Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2005

16:22 Uhr

Elternnachweis für Unterlagen erforderlich

Neues für das Lohnbüro

VonMarc Wehrstedt

Auch zum 1.Januar 2005 gibt es für die Personalbüros wieder einige Änderungen, die das Geschehen um die betriebliche Lohnabrechnung betreffen.

Vollkommen neu ist ein 0,25-prozentiger Beitragszuschlag zur gesetzlichen Pflegeversicherung. Dieser Beitragszuschlag ist von Mitgliedern zu zahlen, die das 23. Lebensjahr vollendet haben und kinderlos sind. Ausgenommen von dem Beitragszuschlag sind Arbeitnehmer, die vor dem 1. Januar 1940 geboren sind. Zu zahlen hat diesen Beitragszuschlag allein der Arbeitnehmer, sodass sich die Lohnnebenkosten für den Betrieb nicht erhöhen. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass der Zuschlag für Geringverdiener (Azubis mit einem Bruttoentgelt bis zu 325 Euro monatlich) vom Arbeitgeber getragen wird - wie übrigens auch die anderen Beiträge zur Sozialversicherung für diese Personen. In den Lohnunterlagen muss ein Nachweis über die so genannte Elterneigenschaft geführt werden. Es muss also für Arbeitnehmer, die den Beitragszuschlag nicht zahlen, belegt sein, dass sie auch wirklich Kinder haben. Dieser Nachweis kann am einfachsten anhand der Lohnsteuerkarte geführt werden, sofern dort Kinderfreibeträge eingetragen sind. Hier empfiehlt es sich eine entsprechende Kopie der Lohnsteuerkarte in den Lohnunterlagen aufzubewahren. Arbeitnehmer, die zwar Kinder haben, diese aber nicht oder nicht mehr auf der Steuerkarte aufgeführt sind, müssen den Elternnachweis in geeigneter Form erbringen. Dieses kann beispielsweise durch die (idealerweise) beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde oder der Vaterschaftsanerkennungsurkunde geschehen. Wenn der Nachweis der Elterneigenschaft vorliegt, sollte darüber hinaus das Datum des Eingangs auf dem Nachweis vermerkt werden, da dieses Datum über den Beginn der Beitragszahlung entscheidet. Eine bloße Aktennotiz ohne Beleg á la "Nachweis am ... erbracht" in den Lohnunterlagen genügt nicht. Für alle Arbeitnehmer, die ihre Elternschaft bis zum 30. Juni 2005 gegenüber dem Arbeitgeber erbringen, entfällt der Beitragszuschlag ab 1. Januar 2005.

Tipp: Weisen Sie Ihre Mitarbeiter darauf hin, dass sie den Nachweis der Elterneigenschaft möglichst zeitnah erbringen, damit den Personalbüros lästige Korrekturberechnungen erspart bleiben. Sinnvoll kann dabei eine kleine Notiz bei der nächsten Gehaltsabrechnung sein.

Eine weitere Neuerung aus dem Bereich der Sozialversicherung ist die Organisationsreform der gesetzlichen Rentenversicherung. Durch diese werden die bisherigen Rentenversicherungsträger, wie zum Beispiel die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) und die Landesversicherungsanstalten (LVAen) zur Deutschen Rentenversicherung zusammengefasst. Damit wird die langjährige Unterscheidung in Arbeiter und Angestellte dem Grunde nach aufgehoben. Allerdings hat der Gesetzgeber bis dato die Unterscheidung in Angestellte und Arbeiter nicht konsequent vollzogen, da diese Unterscheidung für die Umlagekasse (Erstattungen für Aufwendungen des Arbeitgebers bei Krankheit und Mutterschaft) auch weiterhin existiert. Die umlagepflichtigen Unternehmen haben also nach wie vor in gewerbliche und angestellte Arbeitnehmer zu unterscheiden und danach die entsprechenden Umlagebeiträge abzuführen. Für die Gehaltsabrechnungen bedeutet die Neuregelung, dass die Beiträge zur Rentenversicherung nicht mehr in verschiedenen Beitragsgruppen nach Angestellten und Arbeitern auf den Beitragsnachweisen abgeführt werden, sondern nur noch in der bisherigen Beitragsgruppe für die gewerblichen Arbeitnehmer. Die Beitragsgruppen 2,4,6 entfallen somit für Meldezeiträume ab dem 1. Januar 2005 in der Rentenversicherung. Durch den dadurch bedingten Beitragsgruppenwechsel der angestellten Mitarbeiter sind jedoch keine Abmeldungen und anschließende Anmeldungen zur Sozialversicherung zu erstatten. Zwar werden viele Softwareprogramme diese aus technischen Gründen erstellen, bei manuellen Abrechnungen ist dieses aber unnötig.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×