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24.06.2011

17:45 Uhr

DIHK-Gründerreport

Den deutschen Gründern fehlen Konzepte

VonDorit Marschall, Dirk Heilmann

ExklusivDie Deutschen gründen wieder mehr Unternehmen. Das ist die gute Nachricht des DIHK-Gründerreports, der dem Handelsblatt vorliegt. Aber es gibt auch eine schlechte: Die Qualität der Konzepte stimmt oft nicht.

Von der Idee zum großen Geld: Existenzgründer müssen an vieles denken. Quelle: Yuri Arcurshb. com

Von der Idee zum großen Geld: Existenzgründer müssen an vieles denken.

Düsseldorf/FrankfurtDas Interesse an Unternehmensgründungen ist im vergangenen Jahr gewachsen - und das trotz des Konjunkturaufschwungs und der sinkenden Arbeitslosigkeit. "Bislang gab es bei besserer Konjunktur und rückläufiger Arbeitslosigkeit stets weniger Gründer", sagt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, dem Handelsblatt. Die öffentliche Diskussion über Unternehmertum trage endlich "erste Früchte", argumentiert er.

2010 stieg die Zahl der Gründungsgespräche dem Verband zufolge leicht auf 361.058. Und die Zahl der Interessenten an Gründerseminaren an IHKs erhöhte sich um 8,4 Prozent auf mehr als 36.000. Das geht aus dem bislang unveröffentlichten Gründerreport des DIHK hervor, der jährlich erstellt wird und dem Handelsblatt vorliegt.

Anders als die Quantität nahm die Qualität der Gründungskonzepte weiter ab, hat der DIHK festgestellt. Auch im Wirtschaftsaufschwung gingen viele Gründer schlecht vorbereitet an den Start, heißt es in dem Report. Sie haben damit vor allem bei Finanzierungsverhandlungen einen schweren Stand. 2010 hätten 36 Prozent der Gründer weder Kunden, noch Geschäfts- und Finanzierungspartner ihrer Geschäftsidee klar beschreiben können. Ein Jahr zuvor traf das bereits auf 32 Prozent zu. Die Konzepte der unternehmerisch motivierten Gründer seien zwar etwas besser durchdacht gewesen als im Jahr zuvor. Aber arbeitslose Gründer hätten sich deutlich schlechter auf die Selbstständigkeit vorbereitet - und Arbeitslosigkeit war wie im Vorjahr die Motivation der Mehrzahl (59 Prozent) aller Gründer.

Das zeige, dass die wenigsten Gründer jemals Unternehmer werden, die neue Arbeitsplätze schaffen, sagte der Kölner Unternehmer Peter Jungen, der weltweit als Business Angel in junge Firmen investiert. "In Deutschland gibt es keinen Mangel an Kapital, sondern einen Mangel an Unternehmern mit Ideen", beklagt er. Um das zu ändern, müsse Unternehmertum als Lehrstoff im Bildungssystem verankert werden.

Kommentare (9)

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Handelsblatt

24.06.2011, 07:07 Uhr

Liebe Leserinnen und Leser,
wussten Sie eigentlich, dass Bud Spencer nicht nur Schauspieler war, sondern auch Unternehmer? Nun gut, seine Zahnbürste mit integrierter Pasta wurde nicht zum Welterfolg. Aber manchmal schaffen es verrückte Ideen ja doch. Nennen Sie uns Ihre Geschäftsidee, mag sie auch noch so verrückt sein!

Ihr Team von Handelsblatt Online

niemand

24.06.2011, 07:21 Uhr

Das die Konzepte nicht stimmen hat doch der Staat selbst zu verschulden.
Die RKW und die KFW zahlen jeweils bis zu 4500€ für ein Kozept, sprich ein Unternehmensberater kann bis zu 9000€ für ein Konzept einheimsen.
Die Qualität des Konzepts spielt dabei überhaupt keine Rolle, nur dann im Bankgespräch wenn die Absage kommt gibt es Tränen in den Augen.
Und aus Sicht der KFW und der RKW spielt die Qualität der lizensierten Berater dieser beiden Geldkühe auch keine Rolle. Jeder trottel kann aus meiner Sicht hier Berater werden. Die Ausschüttung der hunderten Millionen an Honoraren wird nicht direkt geprüft ob es eine saubere Gegenleistung erfolgte. Aus meiner Sicht nicht nur wieder eine Verarsche der Bevölkerung sondern auch der Gründer die es ernst meinen und wirklich gründen wollen.
Ich bin der Meinung hier sind Betrug.

Ich frage mich wieso man überhaupt noch Konzepte prüft und nicht gleich Kredite vergibt? Der Gründermonitor der KFW zeigt doch ganz klar das die meisten gründer unter 20k€ benötigen, wieso leiht man ihnen das Geld nicht direkt anstatt 45% einem möchte gern Unternehmensberater in den Hals zu schmeißen? Die Ausfallrate liegt bei nur 25%, also wäre das ein dickes Geschäft.
Aus meiner Sicht sind Unternehmensberater ohne akademischen Hintergrund absolut nicht zu empfehlen. Am besten man geht zu einem auf Gründung und finanzierung spezialisierten Steuerberater.

Account gelöscht!

24.06.2011, 18:25 Uhr

Daß ca. 60% aller Unternehmensgründer aus der HartzIV-"Leitung" kommen, ist erschütternd. Diese Leute werden in Marktsegmente "entlassen", die, wenn überhaupt zu den wenig profitablen gehören dürften. Damit müssen sich immer mehr Unternehmen sich in der Regel nicht wachsende bzw. sogar schrumpfende Markvolumina teilen - genial!
Die Frage des dauerhaften Selbständigseins entscheidet sich an der Profitabilität einer geschäftlichen Unternehmung udn hier haben bereits die vorhandenen Unternehmen in der Regel ihre Überlebensprobleme, abgesehen von kurzen Phasen von Sonderkonjunkturen. Ich denke schon sein 15 Jahren darüber nach, ein zweites eigenes neues Unternehemen ins Leben zu rufen, das vor allem das Merkmal einer stabilen Profitabilität aufweist - vergebens! Porfitabilität ergibt sich allein aus der Nutzung von ausgeprägten Alleinstellunsgmerkmalen von Produkten bzw. Dienstleistungen in anbieterseitig ungesättigten stabilen Marktsegmenten. Da kann man in Deutschland lange suchen!

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