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14.01.2008

15:16 Uhr

Deutsche Unternehmen und der US-Markt

Vor der Rezession?

Die US-Wirtschaft könnte 2008 in eine leichte Rezession abgleiten. Investoren zeigen Zurückhaltung. Deutsche Unternehmen müssen sich auf einen wenig dynamischen US-Markt einstellen. Der schwache Dollar erschwert die Exporte aus dem Euro-Raum zusätzlich. Trotzdem: Es lassen sich noch zahlreiche Wachstumsbranchen identifizieren.

Trotz Konjunkturabkühlung: Zahlreiche interessante Projekte in den USA bieten Chancen für deutsche Unternehmen. Foto: Reuters

Trotz Konjunkturabkühlung: Zahlreiche interessante Projekte in den USA bieten Chancen für deutsche Unternehmen. Foto: Reuters

bfai WASHINGTON. Die Stimmung in der US-Wirtschaft verschlechtert sich zusehends. Der im September 2007 vorgelegte renommierte Anderson Forecast der University of California in Los Angeles (UCLA) sieht die US-Wirtschaft am Rande einer Rezession und prognostiziert eine nachhaltige Erholung erst für 2009.

Bei den aktuellen BIP-Schätzungen der Forschungsinstitute und Banken gibt es jedoch erhebliche Differenzen. Im Jahresverlauf 2007 sind die BIP-Prognosen deutlich nach unten korrigiert worden. Im Dezember lagen die meisten Schätzungen für das Realwachstum 2007 zwischen 1,9 Prozent und 2,4 Prozent.

Im gleichen Monat sank die BIP-Schätzung der "Blue Chips Economic Indicators" (BCEI) auf 2,2 Prozent. Für 2008 wird ebenfalls mit 2,2 Prozent gerechnet. Die BCEI-Prognosen sind die Durchschnittswerte einer bei über 50 führenden US-Ökonomen monatlich durchgeführten Umfrage.

Verluste zwischen 200 Mrd. bis 400 Mrd. US-Dollar möglich

Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan sieht das Risiko einer Rezession bei 50 Prozent. Es gebe erste Anzeichen für eine Stagflation. Nach Einschätzung von Greenspan können die durch die Immobilienkrise verursachten Verluste eine Größenordnung zwischen 200 Mrd. bis 400 Mrd. US-Dollar erreichen.

Trotz der relativ großen Spannbreite der BIP-Prognosen für 2008 besteht weitgehende Übereinstimmung in der Einschätzung, dass die Immobilien- und Finanzkrise nunmehr spürbar auf die gesamte Volkswirtschaft ausstrahlt. Zumindest in der 1. Hälfte 2008 wird mit einer deutlichen Zurückhaltung beim privaten Konsum gerechnet.

Hier wirkt sich nicht nur die gesunkene Kauflust aus, sondern auch die zunehmend schärferen Kriterien bei der Vergabe von Verbraucherkrediten bremsen den Konsum. Auf Seiten der Unternehmen führen die Unwägbarkeiten der weiteren Wirtschaftentwicklung zu einer Abschwächung der Investitionsbereitschaft.

Die Steigerung bei Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen (einschließlich Software) zum Beispiel lag 2007 bei lediglich 1,5 Prozent (Schätzung). Dies ist ein deutlicher Unterschied zu den drei Vorjahren. Ein Plus von 5,9 Prozent wurde 2006 erreicht (2005: 9,6 Prozent; 2004: 7,4 Prozent). Dagegen schrumpften die Investitionen in Transportausrüstungen um über 10 Prozent. In der Kategorie "sonstige Ausrüstungen" ergab sich ein Minus von 5 Prozent.

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