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27.01.2015

16:29 Uhr

China Business Insights

Der unterschätzte Handelspartner

VonFinn Mayer-Kuckuk, Anja Müller, Christian Schnell

China erfindet sein Wirtschaftssystem neu – und prägt zugleich eine neue Weltordnung. Das bietet gute Chancen für die deutsche Wirtschaft. Doch die Volksrepublik wünscht sich noch mehr von Deutschland – und von Europa.

Der chinesische Botschafter Shi Mingde (links) spricht sich für ein europäisch-chinesisches Freihandelsabkommen aus. Julia Vogel und Rudolf Wichert für Handelsblatt

Der chinesische Botschafter Shi Mingde (links) spricht sich für ein europäisch-chinesisches Freihandelsabkommen aus.

Düsseldorf/PekingWenn es eine große Gemeinsamkeit in den Wahrnehmungen von China gibt, dann ist es das Erstaunen über die Veränderungsgeschwindigkeit. China hat nicht nur in den vergangenen Jahrzehnten eine ungeahnte Tatkraft und Flexibilität bewiesen - die Vitalität ist ungebrochen: Unter Präsident Xi Jinping befindet sich das Land erneut in einem Totalumbau. Es steuert weg vom kapitalgetriebenen Wachstum um jeden Preis, hin zu einer nachhaltigen, kreativeren, runderen Wirtschaftsform.

Heute wirkt der neue Schub von Neuerungen rund um den Globus - schließlich ist China die zweitgrößte Volkswirtschaft und durch gewaltige Handels- und Kapitalströme mit den anderen ökonomischen Blöcken verbunden. „Wirtschaftsfortschritte, die in den USA 50 Jahre brauchten, schafft China in zehn Jahren“, sagte Stephen King, der Chefökonom der HSBC, auf dem von dem Handelsblatt und HSBC veranstalteten Kongress „China Business Insights“ in Düsseldorf.

Das Leben der Menschen in den USA und Europa sei heute eng mit dem verbunden, was in China passiert, beobachtet King. Energiepreise? Diktiert von der Nachfrage aus Fernost. Der Lohn eines Industriearbeiters? Sinkt durch die Konkurrenz aus Asien auf dem globalen Arbeitsmarkt.

Die größten Herausforderungen in China

Hintergrund

Die deutsche Auslandshandelskammer in China hat im Jahr 2014 rund 400 deutsche Unternehmen befragt, welche Herausforderungen sie in China sehen. Bei der Umfrage waren Mehrfachnennungen möglich.

Platz 10

49,1 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Bürokratie eine Hürde in China sei.

Platz 9

Für 50,2 Prozent stellte die bevorzugte Behandlung lokaler Unternehmen ein Problem dar.

Platz 8

Protektionismus empfinden 54,5 Prozent der deutschen Unternehmen in China als Hindernis.

Platz 7

Ein großes Thema ist auch Korruption. 56,1 Prozent der in China tätigen deutschen Unternehmen halten dies für eine Herausforderung.

Platz 6

57,7 Prozent der Unternehmen haben das Gefühl, dass der Schutz des geistigen Eigentums in China schwierig ist.

Platz 5

Auch mit der Kommunikation gibt es Probleme. 58,7 Prozent halten das langsame Internet für eine Herausforderung im Reich der Mitte.

Platz 4

Auch steigende Rohstoff- und Energiekosten werden von 59,1 Prozent der Befragten als Herausforderung benannt.

Platz 3

Schwierig scheint für viele Unternehmen auch das Halten qualifizierter Mitarbeiter zu sein. Das gaben jedenfalls 67,2 Prozent der Unternehmen in der Umfrage an.

Platz 2

Auch das Finden qualifizierter Mitarbeiter stellt eine Herausforderung für 74,1 Prozent der Firmen dar.

Platz 1

Als größte Herausforderung benennen die deutschen Unternehmen, die in China tätig sind, allerdings die steigenden Lohnkosten. Diese sind für drei von vier Firmen (75,2 Prozent) ein Problem.

Quelle

German Chamber of Commerce in China, Daten von 2014

Die globale Verschränkung der Volkswirtschaften bringt jedoch auch erhebliche politische Vorteile. „Die deutsch-chinesischen Beziehungen haben im vergangenen Jahr einen Höchststand erlebt. Eine solche Intensität gab es noch nie“, sagte der chinesische Botschafter in Deutschland, Shi Mingde, auf der Tagung.

Shi kann sich im nächsten Schritt sogar Freihandel mit der EU vorstellen , um den Austausch noch zu vertiefen. „Ich verstehe nicht, warum die EU mit allen Staaten Gespräche darüber führt, nur nicht mit China. Warum will Frau Merkel mit Russland über dieses Thema sprechen, wo wir doch der viel größere Handelspartner sind?“, kritisierte der Botschafter.

Shi führt gute Gründe für seine Position an. Er hält die Zeiten für vorüber, in denen China durch billige Ausfuhren die Handelsbilanz in Ungleichgewicht gebracht hat. Heute sei sein Land durch die steigende Binnennachfrage selbst einer der wichtigsten Abnehmer - gerade für Deutschland als Exportnation sei so ein Partner sehr wichtig. „China ist der größte Handelspartner der EU“, unterstreicht Andreas Schmitz, Sprecher des Vorstands von HSBC Deutschland. „Das hat sich bei der heimischen Wirtschaft noch nicht rumgesprochen.“

Kommentare (1)

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27.01.2015, 18:53 Uhr

CHINA BUSINESS INSIGHTS
Der unterschätzte Handelspartner

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Jeden Einkauf in CHINA ist Verrat an eigene Arbeitsplätzen !









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