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08.10.2013

06:48 Uhr

Brabus-Chef Bodo Buschmann

„Die 40-Stunden-Woche ist am Mittwoch voll“

VonTobias Döring

ExklusivBrabus aus Bottrop ist der größte eigenständige Autotuner der Welt. Unternehmenschef Bodo Buschmann setzt voll auf PS-starke Mercedes-Modelle. Übertriebener Luxus sei out, das rollende Büro in.

Brabus-Chef Bodo Buschmann ist ein Fan des Mercedes G. In der Stadt darf es aber auch mal der Smart sein. Dirk Hoppe/Netzhaut für Handelsblatt

Brabus-Chef Bodo Buschmann ist ein Fan des Mercedes G. In der Stadt darf es aber auch mal der Smart sein.

BottropGeduldig hat Bodo Buschmann vor der Mercedes G-Klasse für den Fotografen posiert. Jetzt muss er es endlich hören: das Motorengeräusch. Buschmann startet und lässt die PS-starke Maschine aufheulen – mitten im Ausstellungsraum. Rechts neben ihm sitzen Verkaufsberater in gläsernen Büros, links stehen sündhaft teure Luxusautos. Dazwischen drückt Buschmann auf die Tube und freut sich über den Klang.

Der G, ein Ungetüm von Geländewagen, ist das Lieblingsfahrzeug des Brabus-Chefs. Seit mehr als 30 Jahren wird er produziert. Ebenso lange schraubt der Bottroper Autotuner an dem Modell, verbessert die Leistung, verändert das Design oder die Innenausstattung („Worauf ich stolz bin“).

Auf der IAA hat das Unternehmen mit dem Brabus B63S eine Pick-Up-Variante vorgestellt. Drei Achsen, Sechsrad-Antrieb und satte 700 PS unter der Haube: Brabus verkaufte vom Messestand weg sechs Stück zu je rund einer halben Million Euro.

Bodo Buschmann ist in gewisser Weise wie sein Lieblingsauto. Der Mercedes-Benz G wurde in seiner Grundform nie wesentlich verändert, technisch aber immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. Auch der schwergewichtige Manager hat seit der Unternehmensgründung im Jahr 1977 sein Geschäftsprinzip beibehalten, es aber immer Schritt für Schritt angepasst.

Fakten zu Brabus

Gründungsjahr

1977 in Bottrop, im mittleren Ruhrgebiet.

Geschichte

Bodo Buschmanns Vater war Inhaber eines Mercedes-Autohauses. Sein Sohn widmete sich dem Tuning der Modelle und eröffnete nur wenige Meter entfernt sein eigenes Geschäft – mit einem Ausstellungsraum und einem angeschlossenen Auto-Hifi-Studio. Buschmanns Studienkollege Klaus Brackmann brachte die erste Silbe in den Firmennamen Brabus ein, stieg aber schnell aus dem Unternehmen aus.
Im Jahr 1986 vergrößerte sich Brabus und baute in unmittelbarer Nähe zum ursprünglichen Standort eine große Werks - halle mit Verkaufsraum. In diesem Jahr wurde das dritte Werk eröffnet, das vierte ist bereits im Bau.

Eigner und Führung

Unternehmensgründer Bodo Buschmann ist Geschäftsführender Alleingesellschafter. Buschmann ist auch Vorstandsvorsitzender des Verbands der Automobiltuner und Honorarprofessor in Sofia. Sein Sohn Constantin dürfte dem 58-Jährigen eines Tages an der Brabus-Spitze nachfolgen.

Produkte

Brabus tunt seit der Gründung Mercedes-Modelle. Die S-Klasse ist dabei das wichtigste Modell. Der Autotuner verschafft dabei nicht nur den Motoren mehr PS – auf der IAA in Frankfurt hat Brabus einen Achtzylinder-Motor mit 850 PS vorgestellt –, sondern trimmt das ganze Fahrzeug auf Leistung.
Im Fokus steht aber auch die Optik. Angefangen mit klassischen Felgen erfüllt das Unternehmen auch im Innenraum fast jeden Wunsch der zahlungskräftigen Kundschaft. Die Tochter CRD fertigt auch Fahrzeuge für andere Automarken wie aktuell eine Kleinserie für Infiniti – aber nicht unter dem Markennamen Brabus. Seit mehr als zehn Jahren tunen die Bottroper ebenfalls Smarts in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Daimler. Ein weiteres Geschäftsfeld ist der Handel mit Oldtimern und wertvollen Sportwagen.

Geschäftsentwicklung

Das Geschäft von Brabus wird immer internationaler. Der Exportanteil des Unternehmens beträgt inzwischen 85 Prozent – Tendenz steigend. Die wichtigsten Märkte sind Deutschland, China, die Vereinigten Arabischen Emirate, die ehemaligen GUS-Staaten und die USA. Die Jahresproduktion liegt bei rund 17.500 Fahrzeugen pro Jahr – davon sind 10.000 Smarts. Im vergangenen Jahr machte Brabus nach eigenen Angaben einen Außenumsatz von 350 Millionen Euro.

Beschäftigte und Standorte

Brabus hat 360 Mitarbeiter in Deutschland. Weltweit sind es rund 2500 Beschäftigte – 550 davon in China. Neben dem Hauptstandort in Bottrop hat der Autotuner Niederlassungen in den USA (Irvine, Kalifornien) und in Dubai. Dazu kommen Vertretungen in 106 Ländern – allein 40 in China.

Von Anfang an konzentrierte sich der heute größte eigenständige Autotuner der Welt auf Mercedes-Modelle. Obwohl Daimler mit der Tochter AMG einen eigenen Spezialisten im Haus hat, ist Brabus akzeptiert. „Klar gab es Vorbehalte, aber mittlerweile hat man gesehen, dass viele unserer Produkte AMG-Basisprodukte sind, die wir weiter veredeln“, sagt Buschmann.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

08.10.2013, 19:02 Uhr

Schade, dass ein eingegebener Kommentar NACH dem Einloggen verschwindet. Zweimal schreibe ich ihn nicht!

Account gelöscht!

09.10.2013, 12:39 Uhr

Sehr geehrter Nutzer Rieksmeier,

wir haben in unserem Editor nachgeschaut - Ihr Kommentar wurde nicht gelöscht. Da muss etwas bei der Übermittlung schief gegangen sein. Entschuldigen Sie.

Schöne Grüße aus der Redaktion.

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