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20.01.2011

15:28 Uhr

Drogeriekette

Schlecker holt familienfremde Manager in die Spitze

VonMartin-W. Buchenau

Anton Schlecker gibt seinen Kindern Geleitschutz. Der Gründer von Deutschlands größter Drogeriekette holt zwei angestellte Manager in die Unternehmensspitze. Sami Sagur, 37, und Thorben Rusch, 40, sollen mit sofortiger Wirkung neben der Familie Schlecker für das operative Geschäft zuständig sein.

Schlecker-Filiale: Die Drogeriekette holt externe Manager. Quelle: ap

Schlecker-Filiale: Die Drogeriekette holt externe Manager.

STUTTGART. Dies teilte das Unternehmen in Ehingen nahe Ulm gestern mit. Erst vor einigen Wochen hatte Anton Schlecker seinen beiden Kindern Lars und Meike mehr Verantwortung in der Chefetage gegeben. „In der Vergangenheit haben alle großen Bereiche direkt an die Familie berichtet; mit den Herren Rusch als COO und Sagur als CFO haben wir eine stärkere Gliederung und auch Hierarchisierung geschaffen“, teilte Lars Schlecker mit. Das heißt nichts anderes, als dass das harte Tagesgeschäft von den Familienfremden erledigt werden soll. „Für die Neuausrichtung versprechen wir uns dadurch noch mehr Nachdruck und Geschwindigkeit“, ergänzte Meike Schlecker in der Mitteilung.

Rusch, seit zehn Jahren bei Schlecker – zuletzt als Einkaufschef –, soll unter anderem den Vertrieb und das Marketing lenken. Sagur, der schon seit Juli des vergangenen Jahres die Bereiche Finanzen und Controlling leitet, soll nun auch Logistik- und Verwaltungsentscheidungen treffen. Sagur war zuvor unter anderem bei Hugo Boss und bei Porsche Consulting.

In Familienhand bleiben hingegen die Immobilien und die Personalentwicklung sowie der Online-Handel. Lars und Meike Schlecker sollen die dringend nötige Neuausrichtung der Drogeriemarktkette, die seit Jahren mit Verlusten kämpft, überwachen.

Der Umsatz sank europaweit im vergangenen Jahr auf 6,55 Milliarden Euro, während die Konkurrenz zulegen konnte. Besonders die Kette „dm“ aus Karlsruhe ist Schlecker auf den Fersen und konnte in den vergangenen Jahren mit ihren deutlich attraktiveren Filialen kontinuierlich wachsen. Auch Rossmann aus Burgwedel legte zu. Beide schrieben im Gegensatz zu Schlecker schwarze Zahlen.

Kommentare (1)

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Weltenbummlerin

20.01.2011, 16:39 Uhr

Hoffentlich geht diese menschenverachtende Firma bald den bach runter. Wer Ausbeutung und Gier zum Geschäftsmodel stilisiert, hat keine Existenzberechtigung!

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