Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.12.2013

13:10 Uhr

Drittes Quartal

Handwerk steigert erstmals seit mehr als einem Jahr Umsatz

Erstmals seit mehr als einem Jahr kann das deutsche Handwerk seine Gewinne steigern. Im dritten Quartal stiegen die Umsätze deutlich. Die Zahl der Beschäftigten sinkt aber dennoch.

Zu Jahresbeginn hatte vor allem der Bau mit wetterbedingten Umsatzausfällen zu kämpfen. ZB

Zu Jahresbeginn hatte vor allem der Bau mit wetterbedingten Umsatzausfällen zu kämpfen.

WiesbadenDie Geschäfte des deutschen Handwerks ziehen erstmals seit mehr als einem Jahr wieder an. Im dritten Quartal 2013 stiegen die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. In den vorangegangenen fünf Quartalen war der Umsatz gesunken. Die Zahl der Beschäftigten sank trotz der Belebung der Handwerkskonjunktur um 1,0 Prozent.

„Die Betriebe arbeiten mit Hochdruck daran, die witterungsbedingten Umsatzausfälle zu Jahresbeginn aufzuholen, vor allem am Bau“, erklärte der Generalsekretär des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke. Im Sommer habe die Handwerkskonjunktur Fahrt aufgenommen. Dennoch machte der ZDH ein Fragezeichen hinter die Prognose für 2013. „Ob die Verluste des ersten Halbjahres aufgefangen und bei den Umsätzen eine schwarze Null erreicht werden kann, bleibt jedoch fraglich“, erklärte Schwannecke.

Diese Unternehmen haben das Schutzschirmverfahren genutzt

Ablauf

Das Unternehmen hat im Schutzschirmverfahren maximal drei Monate Zeit einen Insolvenzplan aufzustellen. Der muss dann vom Gericht und vom Sachwalter abgenickt werden.

Voraussetzungen

Voraussetzung für das Schutzschirmverfahren ist, dass eine Zahlungsunfähigkeit droht oder das Unternehmen überschuldet ist. Das Unternehmen darf aber nicht bereits zahlungsunfähig sein und die angestrebte Sanierung muss aussichtsreich sein. Ein Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt oder Steuerberater muss bescheinigen, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind.

Suhrkamp

Einer der prominentesten Unternehmen, die das Schutzschirmverfahren genutzt haben, ist der Traditionsverlag Suhrkamp. Im Mai schlüpfte er unter den Schirm, Anfang August folgte dann der Eintritt in die Insolvenz. Laut Sanierungsplan soll die Kommanditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, um den Einfluss der Gesellschafter zu reduzieren. Die Streitereien unter den Unternehmenseignern gelten als Grund für die Schieflage des Unternehmens.

Loewe

Der Fernsehgerätehersteller Loewe hat Mitte Juli Gläubigerschutz beantragt und schlüpfte unter der Schutzschirm. Nun hofft er auf die Hilfe asiatischer Investoren, um binnen der drei Monate 50 Millionen Euro aufzutreiben. Findet Loewe unter dem Schutzschirmverfahren keinen neuen Geldgeber, steht das Ende bevor.

Centrotherm

Im Juli 2012 hatte der Maschinenbauer als eines der ersten Unternehmen ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt. Es folgte ein Insolvenzverfahren. Anfang Juni 2013 hob das Amtsgericht Ulm das Verfahren auf, die Sanierung des Unternehmens geht weiter.

Hein Gericke

Im August 2012 beantragte Hein Gericke die Aufnahme in ein Schutzschirmverfahren. Mithilfe eines Sanierungskonzeptes wollte der Händler von Motorrad-Zubehör alle 288 Arbeitsplätze im In- und Ausland sichern.

Solarwatt

Solarwatt musste im Juni 2012 das Schutzschirmverfahren beantragen. Das Unternehmen war überschuldet. Zunächst vollzog das Unternehmen einen Schuldenschnitt und setzte das Grundkapital auf null herab. Der bereits vorher beteiligte BMW-Erbe Stefan Quandt bot schließlich ein Gesellschafterdarlehen von fünf Millionen Euro an und hält heute 90 Prozent der Anteile.

IVG Immobilien

Die Immobilienfirma hat am 20. August 2013 ein Schutzschirmverfahren begonnen. Grund: Eine Einigung über einen Forderungsverzicht mit einer Vielzahl an Gläubigern war nicht zustande gekommen.

Das stärkste Umsatzplus verzeichnete im dritten Quartal das Gesundheitsgewerbe (plus 4,8 Prozent), die geringsten Zuwächse erzielte das Kraftfahrzeuggewerbe (plus 0,8 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten verringerte sich im Lebensmittelgewerbe (minus 3,4 Prozent) am stärksten. Im Gesundheitsgewerbe fiel der Rückgang am geringsten aus (minus 0,1 Prozent).

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×