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20.07.2015

09:38 Uhr

Erotikvertrieb Pepper Parties

Scharfe Verkaufspartys im Wohnzimmer

VonKatrin Terpitz

Thomas Warnke will Frauen glücklich machen – mit Dildo-Partys im Wohnzimmer. Der Weg zum Erfolg war für den Kölner Gründer steinig. Das größte Problem seines Start-ups: Es fehlen Beraterinnen.

Das Start-up Pepper Parties hat sich auf Erotik im Direktvertrieb spezialisiert. PepperParties

Besondere Verkaufspartys

Das Start-up Pepper Parties hat sich auf Erotik im Direktvertrieb spezialisiert.

DüsseldorfMit einem knallpinken Rollkoffer kommt die Frau von Pepper Parties ins Haus. Die Gastgeberin hat Freundinnen und Nachbarinnen geladen – zu einer Verkaufsparty der besonderen Art: „Nur für Frauen“. Aus dem Koffer kommen Gleitgele, Massageöle und Vibratoren zum Vorschein. Die Stimmung steigt. „Links ist der Leckarm, rechts ist der Riecharm“, lautet die Erklärung, bevor alle Gäste Gele und Körperpuder am Arm testen dürfen.

„Im Laden darf man Erotikartikel nicht mal so ausprobieren“, sagt Thomas Warnke, der Erfinder von Pepper Parties, über sein Konzept. Ganz abgesehen davon, dass sich viele Frauen nicht in Erotikshops hineintrauten. „Im heimeligen Wohnzimmer aber fällt diese Hemmschwelle weg“, berichtet Warnke.

Direktvertrieb: Party als Geschäftsmodell

Direktvertrieb

Premium Party als Geschäftsmodell

Verkaufsevents im heimischen Wohnzimmer boomen – weit über Tupperware und Thermomix hinaus. Im Direktvertrieb haben sich neben Traditionshäusern wie Vorwerk auch deutsche Start-ups international etabliert.

Etwa drei Stunden dauert so ein Verkaufsabend, im Volksmund „Dildo-Party“ genannt. „Storytelling ist ganz wichtig, den Rest muss das Kopfkino machen“, betont Warnke. Eine Stunde dauert allein das Bestellen nebenan in der Küche – unter vier Augen, versteht sich. „Bei der Präsentation kann man miteinander lachen. Aber was die Nachbarin an Sexspielzeug bestellt, das geht keinen etwas an“, betont Warnke. 400 Euro werden im Schnitt auf einer Party umgesetzt. Grundsätzlich laufen Erotikartikel für Frauen besser auf dem Land als in der Stadt. „Besonders gut in Baden-Württemberg“, hat der Unternehmer festgestellt.

Mit buchstäblich null Euro gründete Thomas Warnke, damals 28 Jahre jung, das Start-up 2005 in einem Wohnzimmer in der Kölner Südstadt. Zuvor war der gelernte Verlagskaufmann mit seiner Geschäftsidee, einem Online-Handel mit gebrauchten Büchern, krachend gescheitert. Denn kurz nach den Start hatte ihm Amazon Marketplace mit konkurrenzlos günstigen Privatanbietern das Geschäft verdorben. „Bei meinem ersten Versuch als Unternehmer habe ich viel Geld verloren“, erzählt Warnke ganz offen.

Welche Produkte die Deutschen im Internet suchen

Do-it-yourself-Produkte

Do-it-yourself-Produkte

(Bauern, Garten, Heimwerken, Basteln)

über Google: 47 Prozent

über Amazon: 31 Prozent

über Ebay: 25 Prozent

(Alle Daten hat das Marktforschungsunternehmen Konzept & Markt in seiner Studie zum Online-Shopping erhoben.)

Elektro-Geräte

Elektro-Geräte (Haushalt, Büro, Unterhaltung)

über Google: 46 Prozent

über Amazon: 46 Prozent

über Ebay: 22 Prozent

Kfz-Teile & Zubehör

Kfz-Teile & Zubehör

über Google: 43 Prozent

über Amazon: 20 Prozent

über Ebay: 32 Prozent

Lebensmittel

Lebensmittel (und andere Dinge des täglichen Bedarfs)

über Google: 37 Prozent

über Amazon: 26 Prozent

über Ebay: 10 Prozent

Medien

Medien (Bücher, CDs, DVDs, Spiele etc.)

über Google: 32 Prozent

über Amazon: 57 Prozent

über Ebay: 18 Prozent

Medikamente & Arzneimittel

Medikamente & Arzneimittel

über Google: 33 Prozent

über Amazon: 6 Prozent

über Ebay: 4 Prozent

Mode, Schuhe, Accessoires

Mode, Schuhe, Accessoires

über Google: 28 Prozent

über Amazon: 22 Prozent

über Ebay: 16 Prozent

Reisen, Hotels, Flüge

Reisen, Hotels, Flüge

über Google: 39 Prozent

über Amazon: 3 Prozent

über Ebay: 3 Prozent

Sport- & Outdoorartikel

Sport- & Outdoorartikel

über Google: 35 Prozent

über Amazon: 26 Prozent

über Ebay: 16 Prozent

Tiernahrung & Zubehör

Tiernahrung & Zubehör

über Google: 26 Prozent

über Amazon: 10 Prozent

über Ebay: 7 Prozent

Wein & Spirituosen

Wein & Spirituosen

über Google: 21 Prozent

über Amazon: 8 Prozent

über Ebay: 6 Prozent

Verzweifelt und pleite sann er nach einer neuen Geschäftsidee. Warnke hatte sich geschworen. „Es passiert mir nie wieder, dass mir Privatleute mit einer Geschäftsidee Konkurrenz machen.“ So recherchierte er, was etwa bei Ebay damals nicht gehandelt werden durfte: Das waren neben Tieren, Leichenteilen, Nazi-Devotionalien und Waffen auch Erotikprodukte – mal abgesehen von harmloser Bekleidung und Scherzartikeln.

Neben 16.000 alten Büchern aus dem Restbestand begann der gescheiterte Gründer, DVDs mit Softerotik über Amazon zu verkaufen. Der kleine Onlineshop für Erotikartikel lief mehr schlecht als recht. Da las Warnke zufällig einen Artikel, wie gut Verkaufsparties einschlagen. „Das war mein Heureka!“

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

20.07.2015, 18:03 Uhr

Sie stecken wohl mitten im Sommerloch?

Na, offenbar kommt der Artikel ja gut an (siehe die Top 5 von "MEISTGELESEN" heute).

Männer....

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