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26.01.2010

15:40 Uhr

Brauerei

Krombacher will alkoholfrei zum Erfolg

Krombacher ist Deutschlands zweitgrößte Brauerei. Und ausgerechnet am Bier hat Krombacher immer weniger Freude. Grund: Der Bierkonsum geht immer weiter zurück. Deswegen setzt die Gruppe nun auf ganze andere Wachstumsregionen.

Das Bier-Mischgetränk "Cab" von Krombacher. dpa

Das Bier-Mischgetränk "Cab" von Krombacher.

HB DÜSSELDORF. Die Krombacher Brauerei sieht die deutschen Brauer vor einem harten Jahr. "2010 wird nicht einfacher", sagte Geschäftsführer Stephan Maubach am Dienstag bei der Bilanzvorstellung in Düsseldorf. Der Bierkonsum werde weiter zurückgehen: "Eine älter werdende Gesellschaft trinkt weniger Bier." Im vergangenen Jahr sei der Bierkonsum nach Angaben des Brauerbundes von Januar bis November um 3,2 Prozent gesunken. Zudem sei der Markt hart umkämpft. Dies liegt nach Einschätzung von Maubach auch an Überkapazitäten von rund 30 Prozent bei den deutschen Brauereien: "Da ist es schon verlockend, über den Preis kurzfristig Menge zu machen."

Die Krombacher-Gruppe konnte 2009 den Vorjahresumsatz von 642 Mio. Euro halten. Der Bierausstoß der Gruppe aus dem siegerländischen Kreuztal sank jedoch zwar um 1,4 Prozent auf 5,59 Mio. Hektoliter. Ein Umsatz-Minus beim Bier fing Krombacher mit den zur Gruppe gehörenden alkoholfreien Getränkemarken "Schweppes" und "Orangina" auf. Sie steigerten den Umsatz um 4,4 Prozent auf 73,6 Mio. Euro. Insgesamt sank der Getränkeausstoß um 0,8 Prozent auf 6,34 Mio. Hektoliter. Über den Gewinn schweigt das Familienunternehmen traditionell. "Wir sind mit dem Ergebnis noch zufrieden", sagte Technik-Geschäftsführer Helmut Schaller.

Die nach dem Billigbier Oettinger zweitgrößte deutsche Biermarke setzt bei neuen Produkten vor allem auf alkoholfreie Getränke. "Der Trend geht deutlich Richtung alkoholfrei", sagte Maubach. 2009 stellte Krombacher Radler und Weizenbier ohne Alkohol vor: "Die sind gut gestartet", sagte Schaller. Rund ein Fünftel des Geschäftes macht die Gruppe bereits mit Bieren und Erfrischungsgetränken ohne Alkohol.

Krombacher denkt nach dem Erfolg der 2006 übernommenen Bittergetränke-Marke Schweppes über weitere Zukäufe nach. "Die Kriegskasse ist gefüllt", sagte Schaller. Konkrete Pläne gebe es derzeit nicht. "Wir sind aber für sinnvolle Akquisitionen aus dem Premium-Sektor offen", sagte er.

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