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11.05.2016

18:14 Uhr

Digitalisierung

Die schwierige Suche nach der neuen Balance

VonChristian Schnell

Die Digitalisierung ist längst auch im Mittelstand angekommen. Wo noch vor kurzem ein Zögern war, ist jetzt zumindest eine Annäherung spürbar. Zumal Unternehmern die größte Angst genommen wurde.

Führend in Sachen Digitalisierung ist Experten zufolge Deutschlands größte Fluggesellschaft. AP

Eincheck-Automaten der Lufthansa

Führend in Sachen Digitalisierung ist Experten zufolge Deutschlands größte Fluggesellschaft.

FrankfurtAusgerechnet die Lufthansa, wird jetzt vielleicht mancher sagen. Doch geht es um ein Paradebeispiel für den gelungenen Wandel beim Thema Digitalisierung, dann führen Experten gerne Deutschlands größte Fluggesellschaft an. Weil die Veränderung dort die meisten Menschen direkt miterlebt haben. Sie erinnern sich leidvoll an die langen Schlangen vor den Schaltern, ehe die ersten Automaten den Prozess des Eincheckens rapide beschleunigten. Heute ist das Online-Einchecken per Smartphone und App allgegenwärtig. Die Bordkarte ist auf dem Display.

„Es reicht nicht mehr, ein Erfolgsmodell zu entwickeln und dann darauf zu bauen“, sagt Jürgen Meffert von der Unternehmensberatung McKinsey. Vielmehr sei der Lebenszyklus eines Geschäftsmodells von 15 auf fünf Jahre geschmolzen. Daraus müssen auch Mittelständler die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Rund 4000 von ihnen hat TNS Infratest im Auftrag der Commerzbank im vergangenen halben Jahr zum Thema Digitalisierung befragt. Es ging um Chancen und Herausforderungen, aber auch um Ängste und Unsicherheit im Umgang damit.

Zumindest eine noch vor einiger Zeit zu hörende Befürchtung scheint indes inzwischen vom Tisch. Nur noch eine einstellige Zahl von Unternehmen befürchtet durch den Abbau von Arbeitsplätzen durch zunehmende Digitalisierung. Dagegen sind 43 Prozent sogar davon überzeugt, dass dadurch sogar Beschäftigung aufgebaut wird. Knapp die Hälfte der Befragten geht von gleichbleibender Beschäftigung aus.

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Allerdings mit einer völlig anderen Ausgestaltung von Arbeitsabläufen und -prozessen. Für Markus Beumer, Vorstand für das Mittelstandsgeschäft bei der Commerzbank, findet das Thema Digitalisierung längst nicht mehr nur auf technologischer Ebene statt. „Es ist ein Prozess, der auch die Organisation und vor allem die Kultur von Unternehmen verändert“, sagte er bei der Vorstellung der Studie am Mittwoch in Frankfurt. Die Konsequenz lautet: Anders arbeiten, anders denken und auch anders führen.

Das gilt ganz besonders für die Führungskräfte: „Digitale Transformation braucht kompetente, mutige und motivierende Führungskräfte, die Beweglichkeit und Veränderungsbereitschaft vorleben“, lautet einer der Kernsätze der Studie. Positive Beispiele dafür gibt es sogar bei familiengeführten Mittelständlern.

In der Regel gelten allerdings die Chefs dort, die den Job oft vom Vater übernommen haben und teils seit Jahrzehnten machen, nicht als Speerspitze der Bewegung. Immer öfter wird die Bank damit vom Geldgeber auch zum Ideengeber, die auch mal gezielt Kontakte zu Kooperationspartnern vermittelt.

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