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05.04.2006

14:00 Uhr

Die Qualität entscheidet

Mezzanine-Lösungen genau prüfen

VonGastautoren: Jan von Hofacker, Joachim Raefler

Die Diskussion um geringe Eigenkapitalquoten und die restriktive Kreditvergabe im deutschen Mittelstand ließ in den vergangenen beiden Jahren eine breite Palette kapitalmarktnaher Mezzanine-Lösungen entstehen.

STARNBERG. Zuletzt hat diese Entwicklung bankenunabhängige Produkte im klassischen Fremdkapitalbereich hervorgebracht. Mittlerweile bieten fast alle Großbanken ähnliche Programme an, so dass inzwischen mehr als zwei Mrd. Euro an Unternehmen ausgegeben wurden. Auf den ersten Blick erscheinen die Angebote häufig relativ identisch. Aber Vorsicht: Der Teufel steckt im Detail.

Unternehmen wollen durch die Aufnahme von Mezzanine-Kapital zumeist ihr Eigenkapital (EK) stärken. Die HGB-Wirtschaftsprüfergrundsätze erlauben die Zurechnung zum EK jedoch nur, wenn die Bedingungen Nachrangigkeit, Verlustbeteiligung, siebenjährige Mindestlaufzeit und Gewinnabhängigkeit der Verzinsung erfüllt sind.

Besonders bei Gewinnabhängigkeit und Verlustbeteiligung zeigt sich die Qualität: Viele Produkte bieten keine Verlustbeteiligung, und die unterjährigen Zinszahlungen müssen unabhängig von der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft bedient werden - ein klarer Verstoß gegen die EK-Grundsätze. Gerade damit aber schwächen diese Programme ihre EK-Qualität, denn Rating-Agenturen und Kredit gebende Banken orientieren sich bei ihrer Beurteilung überwiegend an diesen Grundsätzen, lassen aber zum Teil noch weitere Merkmale mit einfließen. So kann etwa eine Orientierung am Cashflow des Unternehmens wie die Stundung der Vergütungszahlung in Cashflow-belastenden Expansionsphasen die wichtige wirtschaftliche EK-Qualität erhöhen.

Standardisierte Produkte sind zwar in ihrer Handhabung oft einfacher, können aber kaum die individuelle Unternehmenssituation und die sich wandelnden Prüfkriterien nach HGB und IFRS berücksichtigen. Dies gewährleisten nur Mezzanine-Programme mit einer flexiblen Vertragsgestaltung.

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