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28.10.2015

08:25 Uhr

Die Höhle der Löwen – eine Bilanz

Warum der „Kaffeefilter to go“ keinen Deal bekam

VonLaura Waßermann

Die zweite Staffel von „Die Höhle der Löwen“ ist zu Ende. Bei der Start-up-Show warben Gründer für eine Mathe-App oder Hundefutter für null Euro. Zwei Kandidaten wollten für ihre Idee gleich mal zwei Millionen Euro.

Der Deal mit dem bisher höchsten Betrag scheiterte in der zweiten Staffel. PR

„Höhle der Löwen“-Investoren

Der Deal mit dem bisher höchsten Betrag scheiterte in der zweiten Staffel.

DüsseldorfWenn er beim Spaziergang andere Hunde links liegen lässt oder den Postboten nicht anknurrt wie er es an anderen Tagen gerne macht: Dann verdient der beste Freund des Menschen ein Leckerchen, genauer gesagt einen „Premium Fleischstick“ oder einen „Cookie Goodies Geflügel“ und das für unschlagbare null Euro – zumindest wenn es nach Marvin Kruse geht.

Was sich eher nach einem ungewöhnlichen Low-Budget-Konzept anhört als nach einem tüchtigem Geschäftsmodell, ist dem 27-jährigen Gründer von Pfotenheld ernst. Gut angekommen ist Kruses Start-up in der „Höhle der Löwen“ (DHDL) nicht; der Vox-Sendung, in der sich immer mehrere Gründer fünf berühmten Investoren zum Fraß vorwerfen und ihre Ideen vorstellen:

Fünf Highlights der zweiten Staffel „Die Höhle der Löwen“

Eine Gewinnspanne bis zu 900 Prozent...

hat das Start-up „von Floerke“ den Investoren versprochen. Gründer David Schirrmacher war durchgestylt, legte einen erfolgreichen Pitch hin und schloss einen Deal mit den Löwen.

Einhörner in der Höhle...

gab es auch bei einem Pitch. Die Gründer von Einhorn präsentierten nachhaltig produzierte Kondome im Einhornkostüm. Für einen Lacher war gesorgt, schließlich kam es aber nicht zu einem Investment.

Ohne Sissi in der Bademeisterei...

hat Alexander Kraml als Kaiser von Österreich den Löwen sein Produkt vorgestellt. Zumindest war der Gründer des Start-ups Bademeisterei so verkleidet. Beim Pitch hingegen war vieles pink und rosa. Im Vox-Studio roch es vermutlich wie in einer Drogerie. Doch Kraml hatte Erfolg: Mit 350.000 Euro stiegen Williams, Öger und Schweizer ins Unternehmen ein.

Als Silver Gründer...

galt Klaus-Peter Beer in dieser Staffel DHDL. Er hat eine Anziehhilfe für Socken entwickelt, nachdem er genau so etwas nach einem Fahrradunfall gebraucht hätte. Letztendlich hat der Gründer von Hand+Fuss einen Deal aber ausgeschlagen.

Fünf Euro für ein Nickerchen...

muss man bei Boris Munsig und Alexander Kohlhepp pro Stunde bezahlen. Ihre sogenannte „Sleepbox“ (deutsch: Schlafbox) kam allerdings nicht gut an. Jochen Schweizer kommentierte den Pitch der Stay2Day-Gründer so: „Erfolg hat drei Buchstaben. T, U, N. Sie haben es nicht getan.“

Seriengründer Frank Thelen, Event-Unternehmer Jochen Schweizer, Touristik-Veteran Vural Öger, Jung-Unternehmerin und Jung-Politikern Lencke Steiner und Teleshopping-Queen und Kosmetik-Unternehmerin Judith Williams entscheiden dann, ob und zu welchen Konditionen sie investieren.

Am Dienstag lief die elfte und letzte Folge der zweiten Staffel von DHDL. Bereits seit der ersten Staffel im vergangenen Jahr treffen sich Fans zum Rudelgucken oder twittern mit dem Hashtag #DHDL.

Ähnliche Phänomene gibt es sonst nur bei Formaten wie dem ARD-Tatort oder Shows wie „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ und „Germany’s Next Topmodel“. Rund zwei Millionen Zuschauer sahen jeden Dienstagabend die Sendung rund um Investoren und Geschäftsideen.

Auch 2016 soll es weiter gehen. Vor einer Woche erhielt die Sendung den von den Industrie- und Handelskammern gestifteten Ernst-Schneider Preis in der Kategorie „Innovation/Unterhaltungssendung“.

Investoren Thelen und Steiner: „Es wurden auch mal die Krallen ausgefahren“

Investoren Thelen und Steiner

„Es wurden auch mal die Krallen ausgefahren“

Vier Fragen an zwei Investoren aus der Höhle der Löwen: Frank Thelen und Lencke Steiner kämpften auf Vox um Deals. Welche „unvorstellbaren Erfolge“ Thelen sieht – und warum FDP-Politikerin Steiner aussteigt.

Wirtschaftliche Zusammenhänge würden spannend, unterhaltsam und allgemein verständlich vermittelt. Darüber hinaus ist die Sendung in der Sparte Fernsehunterhaltung nominiert für die Auszeichnung der deutschen Akademie für Fernsehen. Die Preisverleihung findet am 28. November statt.

Insgesamt haben in der aktuellen Staffel 69 Start-up-Gründer ihre Produkte angepriesen, darunter waren auch zwei Brüder unter 20 Jahren. Maxim (19) und Raphael Nitsche (18) haben die Nachhilfe-App Math 42 entwickelt, die Schülern und Studenten komplizierte Rechenaufgaben detailliert erklären soll. 20 Prozent wollten sie abgeben. Dafür wollten sie zwei Millionen Euro.

Das wäre der Deal mit dem bisher höchsten Betrag gewesen und Vural Öger und Frank Thelen wollten zunächst die zwei Millionen Euro zahlen – allerdings für 30 Prozent der Firmenanteile.

Doch dann machten sie einen Rückzieher. Es schien, als hätten die Investoren Angst vor dem Vater der beiden Jungs. Thomas Nitsche führt als Geschäftsführer das Start-up seiner Söhne. Denn: Als den beiden die Idee für Math 42 kam, waren sie noch gar nicht volljährig. Im Interview mit „Gründerszene“ sagt Maxim Nitsche, es sei nicht alles Wichtige von der dreistündigen Verhandlung mit Öger und Thelen gezeigt worden.

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