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27.01.2015

16:29 Uhr

China Business Insights

„Wir wünschen uns keinen Joint-Venture-Zwang“

VonAnja Müller

Die Teilnehmer des Kongresses „China Business Insights“ erlebten einen von China begeisterten Daimler-Chef. Und einen Botschafter der Volksrepublik, der mit einem spektakulären Vorschlag aufwartete.

Daimler-Chef Dieter Zetsche schwärmte auf dem Kongress „China Business Insights“ von den Aussichten für deutsche Unternehmen im Reich der Mitte. Uta Wagner für Handelsblatt

Daimler-Chef Dieter Zetsche schwärmte auf dem Kongress „China Business Insights“ von den Aussichten für deutsche Unternehmen im Reich der Mitte.

DüsseldorfErmuntert von Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart („Auch China gehört zu Deutschland“) überhäuften die Spitzen der deutschen Wirtschaft das Reich der Mitte mit Lob. Die Investitionsbedingungen seien gut, die Wachstumsstory gehe weiter, China biete noch immer ungeahnte Chancen, schwärmte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Seine anfängliche Skepsis gegenüber der Planwirtschaft habe er abgelegt.

Auch HSBC-Deutschland-Chef Andreas Schmitz lobte China. Das Land sei der größte Handelspartner der EU, doch das habe sich bei der heimischen Wirtschaft nicht überall herumgesprochen. Die weitere Öffnung des Landes und der Währung seien ermunternde Signale. Diese Dynamik sei beeindruckend.

Der chinesische Botschafter in Berlin, Shi Mingde, überbrachte in perfektem Deutsch einen spektakulären Vorschlag: Europa und die Volksrepublik sollten unverzüglich in Gespräche zur Vorbereitung von Verhandlungen über eine chinesisch-europäische Freihandelszone eintreten. China sei bereit, Zollgrenzen und bürokratische Hindernisse zu beseitigen. Warum spricht Deutschland nur mit den USA? Warum bietet Frau Merkel solche Gespräche jetzt ausgerechnet den Russen an? Das alles fragte er. Das Publikum quittierte die Offensive mit zustimmendem Applaus.

Die größten Herausforderungen in China

Hintergrund

Die deutsche Auslandshandelskammer in China hat im Jahr 2014 rund 400 deutsche Unternehmen befragt, welche Herausforderungen sie in China sehen. Bei der Umfrage waren Mehrfachnennungen möglich.

Platz 10

49,1 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Bürokratie eine Hürde in China sei.

Platz 9

Für 50,2 Prozent stellte die bevorzugte Behandlung lokaler Unternehmen ein Problem dar.

Platz 8

Protektionismus empfinden 54,5 Prozent der deutschen Unternehmen in China als Hindernis.

Platz 7

Ein großes Thema ist auch Korruption. 56,1 Prozent der in China tätigen deutschen Unternehmen halten dies für eine Herausforderung.

Platz 6

57,7 Prozent der Unternehmen haben das Gefühl, dass der Schutz des geistigen Eigentums in China schwierig ist.

Platz 5

Auch mit der Kommunikation gibt es Probleme. 58,7 Prozent halten das langsame Internet für eine Herausforderung im Reich der Mitte.

Platz 4

Auch steigende Rohstoff- und Energiekosten werden von 59,1 Prozent der Befragten als Herausforderung benannt.

Platz 3

Schwierig scheint für viele Unternehmen auch das Halten qualifizierter Mitarbeiter zu sein. Das gaben jedenfalls 67,2 Prozent der Unternehmen in der Umfrage an.

Platz 2

Auch das Finden qualifizierter Mitarbeiter stellt eine Herausforderung für 74,1 Prozent der Firmen dar.

Platz 1

Als größte Herausforderung benennen die deutschen Unternehmen, die in China tätig sind, allerdings die steigenden Lohnkosten. Diese sind für drei von vier Firmen (75,2 Prozent) ein Problem.

Quelle

German Chamber of Commerce in China, Daten von 2014

Wie Daimler-Chef Zetsche waren auch Bayer-Vorstand Michael König oder Voith-Chef Hubert Lienhard voll der Anerkennung für das chinesische Modell mit den Fünfjahresplänen. Auch wenn die Anerkennung erst über die Jahre gewachsen sei, wie Zetsche sagte: „Es galt lange das Credo, dass Planwirtschaft nicht funktionieren kann. Wir wurden eines Besseren belehrt.“

Tatsächlich hat die chinesische Regierung viel auf den Weg gebracht, um Firmen aus Deutschland und anderen Teilen der Welt zu locken und zu halten. Zum Beispiel die Antikorruptionskampagne, die die Unternehmensvertreter unisono lobten. Botschafter Shi Mingde stellte indessen klar, dass es auch darum ging, die heimische Bevölkerung zu beschwichtigen - die selbst unter der Korruption leide und das Vertrauen in die Partei zu verlieren drohte.

„Ich begrüße das Vorgehen gegen die Korruption, das kann uns nur helfen“, sagte Voith-Chef Lienhard, der auch Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses ist. Ebenso beim Thema Patente sei das Problem erkannt, wenn auch noch nicht gelöst. Zurzeit bereiten vielen Unternehmern die unendlich vielen Patente chinesischer Firmen Sorgen.

Das sei viel entspannter zu sehen, empfahl Kuang-Hua Lin vom Asia Pacific Management Consulting in Düsseldorf: So könnten schließlich auch deutsche Unternehmer mehr Patente in China einreichen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

27.01.2015, 18:51 Uhr

Die Teilnehmer des Kongresses „China Business Insights“ erlebten einen von China begeisterten Daimler-Chef. Und einen Botschafter der Volksrepublik, der mit einem spektakulären Vorschlag aufwartete.

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man schaue heute zu den Verhältnisse zwischen Russland und EUROPA...

und man nehme dieses beispiel als ein Spiegel...

was zwischen CHINA und EUROPA kommen wird !!!!!

Na dann fleißiges handeln.







Herr Omarius M.

27.01.2015, 19:15 Uhr

Ichhab mal für ne Firma geschafft....

da erzählte der Chef der Verkaufs Abteilung anfang 2000
wie doll das geschäft mit china lief..... und das er ihnen 20 von unseren Geräten verkauft hat..... daraufhin sagte ich nur ja toll blad unterbietne die unsere Preise.... ach was wurde ich getadelt......

Ich hab kurz danach gekündigt und arbeite nun als Privatberater...

Die firma aber kämpft derweil ums überleben da da irgendwer fast baugleiche geräte Asienweit vertreibt..^^
und das zu Preisen die kein D hersteller anbieten kann...

die geben dann zwar auch keine 25 jahre garantie.... aber das ist den kunden wohl egal....

JA ob der Herr Chef verkäufer mich heute auch noch tadeln würde halte ich mal für fraglich .....

das kein Vorwurf an die Chinesen.... aber ich finde die Verantwortlichen in den Konzern oberetagen sind oft etwas zu Blauäugig..... Seis nun hier oder im Verhandeln mit den US geschäftspartnern.....

Man zieht die D so oft über den tisch... das diese wiederrum die reibungshitze als Nestwärme interpretiern...

und wiso gehn D firmen Frei haus in die Hände anderer... auch China..... während die ihren markt streng zu halten.. ?? technologie transfer frei haus oder wie ?..

und das nur aus angst man könten den größten markt verpassen...... sobald die alles selber herstellen können fliegen unsere Firmen eh raus..

im gegensatz zu "uns" denken die Asiaten in Dekaden
und sehr strategisch....

die achten nicht auf kurzfristige "erfolge" und auch nicht nach wahlergebnissen und umfragen.....

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