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16.06.2012

14:43 Uhr

Erfolgsstrategie

Übernahmen sind bei Edelmann an der Tagesordnung

VonJens Koenen

Die Liste mit Übernahmezielen des Verpackungsspezialisten ist lang. Edelmann kauft seit Jahren kräftig zu. Und so soll es auch weitergehen. Doch das Übernahmegeschäft wird härter - unter anderem an der Preisfront.

Die steigenden Papier- und Energiekosten machen den Verpackungsherstellern zu schaffen. Pressefoto Edelmann

Die steigenden Papier- und Energiekosten machen den Verpackungsherstellern zu schaffen.

FrankfurtEigentlich sind Faltschachteln die Kernkompetenz der Edelmann Group aus dem baden-württembergischen Heidenheim. Die Spezialität des Familienunternehmens mit 1900 Mitarbeitern sind aufwendige Schachteln etwa für die Pharmaindustrie oder anspruchsvoll designte Parfümverpackungen. Doch über die Jahre hat das Team um Dierk Schröder, Geschäftsführer der Gruppe, noch ein ganz anderes Kerngeschäft aufgebaut: die Übernahme von Konkurrenten.

29 Transaktionen haben die Edelmann-Manager alleine seit 2002 über die Bühne gebracht. Und es soll so weitergehen. "Übernahmen stehen auch weiterhin auf unserer Tagesordnung", sagte Schröder im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Zwar läuft in der europäischen Verpackungsbranche schon seit längerem die Konsolidierung. Aber immer noch ist die Industrie stark fragmentiert, sind vor allem viele kleine und eigentümergeführte Unternehmen im Geschäft. Anderseits werden die Abnehmer der Verpackungen, die Konsum- oder Pharmakonzerne, immer größer und globaler. Die Verpackungshersteller müssen dieser Entwicklung folgen. Zudem erhöhen die massiv steigenden Papier- und Energiekosten den Druck. Experten wie Clive Suckling von PricewaterhouseCoopers erwarten deshalb, dass die Konsolidierung an Schwung gewinnen wird. Doch für Unternehmen wie Edelmann wird das M&A-Geschäft härter. Die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 hatte dazu geführt, dass sich die häufig aggressiv agierenden Finanzinvestoren zurückgehalten haben. Das ändert sich gerade. "Vor allem Finanzinvestoren werden wieder aktiver. Das macht die Sache für uns nicht einfacher", sagte Schröder.

Dierk Schröder, Chef von Edelmann. Pressefoto Edelmann

Dierk Schröder, Chef von Edelmann.

Etwa an der Preisfront: Über die letzten Jahre waren die Preise für Übernahmen gesunken, ausgedrückt im sogenannten Ebitda-Multiple, also dem Kaufpreis, gemessen am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Das 5,9-Fache dieser Ergebnisgröße war lange Zeit üblich. Aber die zurückkehrenden Finanzinvestoren treiben die Preise wieder hoch.

"Bei einigen Transaktionen in unserer Branche, an denen Finanzinvestoren beteiligt waren, weiß ich nicht, wie das wirtschaftlich funktionieren soll", fragt sich Schröder. Dennoch will er sich dadurch nicht von Zukäufen abhalten lassen. "Die Konsolidierung wird weitergehen. Vor allem die kleinen Anbieter werden vom Markt verschwinden." Mit einem Umsatz im Jahr 2011 von 230 (Vorjahr: 188) Millionen Euro gehört das Familienunternehmen zu den größeren Anbietern.

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