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21.01.2009

08:34 Uhr

Christian Lindner, Retailo

Geschenke von der Tanke

VonS. Wimmer

Mit der Vermarktung von elektronischen Geschenkgutscheinen will Christian Lindner mit seiner Firma Retailo bald enorm wachsen. Im Interview verrät der 35-Jährige Vorstand, warum das Potential für das Gutscheingeschäft in Deutschland noch lange nicht ausgereizt ist.

Christian Lindner möchte will mit seinen elektronischen Gutscheinen an die Tanken. Foto: PR

Christian Lindner möchte will mit seinen elektronischen Gutscheinen an die Tanken. Foto: PR

Handelsblatt: Sie hätten als Geschäftsführer eines Unternehmens elektronische Geschenkgutscheine in Deutschland auf den Markt bringen können. Schließlich haben Sie es aber in Eigenregie gemacht. Wie kam es dazu?

Lindner: Das war schlichtweg Intuition. Mir wurde klar, dass dieses Geschäftsmodell zu mir und dem Gründerteam von Retailo quasi idealtypisch passt. Da wäre es fatal gewesen, diese Chance ungenutzt zu lassen. Auch wenn wir allesamt vermutlich noch nie zuvor so intensiv gearbeitet haben. Die persönliche Erfolgsnähe war auch noch nie so groß.

Wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Wir platzieren Geschenkgutscheine verschiedener bekannter Anbieter - Bücher, Spielwaren, Elektronik, Musik, Mode, Wein, Blumen bis hin zu Erlebnissen - in gemeinsamen Regalen. Diese stellen wir an gut erreichbaren Verkaufsstellen auf. Die Kunden können also beispielsweise auf dem Weg zur Party noch an der Tankstelle kurz halten und die passende Gutscheinkarte nebst Geschenkverpackung einkaufen, ohne extra in die Innenstadt zu müssen.

Jetzt kooperieren Sie mit Lekkerland, was Ihr Netz von rund 3 000 auf 23 000 Shops erweitern soll. Ist das der Durchbruch?

In den USA werden fast ein Drittel aller Gutscheine aus vergleichbaren Regalen gekauft und damit Milliardenwerte bewegt. Diese Tendenz sehen wir auch in Europa. In der Schweiz läuft der Kartenverkauf ähnlich positiv wie in Deutschland und bald werden wir in weiteren europäischen Ländern starten.

Die Verkaufsstellen und Sie als Vermittler verlangen eine Provision. Zahlt der Gutscheinkäufer die mit?

Die Verkaufsstellen erhalten einen Teil der uns von den Kartenanbietern gewährten Provisionen. Die bewegen sich im niedrigen Prozentbereich des Kartenverkaufswerts. Der Gutscheinkäufer spürt davon nichts. Er bezahlt nur den nominalen Gutscheinwert.

Lohnt sich das für die Kartenanbieter denn trotzdem?

Die Kartenanbieter profitieren zunächst ganz erheblich von der enormen Reichweitenvergrößerung. Außerdem sind die Gutscheinkarten leicht elektronisch zu verwalten, und oft kaufen die Beschenkten mehr ein, als der Gutschein wert ist. Und: In grob 15 Prozent der Fälle bleibt ein nicht eingelöstes Restguthaben übrig.

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