Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.03.2012

14:33 Uhr

Chancen im Internet

Firmen lassen sich Geschäfte durch die Lappen gehen

VonAnja Müller

Soziale Netzwerke bieten vielen inhabergeführten Unternehmen gute Chancen. Das ergibt eine Studie. Doch viele Mittelständler wollen gar nicht um jeden Preis bekannter werden - und das nicht zu Unrecht.

Viele Firmen nutzen Xing zur Geschäftsanbahnung. dpa

Viele Firmen nutzen Xing zur Geschäftsanbahnung.

DüsseldorfJetzt auch ohne Fleisch - der Tiefkühlkosthersteller Frosta verzichtet schon lange auf Zusatzstoffe, nun gibt es fünf neue Gerichte, die garantiert ohne Fleisch angeboten werden. Vorstandschef Felix Ahlers hat dafür keinen Euro in die Marktforschung gesteckt. "Unsere Kunden haben die Produkte mitentwickelt", erklärt der Familienunternehmer. Das können die Kunden, weil sie bereits seit sieben Jahren mit Ahlers und seinen Mitarbeitern via Weblogs über Rezepte, Zusatzstoffe und Nachhaltigkeit diskutieren.

Auch Anita Freitag-Meyer, geschäftsführende Gesellschafterin der Keksfabrik Hans Freitag in Verden an der Aller, entwickelt gemeinsam mit ihren Kunden neue Produkte. Ihr Keksblog ermöglicht ihr aber noch mehr: Einmal konnte sie schneller und effektiver auf eine Anschuldigung, eine Mogelpackung zu verkaufen, reagieren und erklären, warum die eine Packung mehr leichte und die andere wenige schwerere Kekse enthält. Dann erfährt sie über ein geschlossenes Gästebuch für die 330 Mitarbeiter, viel genauer und zeitiger als früher wo ihnen gerade der Schuh drückt.

Frosta und Hans Freitag gehören zu den Netzpionieren unter den inhabergeführten Unternehmen. Immer mehr von ihnen erkennen, dass soziale Netzwerke nützlich sind, "aber das enorme wirtschaftliche Potenzial haben viele noch nicht erkannt", urteilt Heike Simmet, Marketing-Professorin an der Hochschule Bremerhaven. Sie hat kürzlich mehr als 500 mittelständische Unternehmen zu ihrem Social-Media-Verhalten befragt.

Immerhin: eine knappe Mehrheit nutzt die bekanntesten Netzwerke Facebook und Xing. Gut die Hälfte hat einen Mitarbeiter zum Scannen des Webs abgestellt, der sich eine halbe Stunde bis zwei Stunden pro Tag im Netz tummeln soll.

Viele der kleinen und mittleren Unternehmen sehen laut Studie in sozialen Netzwerken vor allem Chancen zur Steigerung der Bekanntheit oder bei der Öffentlichkeitsarbeit. Aber zum einen wollen vor allem viele familiengeführte Unternehmen gar nicht um jeden Preis bekannter werden, weil sie Neid, weniger Privatsphäre oder gar die Entführung ihrer Kinder fürchten. Und zweitens zahlt sich Bekanntheit auch nicht für jedes Unternehmen gleich gut aus.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×