Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.08.2012

20:22 Uhr

Europa-Park-Chef

„Der Nürburgring wird Kurt Beck die Karriere kosten“

VonMartin-W. Buchenau, Joachim Hofer

Staatliche Hilfen braucht Deutschlands größter Freizeitpark in Rust nicht. Besitzer Roland Mack finanziert alles aus eigenen Mitteln und mit seinen Banken. Die Subventionen für den Nürburgring ärgern ihn umso mehr.

Roland Mack, Geschäftsführer des Europa-Parks. Europapark

Roland Mack, Geschäftsführer des Europa-Parks.

Herr Mack, Ihrem Europa-Park Rust geht es prächtig. Der staatlich massiv subventionierte Nürburgring dagegen ist pleite. Was lief da schief?
In diesem Fall ist die Ignoranz von Ministerpräsident Kurt Beck beispiellos. Meinen Rat als Unternehmer hat er vorher nicht einmal hören wollen. Als ich mit ihm sprechen wollte, hat er das mit einem arroganten Handwisch abgetan. Jetzt wird das Desaster um den Nürburgring ihn seine Karriere kosten.

Verspüren Sie Schadenfreude?
Nein, ich bin eher schockiert.

Sie profitieren doch, ein Konkurrent weniger ist immer gut.
So betrachte ich das nicht. Es ist verantwortungslos, wie Beck mit Steuergeldern umgegangen ist. Auch ich zahle Einkommensteuer, die sich durch solche Fehlinvestitionen erhöht. Ich bin absolut gegen Subventionen im Allgemeinen und bei Freizeitparks im Besonderen.

Vita

Vollblutunternehmer

Der Europa-Park in Rust ist Roland Macks Lebenswerk. In knapp 40 Jahren hat der 62-jährige Ingenieur den größten Freizeitpark Deutschlands aufgebaut. Zudem gehört seiner Familie der Achterbahnhersteller Mack Rides. Die Gruppe erzielt 300 Millionen Euro Umsatz.

Strippenzieher

Mack pflegt Kontakte zur baden-württembergischen Politik. In der Branche ist er gut verdrahtet: Derzeit steht er dem Weltverband der Freizeitindustrie vor.

Klar, da es Ihre Konkurrenz aufpäppelt.
Der Europa-Park spürt den Nürburgring überhaupt nicht. Wir wachsen pro Jahr um rund zehn Prozent und schreiben schwarze Zahlen. Aber die kleineren Parks direkt in der Nähe wie der Holiday-Park in Haßloch leiden schon.

Subventionen gibt es in Deutschland doch an jeder Ecke. Viele Firmen nehmen das Geld nur zu gerne.
Mir geht es ums Prinzip. Es ist nicht Aufgabe des Staates, in eine funktionierende Branche einzugreifen.

Das ist kein rein deutsches Problem.
Da haben Sie leider recht. Da müssen wir nur über die Grenze nach Frankreich schauen. Da ist jeder Freizeitpark subventioniert. Gerade ist der hoch subventionierte Freizeitpark "Bioscope" in die Insolvenz gegangen.

Auch der Europa-Park hat eine bessere Verkehrsanbindung bekommen. Das sind doch ebenfalls Förderungen.
Aber die lohnen sich auch für den Staat und wir haben sogar beim jüngsten Straßenbauprojekt erhebliche Mittel aus dem Unternehmen zugeschossen. Solche Maßnahmen sind mit den fast 500 Millionen Euro für den Nürburgring nicht vergleichbar.

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.08.2012, 20:37 Uhr

aber, aber H.Mack, K.Beck hat doch die "politische Verantwortung" übernommen....mmuuuaaahahaha...

Account gelöscht!

12.08.2012, 21:23 Uhr

Welche Karriere? Kurt Beck wird in einem Jahr seinem Nachfolger das Amt übergeben und in Rente gehen, was kann ihn denn noch jucken?

ein_Liberaler

12.08.2012, 21:37 Uhr

Na, Beck hat doch seine Elektrikerrente sicher. Welche Karriere denn noch? Soll er Barroso ablösen als Kommissionspräsident in Brüssel? Oder doch noch mal Kanzlerkandidat statt Steinbrück, Steinmeier und Gabriel? Erwartet noch irgendjemand irgendwas von ihm außer dass er geht ? Um Scharping ist es still geworden. Um Beck sollte es noch viel schneller viel stiller werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×