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08.01.2011

08:00 Uhr

Buchneuheiten 2011

Zwischen großen Gewinnchancen und Cyberkrieg

VonRegina Krieger

Was kommt nach der Finanzkrise? Satte Gewinnchancen in der digitalen Welt, das Ende der Empathie oder droht der Cyberkrieg? Nichts bleibt, wie es war – das ist das alles beherrschende Thema des neuen Jahres. Ein Blick auf die Neuerscheinungen im Frühjahr 2011.

Mark Zuckerbergs Facebook ist eines der großen Themen der Neuerscheinungen 2011. DAPD

Mark Zuckerbergs Facebook ist eines der großen Themen der Neuerscheinungen 2011.

DÜSSELDORF. Offenheit, Sachen kaputtmachen, Revolutionen, Informationsfluss, Minimalismus, Sachen bauen, Verzicht auf Streben nach allem, was nicht wirklich wichtig ist“ steht unter dem Stichwort „Interessen“ in Mark Zuckerbergs eigenem Facebook-Profil. Der 26-Jährige hat es geschafft: Als „Person des Jahres 2010“ ist sein Kindergesicht auf dem Cover von „Time“, das von ihm geschaffene soziale Netzwerk hat die 500-Millionen-Nutzer-Schallgrenze übersprungen, der Film über ihn füllt die Kinosäle, und die Geldspritze von Goldman Sachs hat die Bewertung seines Unternehmens auf 50 Milliarden Dollar getrieben.

Facebook hat Regimegegnern im Iran geholfen, sich zu organisieren, hat die Öffentlichkeit nach dem Anschlag in Alexandria aufgerüttelt, aber auch Kritiker auf der ganzen Welt zu Protesten gegen Datenmissbrauch und für den Schutz der Privatsphäre im Netz veranlasst. „Zuckerberg ist davon überzeugt, dass die Welt dabei ist, sich so zu verändern, dass es dem Einzelnen immer weniger möglich sein wird, seine Daten zu schützen“, schreibt David Kirkpatrick in seinem Buch Der Facebook-Effekt. Hinter den Kulissen des Internet-Giganten, das nächste Woche bei Hanser erscheint. Es ist das erste von auffallend vielen Büchern aus den Frühjahrsprogrammen der Verlage, in denen es um die digitale Welt und ihre Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft geht. Nach den vielen Deutungen und Analysen der Finanzkrise haben die Wirtschaftsbücher 2011 ein neues Megathema.

Im Februar bringt der Schweizer Verlag Orell Füssli Gemeinsam einsam. Wie Facebook, Google & Co. unser Leben verändern von Carsten Görig heraus. Auch hier geht es um die Freiheit des schnellen Informationsaustausches auf der einen und die Risiken und Nebenwirkungen der ungeschützten Datenflut auf der anderen Seite.

Geld verdienen wie Steve Jobs

„Sie vertrauen mir, die Idioten“, zitiert der Autor Mark Zuckerberg. Constanze Kurz und Frank Rieger, Sprecher des Chaos Computer Clubs und Experten für Informatik und Kommunikationssicherheit, erklären in Die Datenfresser, das Buch erscheint im April bei S.Fischer, wie aus der Datenflut geldwerte Informationen geschöpft werden, ohne dass sich die Nutzer darüber im Klaren sind.

Die Themenskala der Neuerscheinungen reicht von Management- und Strategietiteln – Steve Jobs’ Innovationsgeheimnisse von Carmine Gallo (Redline) und Was würde Apple tun? Wie man von Apple lernen kann, in der digitalen Welt Geld zu verdienen von Dirk Beckmann (Econ) – über Insiderbücher wie Inside Wikileaks. Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt von Daniel Domscheit-Berg (Econ), der bis zum Herbst 2010 mit Julian Assange zusammenarbeitete, und Staatsfeind Wikileaks von Marcel Rosenbach und Holger Stark (DVA) bis zu Debattenbüchern wie Digital ist besser von Kai-Hinrich Renner und Tim Renner, das im März bei Econ erscheint.

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