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22.07.2012

10:35 Uhr

Ein Jahr führungslos

Jack Wolfskin muss um jeden Euro kämpfen

VonJoachim Hofer

Ein knappes Jahr war Jack Wolfskin ohne Chef. Das macht sich bei den Händlern bemerkbar: Die Outdoor-Marke verliert im großen Stil Marktanteile. Allein an dem Führungsvakuum liegt die Schwäche aber nicht.

Equipment von Jack Wolfskin: Händler verzeichnen zweistellige Umsatzrückgänge. Pressefoto

Equipment von Jack Wolfskin: Händler verzeichnen zweistellige Umsatzrückgänge.

FriedrichshafenErst seit ein paar Wochen führt Michael Rupp den Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin. "Ich habe das Unternehmen in ausgezeichneter Verfassung vorgefunden", sagt der Manager. Die Sporthändler sind da etwas anderer Auffassung.

Zum ersten Mal seit Jahren haben sie in den vergangenen Monaten deutlich weniger Jacken, Hosen und Rucksäcke der Marke verkauft. "Die haben bei uns zweistellig an Umsatz verloren", sagt Andreas Rudolf, Geschäftsführer der Händlervereinigung Sport 2000. Dasselbe Bild beim Marktführer Intersport: Jack Wolfskin verliert, Konkurrenten wie Mammut und North Face hingegen legen zu.

Fast ein Jahr lang war Jack Wolfskin jetzt ohne Chef. Das hat Spuren hinterlassen. Die lange Vakanz hat ihren Grund: Vergangenen Sommer übernahm der Finanzinvestor Blackstone die Firma aus Idstein. Im Zuge des Eigentümerwechsels verließ der langjährige Vorstandschef Manfred Hell das Unternehmen. Der Manager hatte die Marke 17 Jahre lang geführt und zum mit Abstand bekanntesten und größten deutschen Outdoor-Hersteller gemacht. Und nicht nur das: Für viele Fachhändler ist das Label inzwischen einer der wichtigsten Umsatzbringer überhaupt, größer als Puma etwa.

In der Sportbranche heißt es anerkennend, Hell habe dem Geschäft mit der Allwetterausrüstung zum Durchbruch verholfen. Maßgeblich hat dazu massive Werbung beigetragen. Seit Jahren ist Jack Wolfskin zum Beispiel auf den Banden in den Bundesliga-Stadien präsent.

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Umso enttäuschter sind die Händler, dass ihr einstiger Umsatzstar jetzt schwächelt. Das liege aber nicht allein am Führungsvakuum, meint Intersport-Chef Klaus Jost: "Es gibt auch immer mehr Marktteilnehmer."

Nicht nur die Händler erwarten deshalb jetzt Großes vom neuen Boss, vor allem auch Blackstone dürfte riesige Erwartungen an Rupp haben. Schließlich hat das Private-Equity-Haus vergangenes Jahr rund 700 Millionen Euro für Jack Wolfskin an die Vorbesitzer Quadriga Capital und Barclays Private Equity überwiesen. Zum Vergleich: Das Unternehmen kam 2011 auf einen Umsatz von 355 Millionen Euro.

Kommentare (5)

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Jack_wer

22.07.2012, 11:37 Uhr

Ich hatte früher mal Jack Wolfskin als Jacke und Skihose. Jetzt kaufe ich Northface. Jack Wolfskin ist Megaout. Die Marke verkommt zum Rentner-Label. Schlimm, dass inzwischen die Omas und Opas mit den Klamotten von Jack Wolfskin zur Kaffeefahrt fahren oder damit ihre Einkaufsbummel in den Fußgängerzonen durchführen. Damit ist die eigentliche Funktion der "Outdoor"-Klamotten ruiniert. Für mich ist das ein Ramsch-Label wie Bench, Victory-Schuhe oder NewYorker und Smog. Ich sehe eigentlich keine Möglichkeit mehr die Marke zu retten. Die Klamotten hätten deutlich teurer sein müssen, damit sie sich nicht so inflationsartig bei den Ü 70ern verbreiten.

martinp

22.07.2012, 13:56 Uhr

also, hier in Köln ist gerade Northface die angesagte Marke für alle die sich nicht mehr richtig bewegen können. Das war führer mal anders, aber "Oudoor" ist wie SUV. Teuer, ums zu zeigen. Mit dem SUV fährt man ja auch nicht ins Gelände.

Jack_der

22.07.2012, 17:48 Uhr

@Jack wer:

Was hätte Jack Wolfskin denn machen sollen, um die Invasion der Ü70er abzfangen? Türsteher an den Flagship stores oder Ausweiskontrolle beim Verkauf wie beim Alkohol?

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