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12.01.2010

13:30 Uhr

Einbruch

Der Teppichindustrie bleibt das Prinzip Hoffnung

2009 war kein gutes Jahr für die deutsche Teppichbranche. Nun wollen die Unternehmen nach schweren Einbrüchen wegen der Wirtschaftskrise vom Rückzug der Menschen in die eigenen vier Wände profitieren.

HB HANNOVER. Die Absatz- und Umsatzrückgänge hätten sich zu Jahresende bereits deutlich abgeschwächt, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Heimtextilien-Industrie, Martin Auerbach, vor der weltgrößten Teppichmesse Domotex (16. bis 19. Januar) am Dienstag in Hannover.

Der Absatz der Teppichindustrie sank von Januar bis November 2009 um 3,2 Prozent und der Umsatz um 11,2 Prozent. Der Umsatz brach bei hochwertigen gewebten Teppichen (-20,4 Prozent) deutlich stärker ein als bei industriell gefertigten Teppichböden (-10,8 Prozent).

Wegen der Krise schrieben die meisten Unternehmen der deutschen Heimtextilbrache derzeit rote Zahlen, viele hätten für ihre Belegschaft Kurzarbeit anmelden müssen, sagte Auerbach. Die Zahl der Betriebe verringerte sich 2009 um 4,9 Prozent auf 154, die Zahl der Beschäftigten schrumpfte um 7,2 Prozent auf 15 300.

Der Export brach in den ersten elf Monaten 2009 fast um ein Viertel ein, im Inland lag der Umsatzrückgang bei 9,7 Prozent. Während für Luxusteppiche trotz der Krise höhere Preise erzielt wurden, sank das durchschnittliche Preisniveau bei Industrieware um 8,8 Prozent. Dies sei eine schmerzliche Entwicklung, sagte der Branchensprecher.

Trotz der Schwierigkeiten sei die Stimmung in der Branche optimistisch, meinte Auerbach. In vielen für den arg gebeutelten Export wichtigen Ländern zöge die Wirtschaft schon wieder spürbar an.

Außerdem gebe es in schwierigen Zeiten eine neue Lust am eigenen Heim, der Trend zum sogenannten Homing nehme zu. Dies biete der Branche neue Absatzchancen. Auf der Messe gezeigt werden Neuigkeiten wie Teppichböden für Hausstauballergiker, Designerteppiche oder Parkettböden, die selbst im Badezimmer verlegt werden können.

Auf der Domotex wollen vom 16. bis 19. Januar 1400 Aussteller aus rund 60 Ländern ihre Produkte zeigen. Die Ausstelleranzahl sei trotz der Krise gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben, erklärte die Messe.

80 Prozent der Aussteller und 60 Prozent der Besucher kommen aus dem Ausland. Nach Deutschland führende Ausstellerländer sind die Türkei, Belgien, Indien, die Niederlande und China.

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