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08.01.2009

12:57 Uhr

Business Angels

Flügel für junge Unternehmer

VonCarmen Salvenmoser

Business Angels helfen Gründern nicht nur mit Eigenkapital, sondern auch mit ihrem Branchenwissen und guten Kontakten. Die Ratschläge der erfahrenen Unternehmer sind für Junior-Chefs oft unbezahlbar.

Business Angels helfen ihren Schützlingen nicht nur mit Startkapital, sondern auch mit ihrer Erfahrung und ihren Kontakten. Foto: dpa dpa

Business Angels helfen ihren Schützlingen nicht nur mit Startkapital, sondern auch mit ihrer Erfahrung und ihren Kontakten. Foto: dpa

KÖLN. Anfang des Jahres 2000 hatte Jürgen Kaack seinen Businessplan fertig. Er wollte einen Netzbetreiber gründen, der Mehrwertdienste wie Gewinnspiel-Hotlines und Service-Rufnummern für Geschäftskunden entwickelt und betreibt. Doch es fehlte das nötige Kapital: "Ich brauchte in der ersten Finanzierungsrunde etwa 20 Mill. Euro", erinnert sich Kaack. Weil die Investitionssumme für klassische Venture-Capital-Gesellschaften zu hoch war und den Banken Sicherheiten fehlten, suchte Kaack nach einem privaten Geldgeber, einem Business Angel. "Ich habe damals einen ehemaligen Banker ausgewählt", sagt Kaack. "Durch seine frühere Tätigkeit hatte er ein Netzwerk vermögender Privatinvestoren." In diesem Kreis fand der Business Angel für den Gründer fast 100 Kapitalgeber, die der Firma zum schnellen Start verhalfen.

Nicht alle Jungunternehmer kommen so einfach an Startkapital. Während in den USA im vorvergangenen Jahr 250 000 Business Angels rund 26 Milliarden US-Dollar in Firmengründungen steckten, stellten in Deutschland nur 5 000 Unternehmensengel rund 200 Millionen Euro zur Verfügung. "Der Gedanke, in Jungunternehmer zu investieren, hat sich hier noch nicht durchgesetzt", klagt Kai Thierhoff, der Gründer bei der Finanzierung ihrer Idee unterstützt und Business Angels vermittelt.

Aktuell dürfte auch die Finanzkrise ein Grund für die Zurückhaltung sein: Private Kapitalgeber zögern bei gewagten Investments, weil sie den Verlust ihres Kapitals fürchten oder bisherige Beteiligungen noch nicht gewinnbringend veräußern konnten. Das ergab die Befragung des Business-Angels-Panels, das aus mehr als 40 erfahrenen Unternehmensengeln besteht.

Dennoch haben deutsche Gründer die Hoffnung auf finanzielle Unterstützung nicht aufgegeben: So erhielten die Panel-Teilnehmer 2008 durchschnittlich 15 Businesspläne, jeder einzelne Engel sah sich immerhin fünf der eingegangenen Geschäftsideen genauer an. Denn: Eine Beteiligung ist nicht nur für den Gründer lohnend - auch der Business Angel verdient oft daran. Die Förderer stellen nämlich in einer frühen Gründungsphase Kapital zur Verfügung, im Gegenzug erhalten sie Anteile am Startup und ein Mitspracherecht. Üblicherweise stellen die Investoren 50 000 bis 150 000 Euro bereit, wenn sie von einer Idee überzeugt sind, weiß Engel-Vermittler Thierhoff.

Das Investitions-Spektrum der Business Angels ist groß: Die besten Chancen auf Startgeld haben derzeit die Gründer von Umwelttechnologie-Firmen. Jeder zweite Investor des Business-Angel-Panels hält diese Branche für attraktiv. Beliebt sind laut Umfrage auch Startups im Bereich der Nanotechnologie, Medizintechnik und der Medienbranche. Wenig Unterstützung hingegen finden Telekommunikations-Unternehmen und Finanzdienstleister.

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