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03.03.2014

10:49 Uhr

Das Geschäft mit dem Bier

Der geborene Karnevalswirt

VonMaximilian Nowroth

Das „Haus Unkelbach“ ist eine der beliebtesten Kölner Karnevalskneipen. An Weiberfastnacht warten die Gäste schon Stunden vor der Öffnung auf der Straße, um in dem Brauhaus von Alexander Manek feiern zu können.

Alexander Manek beim Bierzapfen: „Genauso wollte ich auch mal leben.“

Alexander Manek beim Bierzapfen: „Genauso wollte ich auch mal leben.“

KölnIm Alter von sieben Jahren wird Alexander Manek klar, was er mal machen will. Damals, im Köln der 80er-Jahre, ist sein Opa Karl Unkelbach ein stadtbekannter Wirt. Einmal im Jahr trifft sich die lokale Prominenz in Karls Keller zum Stammtisch. An jenem Abend gibt der Großvater seinem Enkel den Auftrag, das Bier zu zapfen und nur dafür zu sorgen, dass „ordentlich gesoffen wird“. Der kleine Alexander tut wie ihm befohlen, die alten Herren saufen. Das Geld sitzt ihnen locker in den Portemonnaies, sie wollen sich nicht lumpen lassen und überbieten sich gegenseitig beim Trinkgeld für den kleinen Kellner.

Am Ende des Abends geht Alexander mit 1000 Mark in der Tasche zu Bett. „Ich war völlig beeindruckt von den Gästen meines Großvaters: Alle mit schwarzen Mercedes-Limousinen und wunderschönen Frauen – soweit ich das damals beurteilen konnte. Genauso wollte ich auch mal leben.“

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33 Jahre später ist Alexander Manek einer der größten Gastronomen in Köln und besitzt mit dem „Haus Unkelbach“ eine der beliebtesten Karnevalskneipen. An den fünf Tagen von Weiberfastnacht bis Rosenmontag macht Manek zehn Prozent seines Jahresumsatzes, der Bierkonsum ist dann zehnmal höher als an einem normalen Tag im Jahr. Um die 40.000 Gläser Kölsch gehen im „Unkelbach“ über die Theke, das entspricht 8.000 Litern Bier – mehr als 50 Badewannen voll. Manek sieht es nüchtern: „Was für den Wirt am Ende des Jahres übrigbleibt, wird an Karneval verdient.“

Bereits am ersten Samstag im Februar hat der Gastronom die Karnevalssaison eröffnet, er steht hinter dem Tresen seines Brauhauses und ist beeindruckt von der Zahl der Gäste. Der Abend läuft unter dem Motto „Hinein in den Karneval“, doch es herrscht eine Stimmung wie an Rosenmontag. 600 Karnevalisten schunkeln und singen zu Schlagern wie „Nur ne kölsche Jung“ und „Viva Colonia“.

Manek lässt seine Mitarbeiter dafür sorgen, dass auch genügend getrunken wird. Das ist sein Geschäft. Seit 13 Jahren besitzt der 40-Jährige das ehemalige Brauhaus seines Opas, aber am Zapfhahn steht er schon lange nicht mehr. An solchen Abenden ist er nur anwesend um zu schauen, ob alles passt und natürlich auch, um Kasse zu machen und das Geld zu zählen.

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