günstigsten Preis für ein Hotel suchen. Drei Studienfreunde von der Handelshochschule Leipzig haben das Start-up mit der unkonventionellen Unternehmenskultur  – Freibier, Partys, unbegrenzter Urlaub – 2005 in Düsseldorf gegründet.

Seit vier Jahren gehört Trivago mehrheitlich mit 63,5 Prozent zum amerikanischen Reiseportal-Riesen Expedia. Seitdem hat sich der Umsatz fast versechsfacht. In den ersten neun Monaten 2016 lag er bei 585 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von unter 300 auf heute rund 1100. Die deutschen Gründer mit Rolf Schrömgens an der Spitze lenken das Unternehmen weiterhin aus Düsseldorf. In einem schwierigen Börsenjahr für Neuemissionen wagte sich Trivago erstmals aufs Parkett – und zwar an die Technologiebörse Nasdaq in New York. Am Freitag fand die Erstnotierung statt.

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Trivago geht zunächst als niederländische Holding Travel B.V. an die Börse (TRVG). Am Freitagmorgen hatte Trivago einen Ausgabepreis von elf Dollar je Aktie bekannt gegeben. Das Hotelsuchportal hatte eigentlich einen Ausgabepreis zwischen 13 bis 15 Dollar je Aktie anvisiert. Auch das geplante Aktienvolumen wurde von 28,5 Millionen auf 26,1 Millionen Dollar reduziert. Damit lag das Platzierungsvolumen mit 287 Millionen Euro deutlich niedriger als die geplanten rund 400 Millionen Dollar. Darin spiegelte sich die Zurückhaltung vieler Investoren wider in einem für Technologiefirmen schwierigen Börsenjahr. Immerhin legten die Papiere beim Debüt an der Technologiebörse Nasdaq dann kräftig zu: Sie stiegen um bis zu 13 Prozent auf 12,43 Dollar. Zum Börsenschluss lagen sie um 7,7 Prozent höher bei 11,85 Dollar je Aktie.

Analysten wie Kevin Kopelman von Cowen & Co hatten Trivago zuvor mit etwa fünf Milliarden Dollar bewertet – und damit fünfmal so hoch wie der prognostizierte Umsatz 2017 von rund einer Milliarde Dollar. Allerdings ist Trivago derzeit noch nicht profitabel. Der Nettoverlust lag in den ersten neun Monaten bei 51,5 Millionen Euro.

Die Gründer und Manager Rolf Schrömgens, Peter Vinnemeier und Malte Siewert geben beim Börsengang einen Teil ihrer Unternehmensanteile als Aktien ab. Bisher halten sie gemeinsam 36,5 Prozent an der Trivago GmbH. Daneben werden zusätzliche Aktien ausgegeben. Trivago-Mutter Expedia selbst wird sich nicht von Anteilen trennen.

Die deutschen Gründer können nun zum zweiten Mal nach dem Einstieg von Expedia Kasse machen, auch wenn es weniger sein dürfte als erhofft. 2013 waren 477 Millionen Euro an die Gründer und damaligen Investoren wie Insight Venture Partners geflossen. Der US-Investor hatte 2010 27,3 Prozent von Trivago für 42,5 Millionen Euro gekauft. Mit ihrem Geld investieren die Gründer unter anderem über ihre Wagniskapitalfirma Monkfish Equity in junge Start-ups. Dazu zählen Firmen wie Delivery Hero, Hello Fresh oder Moebel24.  „Wir haben schon über 100 Millionen Euro investiert und erfolgreiche Exits gemacht“, heißt es auf der Webseite.

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Die Gründe für den Börsengang von Trivago, den Expedia noch kurz vor Jahresende forciert hat: eine größere finanzielle Flexibilität, um globales Wachstum und Investitionen in Technik weiter voranzutreiben. Mehr Kapital kann Trivago gut gebrauchen. Denn auf dem Online-Hotelmarkt werden langfristig nur die ganz Großen überleben.

Weltweit wurden 2015 Online-Buchungen im Wert von 127 Milliarden Dollar getätigt, so Marktforscher Phocuswright – 2010 waren es erst 69 Milliarden Dollar. Der Markt wächst stark, denn erst jede dritte Hotelbuchung wird online getätigt. „Es ist so gut wie keine Frage, dass Trivago sehr groß werden wird in den kommenden Jahren“, meint Reisemarkt-Experte Dennis Schaal vom Branchenportal „Skift“. Offen bleibe aber, ob Trivago sein „Profitabilitätsgen“ aktivieren könne.

Kommentare (1)

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Herr Mark Hofmann

16.12.2016, 17:42 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

TRAUTMANN

Danke

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