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30.06.2017

17:30 Uhr

Delivery Hero

Auf die Größe kommt es an

VonMiriam Schröder

Delivery Hero ist nach dem Modehändler Zalando die größte Wette im Start-up-Imperium Rocket Internet. Nun hat es die Pizza-Plattform an die Börse geschafft. Einer hat in jedem Fall gewonnen: Oliver Samwer. Ein Kommentar.

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BerlinHat er es nicht immer gesagt? Allen Zweiflern, die Oliver Samwer und sein Rocket Internet schon abgeschrieben hatten, kann er nun dies entgegenhalten: Delivery Hero, nach Zalando die größte Wette in seinem Start-up-Portfolio, hat es an die Börse geschafft. Und zwar zu einem ordentlichen Preis.  

Die Rechnung ist aufgegangen. Und das, obwohl die Plattform, die Pizzalieferungen vermittelt, bisher unter dem Strich noch keinen einzigen Euro verdient hat. Fürs erste scheint es wie eine Bestätigung des Samwerschen Mantras: Es ist egal, wie viel Verluste einer macht, die Hauptsache ist, er wächst. Auf die Größe kommt es an. 

Das gilt für die Pizza-Plattform, die von kleinen Margen und großen Mengen lebt, und nur dort profitabel sein kann, wo sie Marktführer ist. Es gilt genau so für das Start-up-Imperium. Rocket Internet, das ist inzwischen ein schier unübersichtliches Konglomerat aus selbst aufgebauten Firmen und anderweitigen Beteiligungen in mehr als 100 Ländern. 

Zusammen verbrennen diese Start-ups jedes Jahr mehrere hundert Millionen Euro. Sie können es sich leisten: Rocket Internet selbst sitzt auf einer Cash-Reserve von 1,3 Milliarden Euro, dazu hat Samwer im letzten Jahr noch einen Investment-Fonds in Höhe von einer Milliarde aufgelegt. Geldgeber aus der ganzen Welt, auch institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Pensionsfonds haben darin investiert. Kein Start-up-Finanzierer in Europa hat derzeit derartige Summen zur Verfügung.  

Man kann Samwer vorwerfen, dass ihm selbst die ganz großen Ideen fehlen. Selbstfahrende Autos, künstliche Intelligenz, das alles interessiert ihn nicht, bevor nicht bewiesen ist, dass man Geld damit verdienen kann. Er war schon immer besser darin, die Erfolge von anderen zu kopieren. Inzwischen investiert er manchmal sogar gleichzeitig in das Original und in die Kopie, nach dem Motto: Nur einer kann gewinnen, und der soll Oliver Samwer heißen. 

Er hat sich nicht nur Freunde gemacht mit dieser Methode, aber er hat sich Respekt verschafft. Sein Netzwerk funktioniert international. Gerade hat er seinen Amazon-Klon Lazada in Südostasien an Alibaba-Chef Jack Ma verkauft. Und kurz vor dem Börsengang von Delivery Hero ist der südafrikanische Medien- und Technologiekonzern Naspers noch groß bei dem Unternehmen eingestiegen, was dem Preis gut getan hat. 

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Es sind nicht zuletzt auch Kontakte wie diese, die Rocket Internet bei aller Kritik auch innerhalb der Branche zu einem gefragten Investor machen. Für Niklas Östberg, den Chef von Delivery Hero, war Oliver Samwer zwar ganz offensichtlich nicht der Wunschpartner.

Der Rocket-Chef hat bei der Pizza-Plattform nicht mal einen Sitz im Aufsichtsrat bekommen, er hat nur eingeschränkte Informationsrechte. Er hatte aber das Geld, das Östberg brauchte, um weltweit Marktführer aus seiner Branche aufzukaufen und Delivery Hero richtig groß zu machen. Und Samwer? Ist jetzt der größte Aktionär der frisch börsennotierten Firma. Darauf kommt es an.  

Kommentare (1)

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Baron v. Fink

30.06.2017, 18:08 Uhr

Einer hat in jedem Fall gewonnen: Oliver Samwer. Ein Kommentar.
Wie Wahr, eins, zwei, drei bring das Koks vorbei. Ha Ha Ha

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