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28.03.2006

10:17 Uhr

Büroeröffnung in Schanghai

Deutsche Leasing auf der Spur der Kunden

VonRolf Benders

Die Deutsche Leasing (DL) hat in China ihre erste Niederlassung eröffnet und folgt damit dem deutschen Mittelstand auf den boomenden Markt. Experten warnen vor Risiken der Staatswirtschaft.

SCHANGHAI. Im ersten Jahr wolle man ein Neugeschäft von „mindestens“ 20 Mill. Euro erzielen, 2008 sollten es 80 Mill. Euro werden, sagte Vorstandschef Hans-Michael Heitmüller bei der Eröffnung des Büros in Schanghai. Die Gewinnschwelle solle spätestens im zweiten Geschäftsjahr überboten werden. Seinen Optimismus stützt er auf den Nachholbedarf auf dem chinesischen Leasingmarkt. Der Marktanteil des Leasings bei der Investitionsfinanzierung habe 2004 nur bei 1,5 Prozent gelegen, verglichen mit 30 Prozent in den USA.

Leasing ist eine Form der Investitionsfinanzierung. Dabei kauft die Leasinggesellschaft – einfach ausgedrückt – zum Beispiel eine Maschine und vermietet sie an ein Unternehmen. Rechtlich bleibt der Finanzier Eigentümer der Maschine. Am Ende der Laufzeit kann der Leasingnehmer das Objekt erwerben oder es wird weiterverkauft.

Die Deutsche Leasing reagiert mit der Expansion auf den Druck deutscher Firmen. „Wir haben ganz schön gedrängelt und weitere Niederlassungen in China wären wünschenswert“, sagte Rainer Otto, Finanzchef des Baumaschinenherstellers Wirtgen. Derzeit sei die Finanzierung der Engpass für chinesische Kunden. Die Regierung habe den Banken eine sehr restriktive Kreditvergabepolitik verordnet, um ein Heißlaufen der Wirtschaft zu verhindern. Entsprechend schwer sei es, an Kredite zu kommen. Wirtgen gehört zu den deutschen Firmen, die über die DL in China bereits Maschinen an Unternehmen vermietet haben.

Die DL will sich in China zunächst auf das Verleasen von Maschinen deutscher Unternehmen konzentrieren. Wenn man damit Erfahrungen gesammelt habe, könne man das Produktportfolio ausdehnen, oder chinesische Produkte im Ausland verleasen, sagte Heitmüller. Auch die Eröffnung weiterer Niederlassungen schließt der Vorstandschef nicht aus.

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